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Wir sind Meer. (Alpenverein Wien, wir sind Meer)

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Wir sind Meer.

Immer wieder finde ich mich in der Situation wieder, erklären zu müssen, was es eigentlich bringen soll beim Alpenverein dabei zu sein. Oftmals fallen hier die Standardargumente, die eh schon jeder kennt und mir zum Hals heraushängen.

Versicherung, eh klar. Wandergruppen, gut. Klettergruppen und Outdooraktionen, aha. Gemeinschaft...
Gemeinschaft, werde ich dann oft gefragt, was das denn bitte heißen solle.
Meine inzwischen beinahe automatisierte Antwort hierauf ist zumeist, ob der Fragende schon jemals alleine Klettern war, oder gern Solo auf lange Alpintouren ginge. Die Frage ist natürlich eher rhetorisch. Gemeinschaft heiße beim Alpenverein, dass man immer von hochmotivierten Leuten umgeben sei, die für beinahe alles zu gewinnen wären.

Schon mehr als einmal hat mich nach dieser Aussage ein gelangweiltes Gesicht völlig fadisiert angesehen, man konnte förmlich herauslesen, was die Person von unserem Verein dachte. Seniorenverband, Wanderkindergarten etc. sind wohl noch die netteren Ausdrücke, die so jemandem in diesem Moment einfallen. Viele Andere können sich einfach nichts darunter vorstellen, denn Gemeinschaft ist ja toll, aber ich habe ja eh Freunde mit denen ich vieles machen kann.

Aber Alpenverein ist mehr als Bergsteigen und Klettern, viel mehr. Wir sind ein Verband, der jene Menschen vereint, die von einer natürlichen Neugierde getrieben werden und einen Drang nach Bewegung verspüren. Die Möglichkeit immer wieder neue Dinge erleben zu dürfen wir einem hier geboten, da die große Anzahl an motivierten Menschen auch einen großen Pool an Kompetenzen mit sich bringt.

Zwei solcher Menschen haben es einer kleinen Gruppe unserer Sektion ermöglicht etwas völlig neues zu erfahren, Segeln.

Wer wir sind fragt ihr euch?

Wir sind die Jugend des Alpenverein Wien. Jung, motiviert, vielfältig und extrem neugierig auf alles was wir nicht kennen. Das bist du auch? Dann melde dich bei uns!


Deine,
Rock 'N' Ropes Crew


Vorbereitung

Was ursprünglich als kleine private Aktion geplant war, entwickelte sich sehr rasch in einen Segeltörn, der hauptsächlich aus Mitgliedern der Klettergruppe Rock 'N' Ropes bestand.

Bereits vor einem Jahr begann für den Törn die erste Planungsphase, eine vertrauenswürdige Charterfirma musste gesucht und ein Segelgebiet sowie der Zeitpunkt für den Törn festgelegt werden.
Unser Ziel für diesen Törn war es mit zwei ausgebildeten Skippern und Segellehrern an Bord eine ansonsten völlig unerfahrene Crew in die Grundsätze des Segelns einzuweihen. Hierfür wollten wir zu einer Jahreszeit fahren, in der weder Sturm und Regen die gesamte Woche beherrscht, noch reines Badewetter Segeln ganz unmöglich macht.

Darum fiel unsere Wahl auf die zweite Septemberwoche und wir entschieden uns für Portoroz (SLO) als unseren Heimathafen.

Dieses Segelgebiet hat zusätzlich den Vorteil, dass man hier ohne Flugzeug hinkommt und unsere beiden Skipper das Gebiet wie ihre Westentasche kennen. Optimal also um eine völlig unerfahrene Crew in die Geheimnisse der Seefahrt einzuweihen.

Wir wählten das Schiff URSULA, eine Dufor 36 (10.9 m), die sich für diese Zwecke als ausgezeichnetes Schiff hervortat.

Skipper und Co-Skipperzoom

Skipper Raphael und Co-Skipper Sascha

 

Einkaufenzoom

Unsere Crew beim Einkaufen

Wasserbunkernzoom

Matthias, Sascha und Raphael beim Wasser tanken

Anreise und Übernahme

So reisten wir also mit zwei Autos am 06.09.2014 um 07:00 von Wien ab und machten uns an die 4.5 - 5h fahrt nach Portoroz. Alles verlief planmäßig und wir erreichten um ca 12:30 die Marina Portoroz. Dort angekommen hieß es erst mal warten, denn die offizielle Übernahme sollte erst um 15:00 stattfinden. Nach einem starken Kaffee und ein wenig Geplauder mit Frau Ester (Mitarbeiterin der Charterfirma) durften wir bereits um 14:15 mit dem Check des Schiffs beginnen.

Während wir also zu dritt das Schiff unter die Lupe nahmen, wurde der Rest der Crew zum Nahrungsmittel Bunkern geschickt. Die Angestellten der Firma hatten wohl nicht erwartet, dass eine Gruppe von Studenten derart pingelig wäre und jeden Quadratzentimeter des Schiffes unter die Lupe nehmen würde.

So fanden wir wie es meistens der Fall ist einige Kleinigkeiten die es zu beanstanden galt. So war das Werkzeug völlig verrostet und unbrauchbar, in der Motorbilge* fand sich eine Mischung aus Meerwasser und Öl, das Backbord* Navigationslicht hatte einen Wackelkontakt, die Dieselanzeige beschädigt und die Logge zeigt angenehme 54 °C Wassertemperatur an.
All das vermerkten wir auf der Checkliste und das meiste wurde auch sogleich wieder in Ordnung gebracht. Nur die tollen 54 °C und die beschädigte Dieselanzeige ließ sich nicht beheben.

Man erkannte sofort, wie der Respekt der Angestellten stieg, als sie bemerkten wie genau wir uns das Schiff ansahen. Das ist generell ein Tipp von mir, wenn ihr wollt, dass euch eine Charterfirma in positiver Erinnerung behält (und euch vllt. Stammkundenstatus verleiht) dann seid hier besonders genau.

Wenige Minuten nachdem wir unseren Check abgeschlossen hatten, kam die restliche Crew vom Einkaufen zurück und ab sofort herrschte Chaos unter Deck. Jeder wollte natürlich sein Zimmer einräumen und das Essen in der Pantry verstauen. Währenddessen kümmerten sich unsere Skipper um das Befüllen der Wassertanks.

 
Kojezoom

Backbord Achtern Koje

Pantryzoom

Pantry

Nasszellezoom

Nasszelle

 

Erste Brise

Danach hieß es erst mal 'Klar zum Ablegen?' und wenig später 'Vorleinen Los!'


Unser Ziel war es am ersten Abend, die Uhr zeigte bereits 17:00 als wir endlich ausliefen, eine kleine Runde zu drehen und der Crew ein paar Handgriffe beizubringen (Ablegen, Segelsetzen, Kurshalten etc.). Hierfür schien der Wind geradezu perfekt geeignet zu sein. Der Windex maß uns stetige 2 Beaufort* Wind an. Die Sonne schien und alles war perfekt.

Kaum hatten wir die Marina Portoroz verlassen, da setzten unsere Skipper die Segel und legten einen NW-Kurs an, der bei den herrschenden Windverhältnissen (N-NNO) als harter Amwind Kurs gerade noch segelbar war.
Es dauerte keine viertel Stunde, bis wir uns von der Landzunge Pirans freigesegelt hatten und sich uns an Steuerbord ein wunderbarer Blick auf Triest bot.
Außer dem schönen Blick auf Triest hatten wir jedoch noch mehr gewonnen, ein weiteres Beaufort und Böen in der 4er Gegend.
Der auffrischende Wind und die vorbildlichen Mägen unserer Crew führten dazu, dass wir an eben jenem Abend theoretisch bis Grado hätten Segeln können. Doch da Italien dieses Mal nicht auf unserer Agenda stand mussten wir schweren Herzens Wenden und unseren Bug wieder gen Westen neigen.

Die Sonne war inzwischen völlig untergegangen, das Wetter hatte uns gezwungen das erste Reff* des Großssegels einzubinden und vom Skipper war eine Schwimmwestenpflicht verordnet worden. Am Horizont schienen Triest, Koper, Piran und Umag sich gegenseitig um den Rang der hellsten Festtagsbeleuchtung zu streiten.

So war aus einer ursprünglich als Akklimatisationsfahrt gedachten Tour eine ausgewachsene Nachtfahrt mit Ansteuerung geworden. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 7 [!] Knoten* SOG.

Hier ist es wohl an der Zeit noch einmal zu betonen wie unglaublich herausragend diese Crew war. Selten habe ich es noch erlebt, dass jemand nach 5 Stunden Autofahrt noch für ein derartiges Unternehmen zu motivieren war.

Ablegenzoom

Ablegen in Portoroz

Erster Sonnenuntergangzoom

Sonnenuntergang auf See

 

Tour nach Süden -Schönwetter

Navitischzoom

Unser Kartentisch mit Plotter

Segelzoom

Segel unseres Schiffes Ursula

Manövertrainingzoom

Manövertraining der Crew

Portoroz - Piran - Umag - Bucht von Novigrad

07.09.2014 Wir liefen von Portoroz aus, unser Ziel war Novigrad. Dank der noch nicht auf Kroatien ausgeweiteten Schengen Zone, mussten wir zuvor noch in Piran bei der Polizei ausklarieren*, nach Umag fahren (unser Port of Entry) dort zuerst bei der Polizei einklarieren* und danach dem Hafenkapitän einen Besuch abstatten. Nachdem wir all das erledigt hatten, konnten wir endlich auslaufen und unsere Segel setzen. Ein gemütlicher 2-3er Wind trug uns gen Süden, die Sonne brannte bei 25-27 °C auf unsere Rücken und so bewegten wir uns langsam bis zur Bucht von Novigrad, in der wir einiges nach Sonnenuntergang ankerten.

Jetzt wurde noch geschwommen und gekocht was das Zeug hielt. Zu Ehren Poseidons öffneten wir die erste Flasche Rotwein und überließen ihm den ersten Schluck.

Bucht von Novigrad - Bucht von Rovinj

08.09.2014 Auch heute wieder weckte uns die Sonne glühend heiß und unbarmherzig. Auch der Wind hatte nichts Neues zu bieten. Um jedoch nicht die Übung zu verlieren hieß es heute Anker auf unter Segel! Und so machten wir uns wenig später entspannt auf bis nach Rovinj, wo wir auch ohne gröbere Zwischenfälle ankamen.

Bucht von Rovinj - Veruda

09.09.2014 Bei furchtbar schlechtem Wetter (26 °C Sonnenschein, kein Wind) liefen wir gegen 09:00 aus und wandten uns unter Maschine unserem nächsten Ziel, der Bucht Veruda südlich von Pula an der Südspitze Istriens, zu. Beim Auslaufen waren nur drei Mitglieder der Crew wach, alle anderen kämpften noch mit den Nachwehen des Vorabends. Diese drei machten sich also auf und stachen bei vollkommener Windstille in See.

Gegen zwölf Uhr war auch das letzte Crewmitglied dem Klammergriff der Daunendecken entkommen und wir legten einen Treibanker aus, um die Abdrift unseres Schiffes zu minimieren. Danach hieß es 'alle' Mann über Bord.

Als wir erneut die Maschine anwarfen, bot sich uns ein wunderbarer Anblick, in wenigen dutzend Metern Entfernung sprangen Delfine mit ihren Kleinen aus der spiegelglatten See. Wie in einem Märchen...

Heute übernahm Alexander Feuchtenhofer aus Übungszwecken die Navigation.
Wir beschlossen zwischen dem Festland und den Inseln des Nationalparks Brijun hindurch zu fahren, da sowieso reine Flaute* herrschte. Kaum hatten wir jedoch den Nordquadranten* an Steuerbord liegen gelassen*, frischte der Wind auf und wir sahen uns gezwungen Segel zu setzen.

Da es noch recht früh war, nutzten die Skipper die Gelegenheit um allen Crewmitgliedern jegliches Manöver einzutrichtern und so wurde 3 Stunden lang unter Segel Manöver geübt.

Als der Wind wieder abflaute, hatten wir die Bucht beinahe erreicht und mussten nur mehr die letzten 2 Seemeilen Motoren und ließen in Veruda den Anker fallen. Auch hier wurde wieder ausgiebigst gekocht und danach geringe Mengen Wein konsumiert um Neptun nicht zu verärgern.

Das Ganze zog sich bis 2 Uhr früh und das war unser Glück, denn ein Gewitter begann aufzuziehen und unser Wetterbericht hatte für den folgenden Tag Sturm und Schwerwetter vorhergesagt.
So kam also mitten in der Nacht emsiges Treiben in die Crew. Eine Lifeline* wurde ausgebracht, die Lifebelts* und Schwimmwesten vorbereitet, extra 10 Meter Kette gesteckt um ein Ausreißen des Ankers zu verhindern und alle Leinen klariert.
Danach gingen alle unter Deck. Wenige Minuten später schlug das Gewitter zu. Diese Nacht schlief unser Skipper nicht viel, der Anker hielt zwar bombenfest, aber man weiß ja nie.

 
Skipper im Sonnenscheinzoom

Berni im Sonnenuntergang

Co-Skipperzoom

Co-Skipper immer hoch konzentriert

Badewetterzoom

Absolutes Badewetter

 

Tour nach Norden - Schwerwetter

Veruda - Marina Rovinj

10.09.2014 Am Morgen erwartete uns Regen und Wind, viel davon. Der Wind hatte auf O-OSO gedreht und auf 4 Beaufort aufgefrischt. Alle legten Regenzeug, Schwimmwesten und Lifebelts an. Dann galt es wieder an Höhe zu gewinnen und nach Rovinj zu Segeln.
Innerhalb einer halben Stunde waren alle, die kein ordentliches Ölzeug besaßen komplett durchnässt und am Frieren. Aber wir machten ordentlich Fahrt, zwischen 7 und 8 Knoten.

Das war auch der Tag an dem wir den ersten Mageninhalt an Poseidon verloren. Die beiden Skipper schienen völlig in ihrem Element, Wasser troff ihnen von den Schultern. Doch ein eiserner Blick zeugte davon, dass in ihren Augen dieses Wetter 'Schönwetter' genannt werden sollte.

In kürzester Zeit hatten wir die Seemeilen nach Rovinj gefressen und man konnte an den Blicken der Crew erkennen, dass sich alle auf die Marina, eine warme Dusche und etwas zu essen freuten, doch sie hatten ihre Rechnung ohne die beiden Skipper gemacht. Auch die letzte Brise wurde ausgenutzt und vor Rovinj hin- und hergekreuzt. Schließlich brach die Wolkendecke auf und der Himmel bedachte uns mit ein paar letzten Sonnenstrahlen. Langsam fing der Wind an abzuflauen, was die Crew nicht davon abhielt sich ein kleines Rennen mit einer leider sehr viel besser besegelten Bavaria 49 Cruiser zu liefern.
Über den Ausgang müssen wir uns kaum unterhalten.

Am Abend liefen wir in Rovinj ein und ließen uns dazu hinreißen in eines der ausgezeichneten Fischlokale einzukehren.

Marina Rovinj - Bucht von Dajla

11.09.2014 Vollgetankt mit Wasser und aufgefrischten Nahrungsmittel machten wir uns auf den Weg weiter nach Norden. Für den heutigen Tag hatte der Wetterbericht eine äußerst unpraktische Windrichtung (NNO-NO) angesagt. Wir würden also aufkreuzen* müssen um Höhe zu gewinnen.

Es erwarteten uns Windstärken zwischen 5 und 6 Beaufort. Ein sehr netter Segelwind also. Innerhalb kürzester Zeit waren wir gezwungen das zweite Reff des Großsegels sowie des Vorsegels einzubinden um Krängung*, Abdrift* und Luvgierigkeit* zu verringern.

Der Seegang erreichte heute knappe 4 Meter Wellenhöhe, was an den Mägen einiger Teilnehmer nicht ganz unbemerkt vorbei ging. Ein wunderschöner Segeltag mit kaum Niederschlag und erneut Sonne am Abend.

Die von unserem 1. Offizier auserwählte Bucht war wunderbar sicher bei NO Wind und hatte zusätzlich extrem schönes, warmes Wasser. Genau das, was man nach einem harten Tag auf der Kreuz benötigte.

Bucht von Dajla - Umag - Piran - Portoroz

12.09.2014 Wir liefen in der Früh bei Flaute aus der Bucht Dajla aus und wandten uns nach Umag um auszuklarieren und das Land Kroatien zu verlassen. Die schwachen Windverhältnisse nutzten wir, um allen Interessierten das sogenannte Eindampfen in die Vorspring (Längseitsanlegen) beizubringen. Dieses Manöver kann man an der Zollmauer in Umag optimal üben, wenn nicht gerade Ebbe ist.

Während der Manöver frischte ein angenehmer NNO Wind auf. Wir verließen den Hafen von Umag und setzten unsere Segel mit dem Ziel Piran. Nach 3 Stunden auf der Kreuz mussten wir leider die Maschine starten, da wir ansonsten nicht rechtzeitig in Portoroz angekommen wären, um Tanken zu gehen. So klarierten wir noch schnell in Piran ein und setzten Kurs auf unser letztes Ziel, den Heimathafen.

Der letzte Tag war erneut ein wahres Wunder gewesen, erst kein Wind und dann Sonnenschein und eine steife Brise. Der Segeltörn endete somit exakt wie er begonnen hatte, atemberaubend.

Schwerwetterzoom

Die Wellengröße nimmt zu, je weiter man vom Land entfernt ist

Innenansichtzoom

Innenansicht bei ordentlicher Krängung

Matthias am Steuerzoom

Matthias am Steuer

 
Alex im Sonnenuntergangzoom

Jeden Abend erreichte uns doch noch die Sonne

Zopferlzoom

Top motiviert

Sascha am Steuerzoom

Sascha am Steuer

 

Begriffe:

*Beaufort - Windstärkeskala
*Bilge - Tiefster Punkt im Schiff, hier sammelt sich das Wasser
*Reff - Vorrichtung zum Verkleinern der Segelfläche
*Steuerbord - rechte Seite des Schiffs, wenn man von hinten nach vorne blickt
*Backbord - linke Seite des Schiffs, wenn man von hinten nach vorne blickt
*1 Knoten - 1 Seemeile pro Stunde
*1 Seemeile - 1,852 Meter
*Einklarieren - Verlassen eines Landes (Passkontrolle)
*Ausklarieren - Betreten eines Landes (Passkontrolle)
*Flaute - Windstille
*Nord-/Ost-/Süd-/Westquadrant - Ein Seezeichen, an dem man in nord-, ost-, süd- oder westlicher Richtung vorbeifahren muss
*etw. an Steuerbord liegen lassen - Backbord daran vorbei fahren
*Lifeline - Leine, die vom Bug bis zum Heck an Steuerbord und Backbord vertäut wird, an welchem man sich mittels -
*Lifebelt - bei Schwerwetter anhängen kann, um nicht über Bord zu gehen.
*Aufkreuzen - ein Segelboot kann nicht gerade gegen den Wind fahren, sondern nur in einem Winkel von ca 45°. Liegt ein Ziel also exakt in Windrichtung muss man einen Zick-Zack Kurs fahren, um Höhe zu gewinnen
*Krängung - Schieflage des Schiffes
*Abdrift - Seitlicher Versatz zum gewünschten Kurs eines Segelschiffes (durch Winddruck)
*Luv und Lee - Wind zu- bzw. abgewandte Seite
*Luvgierigkeit - Drehmoment, welches versucht das Schiff in den Wind zu drehen


Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Törn ein voller Erfolg war. Die Woche bot jedem etwas, von Badewetter und ruhigen Buchten über Nachtanfahrten unter Segel und Sturm am Tag.

Ich kann die Crew kaum hoch genug loben, selten hab ich es noch erlebt, dass es keinen einzigen Streit an Bord gegeben hat, und das obwohl wir zu 7. auf einer 10.9 Meter Yacht unterwegs waren und somit auf wirklich engem Raum lebten. Auch habe ich es noch nie erlebt, dass sich keiner beschwert hat.
Von den Mägen unserer Teilnehmer ganz zu schweigen, die See war wirklich stürmisch, aber es haben sich alle gewaltig gut gehalten und das, obwohl selbst mir öfters flau in der Magengegend wurde.

Das Segelgebiet ist wirklich genial, ich liebe das oftmals unberechenbare Wetter in der nördlichen Adria zu dieser Jahreszeit. Leider bieten hier die Buchten nicht die selbe Wasserqualität als jene in Griechenland oder gar der südlichen Türkei, aber zum Segeln ist dieses Gebiet wahrlich wunderbar.

Die Städte an Istriens Küste sind auch wunderschön, leider hatten wir nicht wirklich Zeit diese zu erkunden. Vielleicht das nächste Mal!

Das Gebiet bekommt von mir eine klare Empfehlung!

Was den Vercharterer anbelangt (Inter Mares, ehem. Jonathan Yachting), sie begegneten uns mit ziemlich viel Misstrauen, was teilweise berechtigt ist, wenn man davon hört, wie manche Studenten die von Ihnen gecharterten Schiffe hinterlassen. Umso angenehmer war es, die Änderung im Respekt unserer Ansprechperson (Frau Ester) mitzuerleben, als diese erkannte, dass wir das Schiff in makellosem Zustand retournierten.
Vom Vercharterer würde ich mir wünschen, dass auch gegen Ende der Saison die nautischen Karten noch in akzeptablem Zustand sind und die Mitarbeiter beim Checken der Yacht etwas mehr Wert auf Details wie Werkzeug und Ankerwinsch legen.

Ansonsten war der Vercharterer top, bei der Rückgabe nicht kleinlich. Aber ich empfehle bei der Übernahme besonders penibel vorzugehen!


Der Törn in Zahlen:

  • 7 Tage
  • 200 Seemeilen davon 125 unter Segel
  • 25 Motorstunden
  • 40 Liter Sprit getankt
  • 700 Liter Wasser getankt

Gesamtkosten:

450 € p.P. all inklusive

Autor:
© Raphael Unterrainer


Bilder:
© Sophie Brasseur, Jessica Pichler & Alexander Feuchtenhofer

 

 
 
 

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