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Großsierning (Großsierning)

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Großsierning

Krippenandacht

Tageswanderung

Großsierning – Haunoldstein - Pielachhäuser – Neuhof – Mauer bei Melk – Nölling – Gerolding – Hohenwarther Höhe – Am Hohen Stein - Kloster Schönbühel

(19 km, +400, -410 Hm, Gehzeit  5 h)

 

09.01.2014

 

Es war eine ungewöhnliche Tour – in jeder Beziehung:

Nebelverhangen, aber mit Plusgraden -und vor allem ohne Schnee- zeigte sich dieser Tag mitten im Hochwinter. So konnten wir den gesamten Weg problemlos zurücklegen (was bei Schneelage sicher nicht so ohne weiteres möglich gewesen wäre).

Ausgangspunkt war die Hst. Großsierning an der Westbahn. Die ersten beiden Kilometer marschierten wir auf asphaltierten Ortsstraßen bis zur Pielach. Ihrem bewaldeten Durchbruchstal folgten wir dann bis Neuhofen. Dort benützten wir einen Feldweg, später einen Wiesenweg, zur Kirche von Mauer bei Melk. Diese ehemalige Wallfahrtskirche „Maria am grünen Anger“ steht außerhalb des Ortes und ist wegen ihres, von einem (oder mehreren?) unbekanntem(n) Meister aus Lindenholz geschnitzten Altares berühmt. Sein Figurenschmuck ist durch fast schon barock anmutende Bewegtheit atypisch für die Spätgotik, aus der er stammt. Das besonders schöne, hoch aufgehende Sakramentshäuschen ist jedoch unschwer der Gotik zuzuordnen. Die Gnadenstatue am Hochaltar wiederum ist durch den späteren, barocken Altaraufbau schwerer der Gotik zuzuordnen.

Nachdem wir uns diese kunstvoll ausgestattete Kirche eingehender zu Gemüte geführt haben, begaben wir uns wieder auf den Weg. Wir erstiegen den Höhenrücken „Hochstraße“, der schon durch seinen Namen auf einen alten (römischen) Straßenverlauf hinweist, ehe wir über Lerchfeld nach Nölling zum Hirschenwirt kamen. Schön, dass es dort immer noch üblich ist, die Suppe für alle in einer Terrine auf den Tisch zu stellen.

Unterhalb der Kirche von Gerolding wanderten wir weiter, wobei wir einen kleinen Abstecher zum „Schlangenstein“ machten, der oft als „keltischer Opferstein“ bezeichnet wird. Durch viel Wald führte uns dann der Weg auf die Hohenwarther Höhe, die durch den Nebel leider ihre Aussicht versteckte.

Am Abstieg zur Donau fielen uns die intensiven Forstarbeiten in den zum Schloss Schönbühel gehörenden Wäldern auf (das hatten wir doch schon am Welterbesteig!), aber zum Glück war der Weg nicht gesperrt. Durch die Arbeiten waren auch die Forststraßen verändert stark befahren und optisch kaum auseinanderzuhalten. Da waren wir froh, dass Franz sein GPS-Gerät mithatte und uns stets den Hauptweg wies. Rasch waren wir beim ehemaligen Servitenkloster Schönbühel an der Donau, das durch einige Freiwillige liebevoll betreut wird. Zuerst führte uns Fr. Haar durch die weihnachtlich festlich geschmückte Kirche. Der Gründer Graf Starhemberg hat hier an der Stelle eines früheren Blashauses ein barockes Gesamtensemble entstehen lassen. In den felsigen Abhang zur Donau „geklebt“ spannt es den Bogen von Geburt Jesu (Nachbildung der Geburtsgrotte von Betlehem) über den Tod (Kalvarienberg beim Eingang zum Kloster) bis zum Grab (hinter dem Hochaltar eine originalgetreue Nachbildung des Grabes Christi in der Jerusalemer Grabeskirche). Für mich persönlich geht’s noch weiter zur Auferstehung, denn vom Grab kommt durch eine Tür ins Freie auf eine Altane, auf der man – praktisch oberhalb der Donau stehend - einen weiten Blick über das Schloss Schönbühel nach Melk und bei sehr sichtigem Wetter sogar in die Ennstaler Alpen hat. Fernsicht hatten wir leider nicht, aber schön war es doch. Und dann gabs noch eine Überraschung: im ehemaligen Refektorium war eine festlich gedeckte Kaffeetafel angerichtet. Nach dieser stimmungsvollen Stärkung gingen wir wieder in die Kirche und hielten bei einer Krippenandacht inne.

Es war schon dunkel, als wir den Fußweg in den Ort Schönbühel begingen, von wo wir nach einem guten Wachauer Achterl die Heimreise antraten.

 

Martin Seemann

Tel. 02233/55860

seemann.martin@gmx.at  

 

 
 
 

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