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Großvenediger 3.666 m (Großvenediger 3.666 m)

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Großvenediger 3.666 m

Gipfelkreuz

Die Truppe am Gipfelkreuz

Großvenediger  – Tour 07.-08.04.2018

Benji hat heuer ein sehr attraktives wie auch herausforderndes Ziel als Schitour ausgeschrieben. Die Überschreitung des Großvenedigers von Süd nach Ost stand auf dem Plan.

Üblicherweise kann man um diese Zeit bereits mit dem Venedigertaxi bis zur Johannishütte fahren. Nach dem heurigen – auch im Süden – schneereichen Winter konnten wir die Schi bereits beim Parkplatz im Tal anschnallen. Somit stand uns ein Hüttenzustieg von 1500m Höhe bevor.

Den sehr warmen Temperaturen am Nachmittag und den damit verbundenen Tagesgang bei der Lawinentätigkeit geschuldet, wurde der Anstieg von Freitagnachmittag auf Samstagfrüh verlegt. Diese Entscheidung war gut, wir mussten ca. 10 pickelhart gefrorene Lawinenkegel queren. Nachdem wir die kritische Zone bereits um 09:45 Uhr  mit Ankunft beim Gumbachkreuz hinter  uns gelassen hatten, kehrten wir bei der Johannishütte zu einem zweiten Frühstück ein.

Nach dieser Stärkung ging es dann weiter zum Defreggerhaus, wo wir um halb zwei angekommen sind. Nachdem wir fünf bei Windstille und sehr angenehmen Temperaturen unsere Flüssigkeitsspeicher aufgefüllt hatten, entschlossen sich vier von uns, den Rest des Nachmittages zu einer Besichtigung des für den morgigen Tag geplanten Gipfelanstieges beim Einstieg zum Mullwitzkees unter dem Mullwitzaderl zu nutzen.

Dort angekommen baten wir Benji, mit uns noch weiter auf den Hohen Zaun zu gehen. Also hieß es angurten und anseilen. Nach ca. einer Stunde weiterem Aufstieg standen wir dann auf dem 3457m hohen Gipfel und konnten hier bei annähernd null Wind das gewaltige Gipfelpanorama bei phänomenaler Fernsicht genießen. Einhellig waren wir der Meinung, dass es schon etwas sehr Besonderes ist, Anfang April um fünf Uhr am Nachmittag auf so einem hohen Gipfel zu stehen.

Bei der Abfahrt um halb sechs konnten wir nach wechselnden Verhältnissen ab einer Höhe von 3100m die letzten Meter zur Hütte im Firn genießen.

Nach einer Würstelsuppe für alle – die Hütte wurde nach dem Wochenende wieder in den Winterschlaf versetzt – und geselligem Beisammensein begaben wir uns in unser Zimmer, wo wir uns in den Schlaf zitterten. Der Autor schlief – natürlich im Hüttenschlafsack - in voller Montur, d.h. inclusive Daunenjacke!

Tagwache war um ¾ sechs vereinbart. Hüttenwirt Peter hatte das Frühstück schon vorbereitet. Am neu eingeheizten Ofen in der Stube wurden die Innenschuhe noch auf angenehme Temperatur gebracht.

Die Nachbargipfel strahlten schon im ersten Sonnenlicht, wir starteten zu unserem Ziel, dem Großvenediger. Am Seil ging es nach langer Querung unter dem imposanten Rainerhorn zum Rainertörl, wo wir dann zum ersten Mal direkt die wärmenden Sonnenstrahlen genossen. Nach einer kurzen Teepause nahmen wir bei immer stärker werdendem Wind den Gipfelaufbau in Angriff.

Als 3. oder 4. Seilschaft konnten wir vor dem großen Ansturm der Massen noch in Ruhe das herrliche Panorama bewundern. Im Südtiroler Ahrntal stauten sich schon die Wolken der klassischen Föhnmauer. Überall sonst war der Blick fast ungetrübt  - einfach herrlich.

Aufgrund des eisigen Windes am Gipfel hielten wir den Aufenthalt dort nur kurz. Nach zweiminütiger Abfahrt fellten wir bei der Venedigerscharte bereits wieder auf und statteten auch dem kleinen Bruder einen kurzen Besuch ab. Am Kleinvenediger beeindruckt vor allem die nahe Ansicht des Gletscherdaches auf der weltalten Majestät, wie der Großvenediger auch genannt wird.

Immer wieder lustig zu beobachten sind die kleinen Menschlein, die wie Ameisenkolonnen den Berg erklimmen. Nach einer kräftezehrenden Abfahrt bei wiederum wechselnden Verhältnissen gönnten wir uns am Gletscherrand eine längere Pause. Nun bekamen wir auch noch eine Belohnung in Form von 1000m Firnabfahrt vorbei an den Prager Hütten zum Schlatenbach. Dort entlang ging es dann die letzten 200 Höhenmeter recht steil durch einen lichten Lärchenwald zum Talboden des Innergschlöss hinunter.

Nachdem wir möglichst viele Kleidungsstücke abgelegt hatten, wurde die letzte anstrengende Etappe in Angriff genommen. Je nach Belieben wurden im klassischen Stil oder im Skatingstil die flachen 3km bis zum Außergschlöss zurückgelegt. Von dort war es dann möglich, trotz des schon teilweise stark saugenden Schnees bis vor die Haustüre des Tauernhauses abzufahren.

Nach einer kurzen Stärkung im Tauernhaus traten wir müde aber glücklich die Heimreise an.

Vielen Dank an Benji, der uns souverän und mit optimal dosiertem Tempo sicher rauf und runter geführt hat!

Berg Heil!

Teilnehmer: Benjamin Gruber, Gernot Kaltenleiter, Hannes Libiseller, Robert Bschellinger, Dietmar Steiner

Autor: Dietmar Steiner

Zu den Fotos.

 
 
 

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