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Ausbildung Instruktor Alpinklettern (Ausbildung Instruktor Alpinklettern)

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Ausbildung Instruktor Alpinklettern

Ausbildung INstruktor Alpinklettern

Bildunterschrift

Ort: Innsbruck (30.05.-03.06.2018), Hofpürgelhütte (01.-07.07.2018), Karlsbaderhütte bzw. Grödner Joch (26.08.-01-09-2018) 

Eignungsprüfung - 1. Kursteil in Innsbruck vom 30.Mai  - 3.Juni. 2018

Mit großer Nervosität fuhr ich am frühen Morgen nach Innsbruck zur Eignungsprüfung für den Instruktor Alpin Klettern. Treffpunkt war die Bundessportakademie beim Flughafen Innsbruck. Zur Vorbesprechung der Eignungsprüfung waren 20 Teilnehmer, sowie der Ausbildungsleiter Michael Larcher und der Abteilungsleiter für Bergsport von der BSPA Innsbruck Michael Mayrhofer anwesend. Drei weitere Ausbilder waren schon vor Ort und hatten alles Nötige für die Prüfung vorbereitet. Die Aufgaben waren:

-eine Kletterroute im Schwierigkeitsgrad 5c im Vorstieg im Klettergarten

-Selbstsicherung mittels Mastwurf bauen und anschließend den Nachsteiger mit einem Halbmastwurf nach zu sichern

-Gehen im Schrofengelände

-und gesichertes Abseilen im steilen Gelände

Nach der Eignungsprüfung fuhren wir zum nahegelegenen Campingplatz, um uns zu stärken. Dort wurde uns auch das Ergebnis mitgeteilt - es hatten alle Teilnehmer bestanden. Am frühen Abend hatten wir nochmal eine kurze Besprechung für die weiteren Tage bzw. für den weiteren Verlauf der Ausbildung.

Am ersten Ausbildungstag begannen wir mit Orientierung, Tourenplanung und Führungstechnik für die weiteren Ausbildungswochen. Die Ausbildner und Vortragenden waren Bergführer Thomas Mössmer und Michael Larcher.

Der zweite Tag bestand aus Theorieunterricht in Trainings - und Bewegungslehre bzw. Sportpädagogik und Sportmethodik. Zwischendurch gab es mal eine sportliche Einheit zu Trainings - und Bewegungslehre. Diese führte der Bergführer Michael Mayrhofer und Frau Hollaus durch.

Der dritte Arbeitstag begann mit 2 Unterrichtseinheiten in Trainings - und Bewegungslehre mit Frau Hollaus. Danach kam Doktor Georg Schäfer zur Ersten Hilfe - Ausbildung. Den restlichen Tag verbrachten wir im Vortragssaal oder der Turnhalle, um zu üben.

Am letzten Tag war praktische Arbeit im Gelände zum Thema Erste Hilfe angesagt. Es stand die Bergung und Versorgung von verletzten Personen auf dem Programm. Dies wurde zum veranschaulichen für uns gefilmt.

2. Kursteil auf der Hofpürgelhütte, Filzmoos vom 1. - 7.Juli 2018,

Treffpunkt war in Filzmoos. Während der Großteil der Teilnehmer zu Fuß vorging, fuhren 2 Autos mit dem Gebäck zur Materialseilbahn Um. 17Uhr war offizieller Start auf der Hütte. Zuerst gab es Abendessen, anschließend hielt ein Team noch ein Referat und ein Ausbildner einen Vortrag ab.

Am ersten Ausbildungstag beschäftigten wir uns mit Standplatzbau bzw. Materialkunde, wie mobile Sicherungsmittel (Klemmkeile, Friends).

Der zweite Ausbildungstag war unser Tourentag. Die Tourenplanung wurde schon am Vorabend gemacht. Als Ziel wurde die vordere bzw. hintere Kopfwand mit einer Kletterschwierigkeit im 4ten Grad, ausgesucht. Genau richtig zum üben. Wir starteten um 8Uhr von der Hütte. Zuerst ging es den Wanderweg bis zum Steiglpass hoch und von dort wieder hinunter Richtung vorderer Gossausee. Zuvor mussten wir noch durch wegloses Gelände, bis wir am. Einstieg zur Klettertour ankamen. In der Route setzten wir das Gelernte, Führen von fremden Personen und verschiedene Sicherungstechniken, Standplatzbau, Seilschaftsablauf, um. Da es einige Wege nach unten gab, aber nur einer wirklich zur Hütte zurückführte, mussten wir zunächst etwas suchen, kamen jedoch recht frühzeitig an der Hütte an. So konnten wir unseren Tourentag noch auf der gemütlichen Sonnenterasse nachbesprechen, bevor es zum Abendessen mit anschließenden Referaten und Vorträgen ging.

Am dritten Tag stand Bergrettungstechnik der Kameraden auf dem Programm. Verschiedenste Arten von Flaschenzügen, Abseilen und ein wenig Klettertechnik wurden geübt. Nach dem Abendessen gab es wieder Referate von den Kameraden. Da wir am nächsten Tag einen Tourentag hatten, besprachen wir nach den Referaten noch die Tourenplanung in der Gruppe.

Am vierten Tag erwartete uns ein Stationsbetrieb mit 3 Stationen. Eine davon war Klettersteig. Dort wurde uns das Führen auf einem Klettersteig, die Technik und Materiallehre vermittelt. An der zweiten Station erwarteten uns Sicherungsgeräte. Dort zeigten uns die Ausbildner die Unterschiede von dynamischen und statischen Geräten, das Handling von den Geräten bei Stürzen bzw. im Vor - und Nachstieg. Es ist faszinierend, wie viele verschiedene Geräte es so gibt. Die dritte Station war eine Joker-Station. Dort konnten wir uns ein Thema aussuchen, das noch nicht bzw. zu wenig geübt wurde oder generelle Fragen zu all den Ausbildungsthemen stellen. Wie jeden Tag endete es mit Abendessen, Vorträgen und Referaten.

Der fünfte Ausbildungstag war total verregnet. Da wir nur in der Hütte bleiben konnten, gestaltete sich der Tag aus Referaten und Vorträgen.

Für den letzten Ausbildungstag, kam am Vorabend extra ein Pflanzen - bzw.  Insektenbiologe, der einen kurzen Vortrag über die Entwicklung der Gesteinsschichten in der Höhe, die lebenden Tiere im Gebirge und welche Pflanzen man dort so findet abhielt. Auf dem Weg ins Tal führten wir den praktischen Teil über Pflanzen und Kleininsekten durch.

3. Kursteil auf der Karlsbaderhütte (Tristach, Osttirol) bzw. Grödner Joch (Südtirol), vom 26.8. - 1.9. 2018

Der letzte Teil der Ausbildung sollte auf der Karlsbaderhütte in den Lienzer Dolomiten stattfinden. Wir trafen uns oben auf der Hütte, aber mit Erstaunen erwartete uns dort der Winter - es lagen ca. 25cm Neuschnee. Das Wetter versprach zwar Besserung, allerdings würde der Schnee nicht so schnell schmelzen, damit wir dort unsere Ausbildung abhalten hätten können. Auch im letzten Kursteil, sollten Referate unsere Begleiter bleiben.

Der erste ganze Ausbildungstag begann mit einem Vortrag von Michael Larcher und einem anschließenden Referat. Eigentlich sollten wir nach dem Mittagessen ins Gelände gehen und die Praxis durchführen. Aber die Ausbildner hatten einen Vorschlag: Da wir dort unser Ausbildungsziel nicht erreichen würden, gab es die Möglichkeit, aufs Grödner Joch in den Südtiroler Dolomiten zu übersiedeln. Die Gruppe war einverstanden und auch der Hüttenwirt von der Karlsbaderhütte hatte Verständnis. Also brachen wir noch am selben Tag zum Grödner Joch auf. Nach dem Abendessen besprachen wir noch die Tourenplanung für den nächsten Tag. Die letzten Tage ging es hauptsächlich darum, Führungskompetenz mit Gästen zu erlernen und zu zeigen.

Am nächsten Morgen brachen wir zur SAS Ciampac mit 2672m hohen Gipfel auf. Adangführe hieß die Route im 5ten Schwierigkeitsgrad. Der Zustieg dauerte ca. 1,5h. Dort angekommen, warteten auch noch andere Seilschaften auf diese Route, sodass wir ca. eine halbe Stunde warten mussten. Wir kletterten in zwei 3er Seilschaften. Bei mir in der Gruppe war der Ausbildner Manfred Weichselbraun und Christoph Pisoni.

Es war eine lässige Kletterei, die man zum Großteil selbst mit mobilen Sicherungsgeräten absichern musste. Nach 6 Seillängen, also der Hälfte der Route, tauschten wir die Führungsposition. Insgesamt brauchten wir ca. 6 Stunden bis zum Gipfel, von wo aus wir die tolle Aussicht bei einer kleinen Pause genießen konnten, bevor wir über den Normalweg wieder zurück zur Hütte. Nach dem Abendessen planten wir noch unsere nächste Tour.

Für Mittwoch hatten wir uns die große Cierspitze als Ziel ausgesucht. Diese Tour war mehr oder weniger direkt vor der Tür, sodass wir nur einen kurzen Zustieg zur Wand hatten. Aber auch hier, sollten wir nicht die ersten an diesem Tag sein. Insgesamt warteten 9 lässige Seillängen auf uns, wieder im 5ten Schwierigkeitsgrad und zum größten Teil zum selbst absichern, die uns zum Gipfel führten. Markus hatte am Vorabend noch in unsere Gruppe gewechselt, also waren wir heute zu viert. Wieder waren wir nach ca. 6 Stunden und einem Führungswechsel am Gipfel. Dort genossen wir die Sonne und nutzen die Zeit, um Orientierung und Kartenkunde zu üben. Da wir immer noch genügend Zeit hatten, beschlossen wir bei der Ankunft an der Hütte noch Rettungstechnik zu üben. Nach dem Abendessen teilten uns die Ausbildner noch grob die Themen der Prüfung mit, damit wir diese am Vormittag noch üben können.

Am Donnerstag wollten wir eigentlich im Klettergarten nochmals die Lehrauftritte und Rettungstechnik üben, jedoch machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Also nutzen wir die Zeit, alle für die Prüfung relevanten Themen nochmals in der Hütte durchzugehen. Glücklicherweise gab es am Nachmittag ein Schönwetter-Fenster, das wir zum Üben der Seiltechnik nutzen. Nach dem Abendessen wurde noch der Ablauf der Prüfung besprochen.

Nun war die Stunde der Wahrheit gekommen. Ein Teil der Gruppe fuhr zum Sella Joch, um dort die Lehrauftritte und die Prüfung in Rettungstechnik zu absolvieren. Der Rest der Gruppe blieb im Hotel und absolvierte dort die Prüfungen in Erste Hilfe, Trainings- und Bewegungslehre und Orientierung und Kartenkunde. Gegen 16uhr bekamen wir das Urteil ausgesprochen. Alle hatten die Prüfung geschafft, also wurde ein wenig gefeiert.

Am Samstag war Abreisetag. Die Ausbildner hatten noch ein paar Infos rund um die Instruktoren-Ausbildung für uns, wie zum Beispiel was erlaubt ist und auch was man finanziell zurückbekommen kann. Gegen 10:00 Uhr brachen wir nach Hause auf.

Mein Fazit: Es  war eine tolle, lehrreiche und spannende Ausbildung, die ich jederzeit wieder machen würde und auch weiter empfehlen kann.

 
 
 

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