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Geoweg Rüfikopf 20. Juli 2013 (Geoweg Rüfikopf)

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Geoweg Rüfikopf 20. Juli 2013

Geoweg Rüfikopfzoom

Foto: Oberneder A.


Wie kommt ein Nusshörnchen an den Rüfikopf und warum ist es versteinert? Es geht in Lech das Gerücht um, ein Geoführer aus Saudi Arabien hätte dieses vor 250 Millionen Jahren angebissen, es dann aber vor Entsetzen weggeworfen, als ein Dinosaurier es ihm aus der Hand fressen wollte.

Unser Geo-Wanderführer Georg Schnell teilte dieses Gerücht nur zum Teil. Er fand zwar auch, dass der Vorfall vor 250 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Saudi Arabien stattgefunden haben musste, denn der Zustand des Hörnchens war nicht bloß altbacken, sondern weit mehr als das, nämlich steinhart. Aber er war der Meinung, dass es sich nicht um ein Nusshörnchen, sondern um ein Nautilid handeln müsse, das dort vor dieser immens langen Zeit in einer der flachen Lagunen gelebt hätte und nach seinem Tod mit Sediment bedeckt und versteinert worden wäre. Und dann wäre es durch das Auseinanderbrechen des Kontinents, den Kontinent nannte Herr Schnell -Pangäa- und durch die Verschiebung des afrikanischen Teils dieses zerbrochenen Kontinents, mit nach Norden transportiert worden, um schliesslich bei Lech anzukommen. Er legte das so überzeugend dar, dass man ihm fast glauben mochte.

Die Zuhörer, dreizehn an der Zahl, staunten aber noch mehr, als Georg Schnell ihnen die Reste weiterer Tiere zeigte, wie die von Seelilien oder Seeigel, dessen Stacheln sich in gewissen Steinen fast massenweise finden. Die Wirbel der Seelilien wurden nach deren Tod ebenfalls in Mengen zusammengetragen durch Wellenschlag. Sie liegen in Steinen eingebettet; die Gemeinde Lech war so freundlich, manche dieser Steine anzuschleifen und zu polieren, so dass die Reste dieser Tiere sehr gut zu sehen sind. Sonst würde man an manchen glatt vorbeilaufen. Es empfiehlt sich etwas Wasser mitzunehmen und die Versteinerungen nass zu machen, so können sie noch besser sichtbar gemacht werden.

Megalodonten wurden, bevor die Geologie wissenschaftlich wurde, für Fussabdrücke des Teufels gehalten. Es handelt sich jedoch um Muscheln, die Poren der Schalen wurden im Verlauf des Versteinerungsprozesses durch Kalzit ersetzt. Die Konturen dieser Muscheln kann man auf dem Geoweg an mehreren Stellen sehen.

Bei diesen Zeiträumen, die auf dem Geoweg sichtbar und erlebbar werden, neigt man dazu, sich zu fragen, welche Rolle und welchen Einfluss man selbst spielt in der Geschichte der Erde und kommt zu dem Resümée, dass es einer Aneinanderreihung von Zufällen bedurfte, dass man überhaupt hier stehen darf und man keinen grösseren Einfluss auf die Geschichte nehmen wird, wie es ein Wellenschlag des Meeres tut.

Es gäbe noch darüber zu berichten, warum am Rüfikopf gelbe und graue Kalksteine übereinanderliegen. Das lass ich jetzt aus. Aber die Veranstaltung wird wiederholt. Und man kann den ausgeschilderten Weg bei Interesse auch ohne Führer gehen.

Ich danke dem Führer Georg Schnell sehr für die vielen Erläuterungen und dem AV Vorarlberg dafür, dass diese Veranstaltung angesetzt wurde.

Geoweg Rüfikopf
 
 
 

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