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Pilze sammeln (Pilze sammeln)

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Pilze sammeln

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Foto: shutterstock

Eine informative Anleitung zum Pilze sammeln wurde uns vom Pilzkundlichen Verein Vorarlberg zur Verfügung gestellt.

Um unliebsame oder fatale Folgen beim Sammeln von Pilzen zu vermeiden, beachten Sie bitte folgende Hinweise:

Das Sammeln, Konservieren und Konsumieren von Pilzen erfolgt in absoluter Eigenverantwortung!

Gesetzliche Grundlagen für Vorarlberg (ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich): 

• In der Zeit zwischen 8:00 und 17:00 h ist das Sammeln täglich erlaubt.

• Pro Person dürfen max. 2 kg Frischpilze gesammelt werden

• Es dürfen ausschließlich Pilze gesammelt werden, die als Speisepilze erkannt werden – keine Giftpilze.

• Es darf nicht in Gruppen zu kommerziellen Zwecken gesammelt werden.

Wichtigste Regel:

Lernen Sie zuerst die tödlich giftigen Pilze ganz genau kennen, damit Sie eine Verwechslung mit diesen ausschließen können. Die geernteten Speisepilze sollten mit absoluter Sicherheit erkannt werden – 99% sind zu wenig. Es gibt grundsätzlich keine erkennbaren Merkmale, um einen Giftpilz von einem Speisepilz zu unterscheiden. Wild-, Schnecken- oder Mäusefraß sind kein Indiz dafür. Das Mitkochen von Silberlöffel, Knoblauchzehen etc. gehört in das Reich der Fabel!

Geeignete Behältnisse zum Transport des Sammelgutes:

Korb, Papier- oder Stoffsack – evtl. mehrere Papiersäcke zum Trennen sind vorteilhaft. Keine Plastiktaschen verwenden!!! In diesen schwitzen die Pilze und fangen an zu verderben, bevor das Sammelgut daheim verarbeitet wird. 

Pilze abschneiden oder herausdrehen:

Manche Arten lassen sich leicht herausdrehen, das Messer ist jedoch wichtig zum  Vorreinigen schon im Wald. Wo der Stiel nicht verwendet wird, kann bereits unter dem Hut abgeschnitten werden – z. B. Parasol. Zum sicheren Bestimmen eines Pilzes muss die Basis (= teilweise unter der Erde) unbedingt dabei sein! Giftige und unbrauchbare Pilze nicht zerstören – Sie haben im Kreislauf der Natur wichtige Funktionen!

Sammeln Sie NICHT

• Ganz junge Pilze! > diese sind oft auch von Fachleuten schwer zu bestimmen, da noch nicht alle Merkmale vorhanden sind.

• Zu alte Pilze (weich und schwammig oder Schimmelbefall) – hier könnte es zu einer Vergiftung analog Lebensmittelvergiftung kommen!

• Pilze die Sie nicht genau kennen > evtl. ein einzelnes Muster zum Bestimmen oder Erkundigen bei einer Pilzberatungsstelle (ganzer Pilz!) mitnehmen. Jedoch unbedingt separat von den Speisepilzen aufbewahren. Wenn im Sammelgut nur ein kleiner Teil eines Knollenblätterpilzes dabei wäre, muss das komplette Sammelgut entsorgt werden!

• Keine „Bärentatzen“ (Korallenpilze) – wurden früher oft gesammelt, sind in der Pilzberatung jedoch nicht freigegeben. Es kommt immer wieder zu Verwechslungen mit der sog. „Bauchwehkoralle“ (Blasse Koralle und Dreifarbige Koralle). Diese rufen heftigste und länger anhaltende Verdauungsstörungen hervor!

• Keine Pilze am Straßenrand sammeln - Schwermetallbelastung


Pilze nicht im überhitzten Auto lagern! Das Sammelgut so rasch wie möglich heim bringen oder kühl aufbewahren!

Pilze nicht roh essen oder kosten! Fast alle Speisepilze sind roh giftig, z. B. der Riesenschirmling (Parasol) ist roh schwer giftig! 

Beim Kochen gut erhitzen > 10 bis 15 Minuten (je nach Größe und Menge – längere Garzeit vor allem bei tiefgekühlten Pilzen einrechnen!)

Verdacht auf Pilzvergiftung

• Ruhe bewahren

• Pilzabfälle, Mahlzeitenreste oder auch Erbrochenes zur Bestimmung sicher stellen

• Möglichst rasch Arzt oder Krankenhaus aufsuchen

• Nicht versuchen, durch Trinken von Milch oder anderem, ein Erbrechen zu erwirken

• Keine Medikamente ohne ärztliche Anweisung nehmen

Unechte Pilzvergiftung

• Nach Rohgenuß – wäre bei richtiger Behandlung evtl. ein ausgezeichneter Speisepilz 

• Im Zusammenhang mit Alkohol – z. B. Tintlinge, Netzstieliger Hexenröhrling …

• Bei Verzehr von zu großen Mengen – Pilze sind schwer verdaulich (Chitin), das ist besonders auch bei Kindern, alten oder kranken Menschen zu beachten!

• Wenn die Pilze zu alt waren > wie Lebensmittelvergiftung

• Es gibt Personen, die grundsätzlich gegen Pilze allergisch reagieren


Zubereiten und Aufbewahren von Pilzen:

Röhrlinge sollten schon im Wald längs durchgeschnitten werden, um festzustellen, ob diese madig sind. Befallene Teile gleich wegschneiden, diese könnten bei längerem Liegen noch den restlichen Pilz unbrauchbar machen. Wenn Pilze nicht gleich verarbeitet werden, im Kühlschrank zwischenlagern. Beim Putzen so wenig wie möglich ins Wasser geben, nicht unter die Brause halten. Röhrlinge eignen sich für alle Arten der Zubereitung. Reizker und Täublinge sind am besten scharf angebraten – nicht dünsten! Pilze können gut tiefgekühlt werden: Putzen und zerkleinern – auf Tablett einfrieren, damit nicht alles „zusammenklumpt“. Beim Kochen direkt tief gefroren verwenden. Eine andere Art der Konservierung ist das Trocknen – Dörrex. Für alle Pilze außer Pfifferlinge geeignet.

Aufwärmen von Pilzgerichten: 

Problemlos möglich, wichtig: Speisereste im Kühlschrank zwischenlagern


Verhalten Sie sich im Wald so, wie Sie es von anderen erwarten – übermäßigen Lärm vermeiden, keine Abfälle hinterlassen. 

Der Pilzkundliche Verein Vorarlberg wünscht Ihnen viel Erfolg beim schönen gemeinsamen Hobby!

 
 
 

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