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Themen am Zukunftsdialog 2019 (Themen am Zukunftsdialog 2019)

Hochkar, 23.-26.5.2019
Zukunftsdialog
Zukunftsdialog 2019

Themen am Zukunftsdialog 2019

Überblick über die drei Kernthemen, die am Zukunftsdialog bearbeitet werden

Zukunftsdialog (Foto: Heli Düringer)

Die Zukunft unseres Alpenvereins bewusst zu gestalten, ist eine wichtige Aufgabe. Dies gelingt nur durch ein ständiges Reflektieren, Weiterentwickeln und das Treffen von (richtungsweisenden) Entscheidungen. In guter Tradition werden bei großen und wichtigen Entscheidungen möglichst viele Meinungen von unterschiedlichen Personengruppen eingeholt. Auf diese Weise können vielschichtige Ideen und Sichtweisen einfließen und genutzt werden, sodass wir inhaltlich gut gerüstet die Herausforderungen der Zukunft meistern können.

Hier hat sich der Zukunftsdialog als Instrument bereits bewährt. Komplexe Themenfelder werden teilweise sehr konträr wahrgenommen und bewertet. Damit auch in unseren Führungsgremien ein breites Verständnis über die unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen herrscht, benötigt es den direkten, intensiven Austausch untereinander. Also in unserem Fall zwischen den Generationen und Entscheidungsebenen aus den diversen Regionen und Fraktionen.

Seid aktiv dabei, wenn wir die Zukunft unseres Alpenvereins gestalten!

Werte & Wachstum

Werte – warum wir sie brauchen, obwohl es sie nicht gibt, lautet der Titel eines vielbeachteten Buchs von Prof. Urs Sommer, das vor 2 Jahren erschienen ist. Und dieser Titel bringt es auf den Punkt: Werte sind keine Entitäten, nichts Dingliches sondern Fiktionen, die den Handlungsrahmen einer Gesellschaft aus dieser selbst heraus definieren. Sie gelten solange, solange die jeweilige Gesellschaft dazu steht und sich nach ihnen ausrichtet. Werte werden real, wenn eine Kongruenz zwischen ihnen und dem Handeln besteht, sie werden zur Täuschung, wenn sie insbesondere bei politischen Sonntagsreden gerne und immer häufiger als nihilistische Sprechblasen ohne Entsprechen im politischen Handeln in den Mund genommen werden.

Zu den Grundwerten aller demokratischer Staaten gehören beispielsweise die Errungenschaften der Aufklärung, Freiheit, Gleichheit, Solidarität und daraus erwachsend die Menschenwürde. Auf diesen aufbauend entstand die UN Charta der Menschenrechte, die in der Europäischen Menschenrechtskonvention erweitert und paktiert wurde und 1953 in Kraft trat. Die dort niedergeschriebenen Werte wie Religionsfreiheit, Wahlrecht, Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren, Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit und viele mehr wurden real, indem sie in den Verfassungen praktisch aller demokratischer Staaten Eingang fanden und bestehendes Recht wurden.

Den Werten nachspüren und sie disktutieren

Den gesellschaftlichen Werten nachzuspüren, sie zu diskutieren und insbesondere auf jene Werte zu reflektieren, die sich aus der Satzung des Alpenvereins ergeben, ist mit Aufgabe des Zukunftsdialogs.
Dabei werden wir auf scheinbare Verwerfungen und Widersprüchlichkeiten stoßen, die aufzulösen und in Kompromisse überzuführen durchaus herausfordernd sein kann. Letztlich gilt es einen Handlungsleitfaden zu entwickeln, um stimmig in die Zukunft planen und Antworten auf scheinbare oder auch echte Widersprüche geben zu können. Christian Felber mittlerweile weltweit bekannt als Guru der Gemeinwohlökonomie und sein Team werden uns bei dieser spannenden Aufgabe begleiten. Ziel ist es, einen Alpenverein-Wertekanon/Gemeinwohl-Produkt gemeinsam mit allen im Verein, die sich beteiligen wollen, zu entwerfen. Die Beteiligungsmöglichkeit bieten wir über untenstehenden Link an.

Mitmachen: Ziele und Werte des Alpenverein-Wertekanons bzw. des Gemeinwohl-Produkts bestimmen.

Werte & Wachstum (Foto: Ingo Stefan/Zöhrer)
 

Kommunikation im Alpenverein

Insbesondere am dritten Konferenztag geht es um die Kommunikation im Alpenverein: Die im Sektions- und Vereinsalltag gelebte Kommunikationspraxis wird hinterfragt und auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft. Zukünftige Denk- und Handlungsmuster sollen mit FunktionärInnen und MitarbeiterInnen gemeinsam abgestimmt werden.

Wir denken gemeinsam darüber nach, wie der Alpenverein in Zukunft kommunizieren wird und wo Sektionen oder der Hauptverein an ihre Grenzen stoßen. Dabei steht die Leitfrage im Raum, wie sich das Kommunikationsverhalten in der Zukunft ändert und welche Maßnahmen notwendig sind, damit der Alpenverein auch in den nächsten Jahren gut aufgestellt ist.

Kommunikation (Foto: Monika Melcher)
 

Interne Kommunikation

Dazu laufen derzeit drei Projekte im Alpenverein: Einerseits das Projekt "Interne Kommunikation", bei dem bis Ende des Jahres Schritte zur Verbesserung der Kommunikation zwischen FunktionärInnen und den verschiedenen Organisationseinheiten gesetzt werden sollen. Im Zuge einer Bestandsanalyse konnten 2018 über 8.000 FunktionärInnen ihre Meinung dazu online kundtun. Die Ergebnisse der Umfrage wurden in einem Workshop diskutiert und dienten als Grundlage, erste Maßnahmen zur Verbesserung der internen Kommunikation zu erarbeiten. Diese werden als Basis für den Diskussionsprozess am Zukunftsdialog herangezogen.

Informations- und Kommunikationstechnik

Zudem steht der Hauptverein als Servicedienstleister vor großen Herausforderungen. Seit Mitte des Jahres arbeiten mehrere Arbeitsgruppen unter Einbeziehung von SektionsvertreterInnen an der Informations-Kommunikations-Strategie "Alpenverein digital 2028". Hier geht es vor allem um die gemeinsame Erarbeitung einer Entscheidungs- und Handlungsgrundlage für die Informations- und Kommunikationstechnik. Man kann sich vorstellen, dass die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung auch den Alpenverein massiv betrifft. Dabei ist es wichtig, Trends kritisch in Frage zu stellen und einzelnen eventuell sogar bewusst entgegenzuwirken.

Newsroom

Das dritte Projekt zu diesem Thema beschäftigt sich zudem mit der Entwicklung eines "Newsrooms" in der Geschäftsstelle des Hauptvereins. Hier werden die Kommunikationsprozesse neu definiert und im Newsroom abteilungs- und kanalübergreifend zusammengeführt.

Mountainbike

Mountainbiking ist eine Kernsportart des Alpenvereins und wird als solche nicht in Frage gestellt. Das Mountainbiking hat Einzug in unsere Sektionsprogramme und Ausbildungen genommen, ein großer Teil der Mitglieder gibt an, regelmäßig Mountainbike zu fahren. Aus der heftigen Diskussion der letzten Jahre ist in erster Linie ein großer Nachholbedarf bei der Aufklärung darüber festzustellen, was der Alpenverein im Sinne des Positionspapiers will und wie konfliktfreier geradelt werden könnte.

Es braucht aber auch eine ganzheitliche Betrachtung der Sachlage, da der Druck auf die Natur zunimmt und daher die "Wegefreiheit" in ihrer aktuellen Ausprägung bereits ohne die Freigabe von Forststraßen für das Radfahren von anderen Lebensraumpartnern kritisch hinterfragt wird.

Mountainbike (Foto: Ingo Stefan)
 

Der zusätzliche Trend hin zu Mountainbikes mit Elektromotor (Pedelecs und E-Bikes) heizt die Debatte weiter an. Man ist sich bewusst, dass eine Änderung im Forstgesetz (Anm.: der § 33 Forstgesetz regelt die freie Betretbarkeit im Wald) zugunsten der Mountainbiker mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell zu erwarten ist, und wenn sie doch käme, auch weitreichende negative Konsequenzen für den freien Zugang zur Natur nach sich ziehen könnte (jahres- und tageszeitliche Einschränkungen sind ebenso wie Ausnahmen von der freien Betretbarkeit des Waldes, also die örtliche Ausweitung von Sperren, zu befürchten).

Ein weiteres Problem liegt im Umstand, dass viele der Mountainbiker sich nicht (nur) die legale Möglichkeit, auf Forststraßen zu radeln, wünschen, sondern vielmehr ein attraktives Angebot von unterschiedlichen Streckenkategorien – von Forststraßen bis zu Singletrails – in den Regionen wünschen. Hier liegen die meisten Konflikte zwischen traditionellen Nutzern der Wege (Wanderer), weiteren Lebensraumpartnern auf Forststraßen sowie im Wald und Mountainbikern begraben.

Die Diskussionen in den letzten Jahren haben gezeigt, dass eine klare und einheitliche Position quer durch den gesamten Alpenverein nicht zu finden ist. Der Alpenverein ist ein demokratischer Verein – da muss es auch keine einheitliche Meinung geben, es entscheiden Mehrheiten. Mit dem Positionspapier hat sich der Alpenverein aber unbeweglich gemacht und bietet eine offene Flanke für (verbale) Angriffe auf mehreren Ebenen (Grundeigentümer, Forst- und Jagdwirtschaft), während sich die gewählten politischen Entscheidungsträger (Gemeinde, Land und Bund) tatenlos zurücklehnen.

Die Schieflage zwischen geltendem Recht (Anm.: Radfahren auf Forststraßen, Wanderwegen und offroad ist allgemein verboten, außer es ist dezidiert erlaubt) und der faktischen Tatsache, dass sich der Großteil der Naturnutzer am Mountainbike nicht an das geltende Recht hält, wird ignoriert.

Fazit: Es braucht eine neuerliche Diskussion unter massiver Einbeziehung der Basis mit dem Ziel, die legalen Möglichkeiten für den Mountainbike-Sport bedarfsgerecht zu verbessern und gleichzeitig den sozialen Frieden wiederherzustellen. Dies ohne Unterwürfigkeit vor feudalen Großgrundbesitzern und ohne Kniefall vor aufhetzenden Interessenvertretungen, aber durchaus auch mit dem Mut, den Schulterschluss zu den Lebensraumpartnern in Richtung einer Problemlösung zu suchen.

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