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Essen verschwenden ist Mist (Essen verschwenden ist Mist)

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Essen verschwenden ist Mist

Umweltwoche

Weltweit landet 1/3 der Lebensmittel auf dem Müll.

In der EU fallen pro Person geschätzte 173 kg Lebensmittelabfälle und –verluste im Wert von geschätzt rund 143 Milliarden Euro an. Umgerechnet auf Österreich sind das 143 vollbeladene Sattelschlepper täglich. Lebensmittelabfälle sind ein massives Problem für die Umwelt und es passiert viel zu wenig dagegen.

alle Informationen stammen von der Homepage https://www.muttererde.at/


Wo entstehen Lebensmittelabfälle?

  • Haushalt
  • Landwirtschaftliche Produktion
  • Lebensmittelindustrie und -verarbeitung
  • Handel
  • Außer-Haus-Konsum

  • Haushalt
  • Landwirtschaftliche Produktion
  • Lebensmittelindustrie und -verarbeitung
  • Handel
  • Außer-Haus-Konsum

Mengenmäßig machen die Lebensmittelabfälle im Haushalt – also die Menge die über Rest- und Biomüll, Kompost und Kanalisation entsorgt werden den größten Teil der Lebensmittelverluste aus. Ursachen dafür sind zum eine mangelnde Einkaufsplanung, nicht sachgerechte Lagerung und kurzfristige Lebensplanung. 

Aber auch das Mindesthaltbarkeitsdatum führt zu Wegwerfen von Lebensmitteln. Dieses ist kein "empfohlenes Wegwerfdatum", sondern ist viel mehr vergleichbar mit der Garantie eines Elektrogerätes. Keiner würde auf die Idee kommen den Fernseher nach Ablauf der Garantie wegzuwerfen. Deshalb sollte man alle Lebensmittel bevor man sie wegwirft prüfen. Wenn ein Lebensmittel gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt gibt es keinen Grund es nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum nicht zu essen.

Auch bezüglich Lagerung von Lebensmitteln gibt es großen Aufklärungsbedarf. Die meisten Obst- und Gemüsesorten sind gekühlt länger haltbar (im Gegensatz dazu verdirbt Brot im Kühlschrank schneller). Nur 23% der VerbraucherInnen gaben jedoch an, frisches Obst im Kühlschrank aufzubewahren; beim Gemüse sind es 53%. Viele bewahren Lebensmittel „unversiegelt“ oder lose auf, der Luft ausgesetzt, was die Frische mindern kann.

Zwei Faktoren sind in der Landwirtschaft ausschlaggebend für Verluste: die schlechte Planbarkeit von Erträgen durch unterschiedliche Bedingungen und die strengen Qualitätsvorgaben des Handels. Der Preisdruck ist so hart, dass sich nur die Ernte und Verarbeitung der Kategorie A Ware lohnt. Die für Ware minderer Qualität erzielbaren Preise sind oft so gering, dass es billiger kommt die „zu kleinen Kartoffeln“ und „krummen Gurken“ zu entsorgen. Im besten Fall enden die Produkte als Tierfutter, im schlechtesten als Biogas, Kompost oder werden schlicht am Feld eingeackert.

Welche Lebensmittelmengen in der Landwirtschaft verloren gehen ist nicht bekannt, es dürften aber je nach Produkt zwischen 10 % und 50 % der Gesamtmengen sein.

Fleisch – maximaler Ressourcenverbrauch

Österreich gehört mit rund 100 kg Fleischverbrauch pro Kopf und Jahr zu den Ländern mit dem höchsten pro Kopf Verbrauch von Fleisch in Europa und sogar weltweit. Um 1 Kilogramm Fleisch zu erzeugen, werden – je nach Tierart und Haltungsform – etwa 6-16 Kilogramm Futtermittel benötigt. Der enorme Ressourcenverbrauch in der Tierhaltung führt dazu, dass diese rund ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen ausmacht und somit stärker zur globalen Erwärmung beiträgt als der Verkehr.

Maßvoller Fleischkonsum, also zurück zum Sonntagsbraten, die Besinnung auf die Verarbeitung des gesamten Tieres statt nur der Gustostücke und vor allem das Vermeiden unnötiger Fleischabfälle stellt somit einen der wichtigsten Beiträge für den Schutz unserer Umwelt und des Klimas dar.

Müll über Bord statt Fisch auf dem Teller

Für ein Kilo Fisch auf unseren Tellern werden bis zu zehn Kilo Meereslebewesen tot oder sterbend zurück ins Meer geworfen. Bis zu 38 Millionen Tonnen Beifang, also 40 % des weltweiten Fischfangs, entstehen durch nicht-nachhaltige, unselektive Fischerei pro Jahr – eine gigantische Lebensmittelverschwendung und ethisch mehr als fragwürdig. Österreich deckt seine Fisch-Nachfrage zu 95 % durch Importe und importiert somit genauso das Problem des Beifangs.

Bei der Herstellung von Säften und Konserven, beim Mahlen von Mehl, beim Brot backen oder bei der Schlachtung und Verarbeitung von Tieren zu Fleisch- und Wurstwaren entstehen Verluste. Diese treten bei der Aussortierung des nicht für die jeweiligen technologischen Prozesse geeigneten Materials, bei Wasch-, Schnitt- und Kochprozessen oder wenn es zu technischen Problemen im Produktionsablauf auf.

Genaue Zahlen für Österreich gibt es dazu keine, in Deutschland liegen die Verluste in der Lebensmittelindustrie in einer Größenordnung von 4 bis 7 % der angelieferten Produktmengen.

Die Summe von Bruch und Abschreibungen an Lebensmitteln in Österreich betrug im Jahr 2013 ca. 74.100 Tonnen. Außerdem wurden 35.600 Tonnen von nicht verkauftem Brot und Gebäck an die Lieferanten retourniert. Alles landet im Mist. Weniger als 6% der nicht verkauften Lebensmittel aus dem Handel werden sozialen Zwecken zugeführt. Den mit Abstand höchsten massebezogenen Anteil haben mit knapp 50 % Obst und Gemüse, gefolgt von Brot- und Backwaren, Wurst & Selchwaren, Convenience, Molkereiprodukten und Frischfleisch, -fisch und -geflügel.

Neben den in der Filiale anfallenden Mengen an Abfall, hat der Lebensmittelhandel auch außerhalb seiner Filialen Einfluss auf das Aufkommen vermeidbaren Lebensmittelabfalls. Ein ausschlaggebender Faktor dabei sind seine Qualitätsansprüche bzgl. der Optik und Größe von Obst und Gemüse, weil diese Ansprüche zu Verlusten in der Landwirtschaft führen.

Ebenso hat der Handel vor allem über seine Angebotspolitik Einfluss darauf, in welchem Ausmaß bei den KonsumentInnen Lebensmittelabfälle anfallen können. Mengenrabatte, Großpackungen und Preisaktionen können KonsumentInnen dazu verführen, mehr Lebensmittel zu kaufen, als eigentlich gebraucht werden.

Der Lebensmitteleinzelhandel ist somit einer der wichtigsten Akteure im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung, der durch eine Lockerung von Qualitätskriterien, sowie durch das bewusste Verzichten auf Lockangebote einen wichtigen Beitrag zur Reduktion vermeidbarer Lebensmittelabfälle leisten kann. So gibt es bereits einzelne wertvolle Initiativen wie etwa den Verzicht auf Megapacks, Bewerbung von Obst/Gemüse mit „Schönheitsfehlern“ oder die Verknappung des Sortiments gegen Ladenschluss.

Zur Außer-Haus Verpflegung zählen Großküchen in Mitarbeiterrestaurants und in Gesundheitseinrichtungen, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, sowie Caterings. Geschätzte 4,4 Tonnen Lebensmittel im Wert von 8.000 Euro werden pro Betrieb in dieser Branche jährlich entsorgt. Nicht aufgegessene Schnitzel, unangetastete Beilagen oder nicht ausgegebene Speisen – viele Abfälle und die damit verbundenen Kosten und Umweltwirkungen sind vermeidbar.

Österreichweit fallen jährlich rund 61.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle in der Gemeinschaftsverpflegung, 50.000 Tonnen in der Beherbergung, 45.000 Tonnen in der Gastronomie sowie 19.000 in sonstigen Betrieben wie z.B. Kaffeehäuser an.

Die Ursachen für Lebensmittelabfall in der Außer-Haus-Verpflegung sind vielfältig und von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Oft sind z.B. Standardportionen zu groß dimensioniert, was vermehrt zu Tellerresten führt. Reste vom Buffet müssen aus hygienerechtlichen Gründen entsorgt werden. Die Produktionsplanung wird durch schwankende Kundenzahlen erschwert. Und manchmal ist schlicht und einfach die mangelnde Kommunikation zwischen Gast, Service und Küche der Grund für übrig gebliebene Speisen.

Schon heute übersteigt unser ökologischer Fußabdruck die Grenzen des Planeten um die Hälfte. Würden alle Menschen so leben wie wir Österreicher, bräuchten wir sogar 3 Erden, um unsere Bedürfnisse in den Bereichen Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum zu decken. In Österreich wird etwa ein Viertel des ökologischen Fußabdrucks durch die Ernährung verursacht.

Lebensmittelverschwendung ist für 3,3 Gigatonnen CO2 Emissionen verantwortlich und somit der drittgrößte Klimasünder nach den USA und China. Landwirtschaft ist für fast 70% der vom Aussterben bedrohten Arten verantwortlich. Ein Drittel der weltweiten Landwirtschaftsfläche nehmen Lebensmittel ein, die es nie in den Magen eines Menschen schaffen. Der Wasserverbrauch dieser Flächen entspricht pro Jahr dreimal dem Volumen des Genfer Sees, häufig in Gegenden die an Wassermangel leiden.

  1. Essen lieben. Hochwertiges und regionales bevorzugen und Lebensmittel respektvoll behandeln. Teilen ist viel besser als Wegwerfen.
  2. Erst planen, dann einkaufen.
  3. Gemüse mag es kalt. Nur Melanzani, Tomate, Kartoffel und Kürbis nicht.
  4. Äpfel und Tomaten nicht neben anderem Gemüse und Obst lagern.
  5. Bei Obst gilt: Heimisches kühl und Exoten warm lagern.
  6. Was zu viel ist (durch Tiefkühlen) haltbar machen.
  7. Was vom Kochen übrig bleibt für den nächsten Tag behalten. Restekochen liegt im Trend und spart Kochzeit.
  8. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ignorieren. Stattdessen den Augen, der Nase und dem Geschmackssinn vertrauen.
  9. Im Restaurant die Reste einpacken lassen. Am Buffet nach Tafelboxen fragen und ungeniert die Buffetreste mitnehmen.
  10. In der Kantine nach kleinen Portionen fragen und Beilagen nach Gusto auswählen. Lassen Sie sich Salat, Brot und Butter nicht servieren, wenn Sie nicht davon essen wollen.

weitere Tipps finden Sie hier

  • Noch zuhause sollte man einen Blick in den Kühlschrank werfen und überlegen, was man braucht, was fehlt, was man dringend brauchen muss und ob man außer Haus isst. Gut geplante Einkäufe verhindern nicht nur Lebensmittelverschwendung, man spart dadurch auch wertvolle Zeit und Geld. Zudem werden so Impulskäufe verringer
  • Ein Einkaufszettel hilft! Mittlerweile gibt es Apps fürs Handy, um Papier für den Einkaufszettel zu sparen.
  • Gehen Sie niemals hungrig in den Supermarkt! Das vielfaltoge Angebot der Supermärkte wirkt noch verlockender, wenn der Magen leer ist. Ein Einkaufszettel wirkt wie ein Anker: Sie können sich an Ihm festhalten und Impulskäufe leichter vermeiden.
  • Verzichten Sie auf den Kauf von Sonderangeboten, Rabattaktionen und Multipacknachlässen. Diese Aktionen sind durch spezielle Kennzeichnung und Farben stark vom Rest hervorgehoben und triggern in uns einen Kaufimpuls. Denn das Hirn gaukelt uns vor: Mehr bedeutet besser. Zuhause schaffen wir es dann aber nicht die gesamten Mengen aufzubrauchen und sie landen im Mist.

Umwelttipp

Achten Sie beim Einkauf auf das FAIRTRADE und das Bio-Siegel, dann haben Sie garantiert schadstofffreies Obst und Gemüse, die unter fairen Bedingungen angebaut wurden. Kaufen Sie saisonal, das heißt verzichten Sie im Winter auf Spargel und Tomaten. Kaufen Sie Spargel ab April aus Österreich. So auch die Erdbeeren.

weitere Tipps finden Sie hier

Das richtige Lagern von Lebensmitteln trägt zur nachhaltigen Reduzierung von Lebensmittelabfällen bei. Die meisten Lebensmittel verderben, weil sie falsch aufbewahrt oder vergessen werden. Das schadet Geldbörse und Umwelt. Legen Sie sich ein gutes Sortiment an Vorratsdosen, Deckeln und Clips zu, gute Ausstattung ist die halbe Miete.

Tipps zur richtigen Lagerung im Kühlschrank

Den Einkauf sollten Sie nicht wahllos in den Kühlschrank räumen. Faustregel: Unten ist es am Kühlsten, nach oben hin steigt die Temperatur an. Ausnahme ist das Gemüsefach, das für Ost und Gemüse temperiert ist. Die Tür ist der wärmste Ort.

Ordnung muss sein:

  • Ganz unten auf der Glasplatte: leicht Verderbliches wie Fisch, Fleisch, Wurst in die kälteste Zone des Kühlschranks.
  • Mittleres Fach: Käse, Milch, Milchprodukte
  • Oben: Selbstgekochtes, Kuchen
  • In die Türe: Butter, Eier, Getränke, Ketchup, Milch
  • Gemüselade: Kälteverträgliches Obst und Gemüse, Salat. Die Lagerung sollte unverpackt erfolgen.

Tipps fürs Tiefkühlen

  • Gute und luftdichte Verpackung schützt vor Aromaverlust und Austrocknen.
  • Lebensmittel langsam auftauen am besten im Kühlschrank, um Qualitätsverlust zu vermeiden.
  • Je frischer die Lebensmittel zum Zeitpunkt des Einfrierens im Tiefkühler landen, desto länger sind die haltbar.

Reste verwerten

Es passiert immer mal wieder, dass Reste übrig bleiben. Eine Vielzahl an Restekochbüchern und Koch-Apps existieren, um sich dieses Problems anzunehmen. Die Reste kann man aber auch einfach in kleinen Portionen einfrieren, damit man ein selbstgemachtes Essen hat, wenns mal schnell gehen muss.

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  • Ist der Hunger nicht groß, fragen Sie nach kleinen Portionen. auch Änderung der Beilagen ist meist kein Problem.
  • Beim Buffet einen kleinen Teller nehmen und lieber öfter zum Nachholen gehen. Nehmen Sie bei Selbstbedienung kein Tablett. Wer seinen Teller in der Hand trägt, verschwendet weniger.
  • Wenn trotzdem etwas übrig bleibt nach einer Mitnahmebox fragen. Das ist viel besser als die Reste zurückzuschicken, die dann entsorgt werden müssen.
  • Bestellen Sie für Ihr Kind im Restaurant einen leeren Teller und teilen Sie Ihr Essen, statt zu große Portionen für das Kind zu bestellen.
  • Teilen Sie sich die Beilagen und lassen Sie sich Salat, Brot und Butter erst gar nicht servieren, wenn Sie nicht davon essen wollen.
  • Regen Sie an, dass Restaurants und Lieferservices Maßnahmen zur Reduktion von Lebensmittelabfall setzen.

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