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Hochalmspitze über den Detmoldergrat (2013_07_05 Hochalpintour Hochalmspitze)

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Hochalmspitze über den Detmoldergrat

Am Grat

In gewohnter Weise war der Freitag der Hüttenanreisetag – wir verbrachten die meiste Zeit im Auto auf der Fahrt ins Maltatal zum Parkplatz am Gößkarspeicher (1.650m). Den anspruchslosen Anstieg zur Hütte vorbei an meist sehr alten knorrigen Lärchen bewältigten wir in knapp 1,5 Stunden.

Die Giessener Hütte (2.215m) –1977 neu errichtet nach der Zerstörung durch eine Lawine – wird von Otmar Baier und seiner Familie geführt, er selbst Bergführer, der uns wertvolle Tipps für unsere Tour gab.

Seinen Hinweis spätestens um 11 Uhr wieder am Abstieg zu sein, befolgten wir, in dem wir um 4 Uhr aus den Betten krochen und kurz vor 5 Uhr bereits unterwegs waren. Bei kühlem Morgenwind folgten wir den Markierungen und Schneespuren zum Detmoldergrat. Vor allem Schnee, außergewöhnlich viel für diese Jahreszeit, erschwerte den Anstieg – entschärfte aber auch Kletterpassagen im oberen Bereich. Nach knapp 5 Stunden erreichten wir das stählerne Kreuz, pausierten bei Windstille und Sonnenschein – die Sicht nach Süden gut, nach Norden getrübt durch aufkommende Bewölkung.

Absteigend am Rudolstädter Weg erreichten wir – teilweise im Schnee, teilweise am ausgesetzten Grat – die Steinernen Mandeln, eine markante Felsformation.
Eine kurze steile gesicherte Felspassage, dann gereichte uns der viele Schnee zum Vorteil. Weder die "Abseilstelle" noch der gesamte Abstieg waren mühsam – in weiten knieschonenden Schritten oder manchmal ganze Schneefelder rutschend erreichten wir in knapp 3 Stunden das Haus. Es war erst knapp 13 Uhr und der Wirt hatte Recht behalten – kaum die Hütte erreicht, hatte sich der Himmel bewölkt und der eine oder andere Regentropfen war zu spüren. Wir nutzten den Nachmittag zur Erholung – einige in schlafender Einsamkeit, andere in plaudernder Geselligkeit.

Die Nächte waren angenehm und schnarcharm – was selten auf einer Berghütte der Fall ist.

Um die müden Beine zu lockern wanderten wir am nächsten Morgen kurz nach 7 Uhr auf den Winterleitenkopf (2.518m), von wo aus wir auch die vortägliche Routenwahl analysierten bzw. unsere Gedanken auch bei den heute durch den Schnee stapfenden Bergsteigern waren.
Ein Murmeltier noch verschreckt , stiegen wir wieder ab, packten unsere Rucksäcke, grüßten die Wirtsleut' und machten uns auf den Heimweg.

Gerald Appel

 
 
 

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