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Wachauer Welterbesteig - Etappe 13 (Wachauer Welterbesteig - Etappe 13)

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Wachauer Welterbesteig - Etappe 13

Weingartenweg

Der Weingartenweg

Etappe    (Kleinwien-) Hals – Stift Göttweig -Furth – Mautern – Stein - Krems

(16 km, +510Hm, -550 Hm, reine Gz ca. 5 h)

11.04.2013

Obwohl der Winter heuer bis in den April gedauert hat, hatten wir einen wunderbar „wanderbaren“ Tag. Ich denke es war der erste wirklich frühlingshafte Tag im Jahr mit Temperaturen an die 20°C.  Von der Bahnhaltestelle Kleinwien gingen wir zuerst auf einem Waldweg parallel zur Bahn in den Sattel am Hals. Dort trafen wir wieder die vertraute Markierung des Welterbesteiges, die uns den steilen Weg zum Benediktinerstift Göttweig wies. Weil wir heute ja eine besonders „kulturgespickte“ Abschlusswanderung am Wachauer Welterbesteig vorhatten, gingen wir gleich einmal auf der Westseite um das Stift herum. Dabei sahen wir die mächtigen Stützmauern des mittelalterlichen Klosters. (Auf der Westseite blieb der barocke Umbau ja wegen leerer Kassen unvollendet). Von der Terrasse genossen wir die Aussicht auf Stein und Krems. Dann gingen wir durch den recht attraktiv gestalteten Gang, in dem das Leben der Bendiktiner vorgestellt wird, hinauf in den Klosterhof. In der Stiftskirche und der Krypta mit dem Grab des Hl. Altmann kamen wir ein wenig zur Ruhe.

Der markierte Weg nach Furth war wegen gebrochener Bäume gesperrt, aber es gab noch einen zweiten, der uns an den Pfeilerresten des Materialaufzuges vom Stiftsumbau im 18.Jh. vorbeiführte. In Furth angelangt, fiel uns die Lage des Kirchenschiffes der Pfarrkirche quer über einer Straße auf.

Zum Mittagessen wurden wir wieder im Gasthof „Zur goldenen Krone“ bestens bedient. In diesem schönen Rahmen wurde mir von den lieben Teilnehmern auf besonders passende und persönliche Art und Weise für die Führung (seit Feb. 2011) am Welterbesteig gedankt.

Nach dem Mittagessen wanderten wir durch den Zellergraben mit seinen steilen Lösswänden und schließlich durch die Weingärten Richtung Mautern. Immer wieder ging der Blick zurück zum Stift Göttweig, dann hielten wir an einer Geländekante [„ad vineas“], um uns angesichts von Mautern und Stein-Krems mit der Geschichte dieses Gebietes in der ausklingenden Römerzeit zu befassen, in der der Hl. Severin eine besondere Rolle spielte. In Mautern stehen noch Mauern des römischen Favianis, aber auch sonst gibt es in Mautern einige architektonische Kostbarkeiten zu entdecken.

Die Donaubrücke Mautern-Stein hat ihre ganz besondere Geschichte, auf die Inschriftentafeln am 1. Brückenpfeiler in zyrillisch und deutsch hinweisen.

Stein wartet mit historisch bemerkenswertem Ortsbild auf. Gleich hinter dem Linzertor liegt das Wohnhaus des Barockmalers Martin Johann Schmidt („Kremser Schmidt“), von dem wir später noch etliche Altarblätter zu Gesicht bekamen. Durch die „Hintere Fahrstraße“ und den Malerwinkel gingen wir zur ehem. Frauenbergkirche, deren mächtiger Turm das Stadtbild prägt. Über eine an den Fels geschmiegte Stiege kamen wir zur Pfarrkirche St. Nikolaus und zur „Steiner Landstraße“ hinunter. Durch die Neutorgasse wechselten wir auf den anderen Ast des Welterbesteiges, denn wir hatten ja bei der 1. Etappe den Kögelberg ausgelassen, und das wollten wir jetzt nachholen. Aber wir hielten uns nicht streng an den Wegverlauf, denn wir sahen uns gleich die Donau-Uni Krems an, die neben moderner Zubauten auch die sehr ansprechend renovierten Gebäude der ehem. Tabakfabrik nutzt. Wir nützten die schönen Lokalitäten um uns selbst ein wenig zu „renovieren“ (rasten, Kaffee einfüllen und ausleeren…). Die asphaltierte Straße auf den Kögelberg mieden wir, indem wir einen uralten Weingartenweg benützten und als Fleißaufgabe auch noch den Kremser Kreuzberg bestiegen. Die Anstrengung lohnte sich – die Sicht reichte im Osten bis Greifenstein und im Süden schaute hinter dem Stift Göttweig sogar der Schneeberg in seiner weißen Pracht hervor. An diesem besonderen schönen Punkt setzten wir einen leisen aber passenden Schlussakkord mittels eines Schluckes Bailoni-Wachauer-Marillenbrand.  Am Abstieg nach Krems sahen wir die ersten Blüten auf einem Mandelbaum – sichtlich zog der Frühling doch ins Land. Auch die hoch aufragende, gotische Piaristenkirche (mit barocken Altären – „Kremser Schmidt“) besuchten wir noch, ehe wir am Hohen Markt den offiziellen Endpunkt bzw. Anfangspunkt  des Welterbesteiges erreichten. Beim Simandlbrunnen kamen wir auf die bekannte „Kremser Landstraße“. Schön, dass wir als Wanderer nicht eine „Simandl-Bruderschaft“ gründen müssen, um aus dem Haus zu kommen! Wir haben den Tag als Finale auf unserem Wachauer Welterbesteig erlebt und einmal mehr festgestellt, dass die Wachau im Zusammenklang von Kultur, Natur und Landschaft etwas Einzigartiges darstellt und zu jeder Jahreszeit wert ist, besucht zu werden. Danke allen Mitwanderern, die auf allen Touren am Welterbesteig für ein rundum „passendes Klima“ sorgten. Wenngleich wir den Welterbesteig nunmehr „abgegangen“ sind, so werden wir dem Reiz der Wachau auch in Zukunft nicht ganz absagen können, und für die eine oder andere Wanderung wiederkommen.

(Hier wieder ein „Klick“ zu den Bildern)


Martin Seemann

Tel. 02233/55860

anneliese.seemann@schule.at

 

 

 
 
 

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