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Bemerkenswertes im Pittental (Bemerkenswertes im Pittental)

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Bemerkenswertes im Pittental

Georgistollen

Beim Georgistollen

Tageswanderung

Seebenstein – Bergschloss – Schiltern – Weißjackl – Leiding - Pitten

(15 km, + 480 Hm, -500 Hm, reine Gehzeit ca. 5 h)

12.06.2014

Der Treffpunkt war diesmal im ersten Wagen des Regionalzuges Richtung Wr. Neustadt. Zu diesem Zeitpunkt hatte wohl niemand der großen Gruppe gedacht, dass wir den ganzen Tag hindurch trocken bleiben würden – bei der Wettervorhersage. Es war aber durchwegs sonnig, zwar schwül, aber im Wald absolut erträglich.

In Seebenstein wanderten wir, zuerst am ehemaligen Schlosspark des Talschlosses entlang zum „Neuen Schlossweg“. Diese Waldstraße führte uns zum Bergschloss. Den Abstecher zur „Lutherkanzel“ belohnte die prächtige Aussicht. Natürlich beschäftigten wir uns angesichts des Bergschlosses mit seiner Geschichte. Der „Alte Schlossweg“ führte uns dann weiter zur Templerhöhle. Im Tal angelangt, benützten wir den schönen Waldlehrpfad „Hampelweg“ bis nach Schiltern.

Es gibt zwar noch die Wegtafel zum Weißjackl, die angegebene blaue Markierung ist aber kaum mehr zu finden. Sollte jemand privat auf den Weißjackl gehen wollen, empfiehlt es sich den Pittener Rundweg von Pitten - Leiding her zu benützen; der ist relativ gut betafelt. Ich hatte die Gegend schon vorher erkundet und so kamen wir ohne Probleme auf dem steilen Weg zum Gipfel. Dabei entdeckten wir Türkenbundlilien und auch noch einen letzten Diptam in Blüte. Etwas abseits des Weges steht Gipfelkreuz „Schiltener Kreuz“ (mit Buch) mitten im Wald. Um Aussicht zu haben, stiegen wir „wild“ zu einem Forstweg ab, der uns zum Sender führte. Von dem freien Platz schweift der Blick über Pittental und Steinfeld, umrahmt von Wechsel, Rax, Schneeberg und Hoher Wand. Sodann folgten wir der Forststraße nach Leiding, wo wir im Ghf. Krenn zu Mittagessen einkehrten und angenehm im schattigen Garten sitzen konnten.

Da von den prophezeiten Unwettern noch immer keine Spur war, führte ich die Tour in vollem geplanten Umfang weiter: Zuerst auf der Forststraße vorbei am Grafenkreuz, sodann auf einer Wegspur in den Sattel zwischen der Pittener Burg und Weinberg. In dessen Nähe befinden sich die Reste eines keltischen Burgwalles – lang nicht so imposant wie in Sopron am Burgstallberg, aber doch interessant. Der Abstieg von Weinberg nach Pitten erfolgte über den alten, blau markierten Hohlweg. In Pitten war zuerst Kultur angesagt: wir besuchten den Georgistollen, der vor einigen Jahren von gefährlichen Kriegsrelikten befreit werden musste, und dessen Mundloch dabei zur Erinnerung an die Bergbaugeschichte Pittens renoviert wurde. Kaum zu glauben, dass Pitten das Zentrum des Eisenhüttenwesens im südlichen NÖ war und der Schlossberg von zahlreichen Stollen aus dem 18. und 19. Jh. unterminiert ist. Interessant ist auch die „Ofensau“ am Ort der einstigen Eisenhütte. Ofensau ist kein gebratenes Schwein oder gar ein Schimpfwort, sondern die offizielle Bezeichnung für den Roheisen-Schlacke-Rest, der im Hochofen unterhalb der Abstichöffnung verbleibt. Der nächste Punkt auf unserem Ortsrundgang war der Rosengarten – diesmal in üppiger Blüte!

Fast schon zur Tradition gehörte der Abschlusskaffee zum Ausklang eines Tages, der uns wieder einmal ein Stückchen wanderbare Heimat intensiv erleben ließ.

 

Martin Seemann

Tel. 02233/55860

seemann.martin@gmx.at  

 
 
 

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