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2-malige Zentralalpenüberquerung - 5550 Höhenmeter und 375 Kilometer mit dem Mountainbike mit Max Mader (5550 Höhenmeter u. 375 Kilometer mit dem MTB )

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2-malige Zentralalpenüberquerung - 5550 Höhenmeter und 375 Kilometer mit dem Mountainbike mit Max Mader

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Auf die Idee zu dieser Tour brachte mich unser TG Mitglied Sepp Stauder, der im Jahr 2006 alleine diese Tour versuchte aber wegen technischer Probleme am Rad nicht vollständig durchführen konnte. Also plante ich sie für Juni 2007 mit kleinen Abänderungen und staunte nicht schlecht als sich 9 Teilnehmer davon zwei über 70, sechs über 60 Jährige und ein noch Berufstätiger - meldeten. Für eine spürbare Erleichterung sorgte das Begleitauto für das Gepäck und etwaige nicht vorhersehbare Probleme. Toni und Maria Berger stellten sich für diesen Dienst zur Verfügung.

 

1. Tag

 

Am 18. Juni um 5 Uhr Früh war es dann soweit: Mit 3 Autos fuhren wir nach Ferleiten und stellten sie auf dem dortigen Parkplatz ab. Gleich bei der Ankunft gab es ein Problem mit einem Rad, eine Sattelschraube ging Flöten und es musste schnell Ersatz organisiert werden. In Flusch konnte das Ersatzteil ausgeliehen werden.

Ich dachte mir, das fängt ja gut an: Technische Probleme und noch dazu wurde das Wetter immer schlechter. Die Nebel hingen bis auf ca. 1700 m herab und es regnete leicht. Doch die Männer waren nicht mehr zu halten und so nahmen wir den ersten Anstieg hinauf zum Fuschertörl. Jeder fuhr sein Tempo - je weiter es hinauf ging, um so besser wurde das Wetter und so trafen sich alle am Fuschertörl(2400m) wieder dem 1. Höhepunkt unserer Tour. Im dortigen Restaurant machten wir einen Einkehrschwung. Karl, der stark verkühlt war, nahm ab ungefähr der Hälfte die Hilfe des Autos in Anspruch.

Nach der Rast und einer kurzen Abfahrt fuhren wir hinauf zum Mittertörl und dem Hochtor auf 2504m. Die Höhe machte einigen Hörprobleme da sie meine Anweisungen missachteten, aber mit dem muss man leben solange es nur Kleinigkeiten sind. In kontrollierter Fahrt ging es hinunter nach Heiligenblut wo wir den spätgotischen Flügelaltar in der dortigen Wallfahrtskirche besuchten.

Durch das Mölltal hinaus empfing uns ein kräftiger Gegenwind und so musste Windschatten gefahren werden. Sepp mit seinen 79 Lenzen behagte das gar nicht und so schimpfte er wie ein Rohrspatz mit uns. So fuhr er fast 50 Kilometer alleine und da wir in Winklern einkehrten fingen wir ihn erst vor Obervellach(unser 1. Quartier) wieder ein.

Bei einer solchen Radtour weiß man am Vortag nie genau wo die nächste Unterkunft sein wird, so habe ich immer bei 100%iger Sicherheit 6 bis 8 Std. vor Ankunft per Handy für die 11 Personen Zimmer gesucht und auch gefunden. Die Adressen und Tel. Nr. habe ich zu Hause im Internet herausgesucht.

Beim Kirchenwirt in Obervellach war dann unsere Etappe zu Ende, alle konnten schöne Zimmer beziehen und sich den Tagesschweiß hinunterbrausen. Der Flüssigkeitsbedarf wurde ergänzt und die Tageskalorien wieder aufgefüllt. Jeder ging nicht zu spät, aber zufrieden ins Bett.

 

2. Tag

 

Der zweite Tag begann mit einem guten Frühstück und einem Telefonat mit dem nächsten Stützpunkt in Sittich bei Feldkirchen.

Unsere Tagesroute wollte ich am Mölltalradweg fortsetzen, aber nach einigen Kilometern gaben wir auf, weil man damit keine Entfernungen machen kann. Die Wege sind wohl sehr interessant, führen aber hin und her und auf und ab. 9 Radler sind im Pulk natürlich ein Hindernis für einige Autofahrer. Aber wir ignorierten so manches Hupen und benutzten wieder die Landesstraße bis Möllbrücke. Von dort führt dann ein schöner Radweg über Spittal-Paternion-Feistritz-Kellerberg nach Villach. Bei dieser Teilstrecke brauchte ich für mein Vorderrad 2 Ersatzschläuche und Kameradenhilfe zum Aufpumpen des Reifens. Günter und Herbert sind da Profis.

Der Radweg geht dann von Villach zum Silbersee. Jene, die eine Badehose mithatten fanden so im See eine wohlbekommene Abkühlung. Weiter ging´s nach Velden und bei großer Hitze dem Nordufer des Wörthersees entlang nach Pörtschach wo ein Gruppenfoto gemacht werden musste. Schließlich brauchten wir einen Beweis für den südlichsten Punkt unserer Tour. Die Strecke führte uns weiter hinauf nach Moosburg und die lange leicht steigende Gerade Richtung Feldkirchen. Die Hitze und schon weit über 100 Km in den Beinen, das machte mich mürb, bin ich doch kein Soletti sondern ein ganz ordentliches Kaliber.

Bei der Abzweigung Maltschachersee warteten die Kameraden und die Suche nach der Quartieradresse konnte beginnen. Sittich fanden wir gleich und auch unsere Pension Rauter ging nach einer kurzen aber giftigen Steigung bald her. Die Begrüßung unserer Wirtsleute Kathi u. Karl war entsprechend herzlich und der erste Durst wurde mit einem Bier gestillt. Nach dem nötigen Frischmachen wurde gegessen und im Gastgarten die Halbzeit der Tour gefeiert, was ich dann am nächsten Tag aber büßen musste.

 

3. Tag

 

Am dritten Tag waren die Nockberge unser Ziel. Obwohl wir schon früh aufs Rad stiegen, stach die Sonne schon ordentlich herunter. Gleich nach Feldkirchen ist eine Steigung die mir Gewissheit darüber gab, heute einen schlechten Tag zu haben. Die Freunde sind mir gleich enteilt - nur Ernst begleitete mich über die schöne Strecke, die teilweise einen Radweg hat, hinein bis an den Fuß der Nockalmstraße. Mein Zustand war schlecht, die Beine wie Pudding. Da stellte ich mir die Frage wie ich bei 30°C die anstehenden 1000 Hm zur Schiestlscharte schaffen sollte?

Die ersten 200 Hm gingen recht zäh, doch welch ein Zufall: Ich sah Erwin bei einem Auto stehen und dachte schon, er hätte für mich eine Mitfahrgelegenheit organisiert - doch die Lenkerin wollte nur eine Auskunft von ihm. Da er aber ohne Brille nichts erkennen konnte war er froh dass ich nachkam. Der älteren Frau konnte ich natürlich helfen und machte ihr die Nockalmstraße schmackhaft, und bei dieser Gelegenheit fragte ich auch, ob sie mich mitnehmen könnte. Ja wenn mein Rad in ihren Punto hineinpasse, habe sie nichts dagegen.  Mein Bike war noch nie so schnell zerlegt und schon saß ich im Auto. Bei der Mautstelle sah ich dann wie Erwin und Karl ihre Räder in Autos verstauten und wir Drei so der Hitzeschlacht zur Schiestlscharte entgehen konnten.

Konrad, Herbert, Peter, Günter, Ernst und unser Senior Sepp bewältigten diese herrliche Bergstraße mit einer Pause am See und wir empfingen sie mit großem Hallo bei der Glockenhütte. Die 7-Kilometer-Abfahrt ins Grundtal und der Anstieg wieder hinauf zur Eisenreichhöhe verlangte den Bikern wohl alles ab. Die Freude über das Geleistete und die herrliche Welt der Nockberge machte die Mühen aber wieder vergessen. Die letzte Abfahrt dieses Tages führte uns hinunter nach Innerkrems. Dieser Ort ist ein reiner Wintersportort und im Sommer recht ruhig. Im Zirbenhof waren wir wieder gut untergebracht.

 

4. Tag

 

Der 4. und letzte Tag begann mit einem 4,5 km langen mittelsteilen Anstieg auf das Schönfeld, einem 1800 m hoch gelegenen Almgelände. Eine schmale aber schöne Asphaltsraße führte uns ins Thomatal hinaus, hinter dem Schloß Moosham hinauf und hinein nach Mauterndorf. Der letzte größere Anstieg waren dann die Radstädter Tauern. Eine schöne, die letzten Kilometer steile Straße führte uns hinauf nach Obertauern. Bei der Abfahrt hinunter nach Radstadt wurden dann einige persönliche Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. Im Tal spürten wir wieder die brütende Hitze. Die letzten leichten Anstiege über Altenmarkt nach Wagrain gingen somit noch einmal kräftig in die Beine. In Wagrain wollten wir, bevor noch die letzten 9 Km zu fahren waren, eine Einkehr machen. Die Getränke waren schon am Tisch, da kündigte sich ein Gewitter mit gewaltigen schwarzen Wolken an. Schnell wurde zum Aufbruch geblasen und wir versuchten noch vor dem großen Regen nach St. Johann i. Pg. zu gelangen. Nach wenigen Kilometern brach dann das Inferno los: Blitz auf Blitz; Regen mit gewaltigen Wassermassen, die die Straße in einen Bach verwandelten. Das Ganze war um ca. 14 Uhr und es brach eine Dunkelheit wie am Abend an. Wenn man einmal nass ist, schaut man nur mehr auf sicheres Fahren und auch wenn die Scheibenbremsen quietschten, ging es hinunter in die Bezirksstadt. Unsere Gruppe hat es natürlich auseinander gerissen und im Ort suchten alle den Bahnhof. Ein Passant stand in einer Ausfahrt und rief den einzelnen Gruppen immer wieder gerade aus über die Brücke dann links zu und so trafen wir alle wieder am Bahnhof zusammen. Toni und Maria standen mit dem Begleitfahrzeug schon bereit und wir konnten trockene Sachen anziehen. Für jeden war dieses Erlebnis, es ging ja gut aus, ein wohl für längere Zeit lustiges Ereignis.

Mit der Bahn fuhren wir dann nach Bruck a. d. Glocknerstraße wo wir unsere letzte Einkehr beim Hanslwirt absolvierten. Die 3 Autos mussten noch von Ferleiten geholt werden und nach dem Aufpacken ging es zurück nach Tirol.

Der Dank gilt allen für die Kameradschaft, besonders unseren Begleitern Maria und Toni die diese Tour zu einem Plaisir-Erlebnis machten.

Danke auch den Tourismusbetrieben: Kirchenwirt in Obervellach Gasthaus Pension Rauter in Sittich Feldkirchen Zirbenhof in Innerkrems.

Tourdaten:             375 Km

                             5550 Hm

                            26 Std.

Teilnehmer: Sepp Stauder, Karl Schöllenberger, Günter Kluckner, Erwin Schwaiger, Peter Farbmacher, Konrad Steinlechner, Ernst Perktold, Herbert Bartl und

 

Organisator:             Max Mader

        Tourenführer

        Sektion Wattens

 



 

 
 
 

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