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Alpannonia Ost (Alpannonia Ost)

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Alpannonia Ost

Mönichkirchen


Wechselpass – Hutwisch – Geschriebenstein – Köszeg/Güns (HU)

24.-27.08.2014

 

Wir hatten eine vom Wetter sehr begünstigte, aber doch lange Wanderung am Ostteil des Alpannonia-Weges. Der Weg war (meistens) in beide Richtungen gut beschildert und markiert. Er führte uns nahe der steirischen Grenze relativ „oben“ durch die Bucklige Welt, was herrlich weite Aussichten ermöglichte, dann aber auch durch viele Wälder, in denen Pilzsaison angesagt war. Manche schöne Exemplare konnten wir einfach nicht stehen lassen. Der anschließende burgenländische Teil setzte diesen Eindruck fort und gipfelte in der Überschreitung des „Günser Gebirges“, das am Geschriebenstein/Írottkö den höchsten Punkt aufweist. Von dort gings -von zwei Gegensteigungen abgesehen- hinunter in das schöne Städtchen Köszeg/Güns.

Aber jetzt der Reihe nach:

 

So., 24.08. (15 km, +470 Hm, -380 Hm, Gz. 4 ¾ h):

Nach guter Anreise mit der Wechselbahn nach Tauchen-Schaueregg befassten wir uns zuerst mit dem Ort, der teilweise in der Stmk., teilweise in NÖ liegt (und noch dazu irrtümlich eine burgenländische Postleitzahl trägt!). Der Tauchenbach bildet die Landesgrenze und ihm folgten wir eine Weile am Weg nach Mönichkirchen. Dort trafen wir erstmals die roten Zeichen des Alpannonia Weges. Wir besuchten auch den originellen Modellpark Erzherzog Johann. Auf 4000m2 fanden sich unzählige Modelle des Habsburger-Reiches von einem einzigen Mann geschaffen, durch die uns der steirische Eigentümer sehr humorvoll führte.

Der Weg führte uns sodann über den Hartberg nach Schlag bei Zöbern – ein Abschnitt, der  direkt auf dem WWW 02 verläuft. In Schlag nächtigten wir im Ghf „Zum Schloss Ziegersberg“.

 

Mo., 25.08. (15 km, +420 Hm, -400 Hm, Gz. 4 ½ h):

Vorbei am Schloss Ziegersberg führte der Weg auf der Nebenstraße nach Pichl. Kurz vor dem Waldbauernriegel trennten wir uns vom 02er und wanderten vorwiegend durch herrliche Wälder zum Höhwirt. Da dieser einzige Stützpunkt am Weg Urlaub hatte (was mir ein lieber Kollege frühzeitig „zusteckte“), hatten wir schon von Schlag ein Jausenpackerl mitbekommen und das verzehrten wir auf einem sonnigen Bankerl vor dem Haus. Dann gings weiter, hinauf durch schönen Nadelwald zur Hutwisch-Aussichtswarte. Die Aussicht übers Land bis zum Masenberg, auf der anderen Seite bis zum Neusiedlersee war beeindruckend. Die Krönung des Hutwisch-Besuches war aber eine Einladung zu Kaffee und Kuchen durch Einheimische, die ein Geburtstagspicknick abhielten. So waren wir wieder voll bei Kräften, als es über die aussichtsreichen Höhen bei Harmannsdorf weiterging. Vor Kalteneck erreichten wir unbemerkt burgenländischen Boden. Unser Tagesziel war der „Gugelhupf“ bei Redlschlag, ein künstlicher Erdkegel, der eine großartige Aussicht bot. Von hier holte uns ein Kleinbus ab, und brachte uns zum Landhotel Kohlstätterhof, in dem wir 2mal nächtigten und folglich am nächsten Tag nur mit Tagesrucksack gehen konnten. Ein Abendspaziergang durch Oberkohlstätten rundete diesen schönen Tag ab.

 

Di., 26.08. (23 km, +750 Hm, -960 Hm, Gz. 7 ½ h)

Der Kleinbus brachte uns in der Früh im Regen wieder zurück zum „Gugelhupf“, wo wir unseren „Alpannonia“ fortsetzten. Der Weg führte zuerst durch Föhrenwald auf das „Steinstückl“ hinauf. Dann stets bergab Richtung Stuben, das wir aber nicht betraten, denn vorher leitete uns die Markierung wieder bergauf. Der Tafel „Sackweg zum Speckkammerl“ folgten wir. Oberhalb der sagenumwobenen Felswand gab es noch einen anderen Weg nach Bernstein, sodass wir nicht wieder über den steilen, feuchten Hang zurückgehen mussten. Der Regen hatte auch gänzlich aufgehört. Der Name Bernstein täuscht – es ist der einzige Fundort von Edelserpentin! Kunstvolle Figuren und Schmuck werden hier in mühsamer Handarbeit gefertigt. Wir hatten das Glück gegen einen kleinen Beitrag durch so eine Schleiferei geführt zu werden. Es war zwar kein Betrieb, aber die Führerin arbeitete ja selbst dort und erklärte daher alles sehr lebendig. Nach einer Pause begaben wir wieder auf den Weg. Und dieser Nachmittag stellte sich als wirklich fordernd heraus. Wir wanderten zuerst Richtung Grodnau, dann auf Forstwegen hinauf nach Oberhasel. Der lange Abstieg nach Goberling war schon weit gemütlicher. So viel Wald und so viel Schwammerln… In Goberling erinnerte ein kleines Bergbaumuseum an die Zeit, als hier Antimon (wird für Legierungen verwendet) gefördert wurde. Nach einer kurzen Pause gings auf den Höhenrücken des Reitboden. Weite Aussicht belohnte den steilen Aufstieg, aber dann wieder hinunter durch einsamen Wald zum Biotop von Unterkohlstätten. Hier begann der Kreuzweg nach Oberkohlstätten. Zum Abendessen hatten wir einstimmig das „Eierschwammerlgulasch“ ausgewählt – und das schmeckte uns nach so viel Wald besonders gut!

 

Mi., 27.08. ( 25 km, +770 Hm,. -1050 Hm, Gz. 7 ½ h)

Auch heute nur Tagesrucksack, denn das andere Gepäck und die Schwammerln wurden zum Bhf. Köszeg nachgeführt. Das war gut so, denn dieser letzte Tag war der längste. Mangels Unterkunft gab es aber dazu gar keine Alternative. Gleich nach dem Frühstück wanderten wir Richtung Hirschenstein. Vor dem Eintreten in den Wald hatten wir noch einen dieser reizenden Blicke bis weit in die Oststeiermark. Der Weg führte uns dann ständig steigend, relativ bequem auf den Kleinen Hirschenstein. An zahlreichen Stellen blühte der Schwalbenwurz-Enzian im Wald. Durch einen Sattel gings dann hinüber zum Großen Hirschenstein. Dort steht zwar ein Gipfelkreuz, aber die Sendestation des ORS stört den Eindruck empfindlich. Auch am nächsten Gipfel steht ein Sender. Vorwiegend durch Nadelwald wanderten wir zur Geschriebenstein-Straße B 56. Im Waldgasthof, der sich jetzt „Die Ranch“ nennt, stärkten wir uns, ehe wir am Forstweg zum Geschriebenstein-Gipfel weitergingen. Mit seinen 884 m ist er nicht nur der höchste Berg des Burgenlandes sondern auch des Ungarischen Transdanubien. Die steinerne Aussichtswarte steht direkt an der Grenze (Grenzstein in der Warte!), die heute nicht mehr zu fürchten ist. Auf der Warte hatten wir schon drohend schwarze Wolken bemerkt, und die ließen jetzt einen Regenguss niedergehen. Kaum hatten wir die „Regenhaut“ an, wars auch schon wieder vorbei. Etwas später wiederholte sich dasselbe Spielchen. Trotzdem stiegen wir großteils in der Sonne durch schönen Laubwald zu den „Steirerhäusern“ ab. Ein Stück weit war der Weg durch Forstfuhrwerke tief aufgefahren, bot aber sonst keinerlei Probleme. Die Markierung des Alpannonia war (mit Ausnahme einer Stelle beim Óház) auch auf ungarischem Boden sehr gut. Eine Gegensteigung hatten wir nach Querung eines Tälchens bei der Quelle „Szikla forras“ (mit eindrucksvollem Marien-Felsen) zum Sattel beim Zeigerberg zu bewältigen, dann gings auf einer Forststraße bis zum letzten Steilanstieg zum Óház (Altes Haus) Aussichtsturm, der auf der Burgruine errichtet wurde. Der Abstieg in die Stadt Köszeg erfolgte dann recht flott, und auch ohne das Naturparkhaus zu besuchen, damit wir noch zu einer Altstadtrunde kamen. Seit meinem letzten Besuch hatte sich hier beim Erscheinungsbild sehr viel zum Positiven gewandelt. Dass der Bhf. immer noch weit draußen in der Vorstadt lag, war zwar logisch, aber unangenehm. Mit einem „Jenbacher Triebwagen 5147“ der Raaberbahn rumpelten wir recht flott über die kurzen Gleise nach Szombathely. Der alte Bahnhof aus der Kaiserzeit wurde in den letzten Jahren mustergültig renoviert und modernisiert. Und auch bei der Weiterfahrt mit einem brandneuen Raaberbahn-Triebzug nahmen wir -einmal mehr- recht schöne Eindrücke aus Ungarn mit nach Hause.

Es waren vier wunderbar wanderbare Tage in einem fröhlichen Grüppchen in einem Gebiet, das von Wien aus allzu selten begangen wird.

 

Martin Seemann

Tel. 02233/55860

seemann.martin@gmx.at 

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