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Schitour für Anfänger in der Steiermark (2013_01_25 Schitour für Anfänger)

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Schitour für Anfänger in der Steiermark

Gipfelfoto

Am Freitag den 25.01.2013 sind wir in der Früh gegen 6 Uhr zu unserem jährlichen Schitourenwochenende für Anfänger (und auch Fortgeschrittene) aufgebrochen.
Treffpunkt war in Bad Großpertholz, wo wir vorerst zu viert, Michaela, ihr Mann Heinrich, Peter und ich, weiter fuhren. In Linz stieg dann noch Eva aus Wien zu. Dann ging es weiter ohne Stau oder anderen Problemen nach Donnersbach, wo wir dieses Jahr im Gasthof Krapflhof Quartier bezogen.
Nach dem Umziehen ging es dann gleich auf die Planneralm hoch, wo wir 5 uns den restlichen Tag im Variantenfahren übten. Leider war das Wetter im oberen Bereich der Berge ein wenig durchwachsen, weil immer wieder dichter Nebel durchzog. Dadurch war die Bodensicht so schlecht, dass sogar Fahrten auf der Piste zur Herausforderung wurden. Man sah absolut keine Geländeformen und weil so wenige Leute auf den Pisten waren, konnte der Vorausfahrende nicht einmal die Steilheit einschätzen. Dennoch war es ein schöner Nachmittag, den wir dann in der Dornbuschhütte mit "Kaspressknedl- und Gulschsuppn" ausklingen ließen. Später in der Unterkunft hab ich dann noch nach dem Abendessen ein paar Bilder von meiner Ecuador-Reise zum Besten gegeben.
Am späteren Abend kamen dann noch Etty und Hannes hinterher, die leider keine Zeit hatten früher schon zu uns zu stoßen.
Der Samstag startete schon von Beginn an mit wolkenlosem Himmel und versprach eine Traumtour. Um 8 ging es vom Quartier aus los und wir schafften es, um 8:40, noch vor der ganzen "Meute", auf der Planneralm wegzugehen Richtung Karlspitze. Nach einem kurzen Fellproblem, Heini's ausgeborgten Fellen war der Kleber "ausgegangen", und einer kurzen Rast in der gerade über die Grate kommenden Sonne am Tanzboden, ging es über das kurze steilere Wegstück in die Einsattelung zwischen der Karlspitze rechterhand und einer namenlosen Kuppe auf der linken Seite. Von dort ging es zuerst flach auf der Südseite mit Blick auf die Goldbachalm weiter zur Karlspitze und vorbei an einem ebenfalls namenlosen vorgelagerten Gipfel, von welchem auch ein Grat Richtung Plannerkessel zeigt. die letzten 15 Hm waren wie immer dann noch eine kurze Herausforderung auf Grund des wenigen Schnees und der Steilheit an dieser Stelle. Es gab aber keine Probleme für die Teilnehmer.
Am Gipfel wurde nach geschossenem Gipfelbild dann ein wenig die Lawinensituation besprochen und den Teilnehmern ein wenig Information über die Umwandlungsarten und Schneetypen vermittelt.
Nach einer Pause von ca. 40 Minuten brachen wir wieder talwärts auf. Auf Grund der ausgezeichneten Verhältnisse und der Lawinenwarnstufe 1 konnten wir einen Hang fahren, welcher auf Grund der Steilheit im Mittelteil nur sehr selten befahren werden kann. Dieser ging vom zuvor genannten Grat vom Vorgipfel Richtung Plannerkessel. Die Abfahrt selber war dann echt toll.
Schöner Pulverschnee auf etwa 200Hm. Wir sind dann gleich nochmals rauf und haben uns das ein zweites mal gegeben.
Im Anschluss an den schönen Hang haben wir dann am Boden in eine Böschung ein Schneeprofil gegraben und alle Teilnehmer konnten selber die Schneeschichten bewerten und analysieren. Aus dem Profil war gut erkennbar, warum die aktuelle Schneesituation so stabil ist und sich derzeit eine 1 beim Lagebericht ergibt: sehr gut verfestigtes, fast 2m hohes Schneefundament, komplett ohne Schwimmschneeschichten, mit wenig Strukturunterschieden vom Boden bis hoch zu den Schichten der letzten beiden Niederschläge und vor den letzen 20-30cm Schnee noch ein poröser, aber stabiler Harschdeckel, mit guter Bindung zur oberen und zur unteren Schneeschicht. Das Profil wäre zwar im zuvor befahrenen Hang aussagekräftiger gewesen, aber es ging in diesem Fall ja darum den Teilnehmern den prinzipiellen Schneeaufbau näher zu bringen und das wäre im ca. 45° steilen Hang bedeutend mühsamer gewesen. Auch die anschließende Pips-Suche machte allen Anwesenden großen Spaß und das vergrabene Gerät wurde zuverlässig von allen Teilnehmern gefunden, wenn auch nicht immer in der kürzest möglichen Zeit.
Um etwa 15:30 waren wir dann wieder zurück auf der Planneralm. Wir konnten einen Tisch in der Hütte ergattern und erstmal bei Suppe, Brot und Getränken ausspannen.
Der sportliche Teil des Tages war für 5 von uns ja noch nicht vorbei, da wir noch eine Vollmondtour zum Plannerknot geplant hatten. Diese starteten wir gegen 5:45, nachdem die Sonne schon ca. eine Stunde hinter den Gipfeln verschwunden war. Zu Beginn machte sich noch ein Pistengerät-Fahrer große Sorgen um uns, da er glaubte, dass wir über die Pisten aufsteigen würden, was wir aber verneinen konnten. Dann ging es auch schon los und wir schafften den Aufstieg in weniger als 1½ Stunden. Leider hatte gegen Abend der Wind in den höheren Lagen stark aufgefrischt und so wurden wir am Grat von sturmartigen Böen gespickt mit Triebschnee empfangen, was uns dann auch von einem längen Aufenthalt am Knot abhielt. Es wurde also gleich wieder abgefellt und Stirnlampen bewaffnet abgefahren. Nach dem ersten steileren Stück kamen wir dann in den Bereich, der vom Vollmond schön ausgeleuchtet wurde. Außerdem war es dort dann praktisch wieder windstill. Die Fahrt über den Boden und das letzte Stück über die Schiroute war dann ein Vergnügen.
Nach insgesamt 2 Stunden war das Abenteuer Mondscheintour auch schon wieder beendet und wir ließen den Abend in der Hütte, wo die beiden anderen Teilnehmer auf uns gewartet hatten, ausklingen.
Zurück in der Unterkunft haben wir dann noch eine kurze Besprechung abgehalten, welches Ziel wir denn am folgenden Tag erreichen wollten und entschieden uns für die Wolfnalmspitze im Talschluss von Donnersbachwald.
Gesagt getan brachen wir am folgenden Morgen gegen 8:30 auf und fuhren bis zum Parkplatz beim "Roßstall", einem kleinen gemütlichen Gasthaus auf ca.
1000m Seehöhe. Von dort ging es zuerst flach über eine Wiese, dann steiler durch den Hochwald bis zum Forstweg, welchem wir dann für die nächsten 1½ Stunden folgten. In einer Kehre des Weges auf einer Höhe von 1460m ging es dann über einen frischen Schlag und anschließenden weiteren Forstweg bis zur Wolfnalm auf 1539m. Bei der dortigen Jagdhütte teilte uns Eva mit, dass sie nicht mehr weiter gehen wolle und hier auf uns warten würde, was auf Grund des fast perfekten Wetters kein Problem darstellte. Wir anderen machten uns nach einer kurzen Pause an die letzten 500 Hm der Tour. Zuerst ging es über 3 kürzere, steilere Aufschwünge, welche immer wieder durch fast ebene Teilstücke unterbrochen waren ca. 200 Hm nach oben, wo dann Heini sich bei einer lustig geformten Kiefer in der Sonne ebenfalls verabschiedete und auf uns warten wollte. Auch das war kein Problem und zogen zu 5. weiter. Die letzten schwachen 300 Hm waren nach 45 Minuten geschafft und eröffnete uns einen tollen Blick auf den stark überwechteten Grat zur Südseite und die dahinterliegenden Berge der Wölzer Tauern.
Wir hielten uns nicht lange dort auf, um die Wartenden der Gruppe nicht zu sehr warten zu lassen. Der Schnee war auf Grund des Windes der letzten Nacht nicht ganz so einfach zu fahren wie am Vortag, aber immer noch sehr schön. Ohne lange Pause wurde Heini wieder in die Gruppe integriert. Eva, welche bei der Jagdhütte gewartet hatte, war jedoch inzwischen über den Forstweg abgefahren, da ihr, wie sie uns später mitteilte in den Füßen kalt geworden war. Somit fuhren auch wir zügig weiter. Etty, Hannes, Heini und Peter fuhren ebenfalls den Forstweg bis ins Tal. Michaela und ich versuchten uns an dem neuen Schlag, welcher besser zu fahren war, als wir zuvor angenommen hatten. Im unteren Bereich wagten wir beiden dann sogar die Fahrt durch den Hochwald und über die unterste Wiese. Der Schnee dort war leicht aufgefirnt und toll zu fahren.
Unten angekommen trafen wir Eva im Gasthof an bei Kaffee und Kuchen. Wir gesellten uns zu ihr und nach einer kleinen Mahlzeit begaben wir uns wieder auf den Heimweg.
Leider ist dieses schöne Wochenende wieder mal viel zu schnell vergangen aber es hinterlässt wie jedes Jahr schöne Erinnerungen in unseren Köpfen und bereitet Vorfreude für die noch folgenden Touren.

Euer Schitourenwart Klaus

Teilnehmer:
Eva Horak, Michaela Bobak, Heinrich Preiss, Peter Eichinger, Johannes Ettmayer, Johannes Kreuzer, Klaus Reiter;

 
 
 

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