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Biwaktour im Montafon 12. - 13. Jänner 2013 (Bericht - Biwaktour 12. - 13. Jänner 2013)

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Biwaktour im Montafon 12. - 13. Jänner 2013

Pünktlich um 13 Uhr - viel zu spät für eine 'richtige' Bergtour - treffen wir mit Hans und Thijs im Huckepack auf dem Parkplatz Bartholomäberg ein, wo uns schon die anderen vier Teilnehmer und unser wackerer Bergführer Lukas erwarten. Nach kurzer Tourenbesprechung und Aufteilung von Gepäck bringt uns das Taxi bis zum Einstiegspunkt. Auf der ersten Strecke geniessen wir die Aussicht und das fantastische Wetter, während Lukas unseren Einfallsreichtum in Bezug auf den Bau eines geeigneten Winterbiwaks testet.

Nach einer guten Stunde gemütlichen Aufstiegs sind wir an einer kleinen Ebene mit Mulden und Hügelrücken angelangt. Wir können jedoch den wunderschönen Ausblick auf die Drei Türme nur kurz geniessen, denn bis zum Einbruch der Nacht möchte ja jeder ein Dach über dem Kopf haben. Die Winterexpeditionsgesellschaft spaltet sich bald in 2 Lager - die Höhlenforscher und die Iglubauer.

Vier Baumeister machen sich daran einen Steinbruch für den Iglu anzulegen um die Iglu-Bausteine aus dem Schnee sägen zu können. Das Ganze fordert Einiges an Logistik, Geschick, Kraft und vor allen Dingen KnowHow, wie wir bald feststellen werden. Lukas wird nicht müde zu erklären und die richtigen Handgriffe zu zeigen, nachdem anfangs die Blöcke zu schmal waren und aufgrund des schlecht bindenden Oberflächenschnees auch zum Auseinanderbrechen neigen.

Auch bei den Schneehöhlen schaut unser Bergführer nach dem rechten, während wir eine schweißtreibende Iglu-Bau-Ausbildung absolvieren: Das Biwak sollte nie in Mulden - also Kälteseen - liegen, sondern lieber auf leichten Rücken oder Anhöhen. Beim Iglu sollte der Eingang tiefer liegen als der Liegeplatz, damit ebenfalls die kältere Luft nach unten sinken kann. Hält einer die Blöcke von innen schön ruhig fest, dann gefrieren sie aneinander und stützen sich später gegenseitig.
Man merkt gar nicht wie die Zeit verfliegt - die Höhlen sehen schon fast bezugsfertig aus - aber das Iglu hat noch kein Dach!
Das soll wohl eher ein Dom werden - jedenfalls kann eine 1,56 m grosse Frau aufrecht darin stehen. Schnell noch den Eingang graben und von aussen die Ritzen abdichten. Ja - eine kleine Öffnung zur Lüftung ist Absicht - was würden wir nur ohne Lukas tun. Jedenfalls nicht so viel lernen - soviel steht fest. Und das in dem Iglu nach dem Abendessen sogar alle 9 Seelen gemütlich bei Glühmost (vielen Dank den edlen Spendern) Platz finden, trägt zu dem gelungenen Abenteuer bei. Während draußen frostige -7° C herrschen ist es sowohl im Iglu als auch in den Schneehöhlen um die 0° 'warm' und im mitgebrachten oder ausgeliehenen Expeditionsschlafsack wird es richtig kuschelig. Eins lehrt uns die Kälte und Dunkelheit ausserhalb des Schlafsacks - ein Notbiwak im Winter ist kein Spass.

Am nächsten Morgen um 8 Uhr sind alle auf den Beinen und da das Wetter hält und wir noch Zeit haben, brechen wir noch zu den Wannenköpfen auf (auf gut Vorarlbergerisch "Wannaköpf") . Der Lukas ist in Bartholomäberg aufgewachsen und kennt sich daher aus wie in seiner Westentasche. Auf dem Gipfel bekommen wir ein 360° Panorama mit Benennung der größeren Gipfel - Walserkamm, Rote Wand bis hin zum Alpstein präsentieren sich im schönsten Gewand. Nach diesem Gipfelsieg haben wir uns die Einkehr auf der Alpe Rellseck verdient. Wir werden mit Rührei, heissem Kaffee und einer 'körigen' Brotzeit wieder aufgepäppelt. Schade, dass es schon vorbei ist, denken wir als es nach Hause geht. Vielen Dank an Lukas für dieses schöne Wintererlebnis.

Biwaktour 12. - 13. Jänner 2013

 

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