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Nachruf Traugott Zint (Nachruf Traugott Zint)

Alpenverein Vorarlberg
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Nachruf Traugott Zint

Am 7. Februar 2018 verstarb unser langjähriges Mitglied, Traugott Zint im Alter von 89 Jahren. Bei der 133-ten Jahreshauptversammlung unseres Alpenvereinsbezirkes Montafon am 5. Jänner 2017 durften wir Traugott für 70 Jahre  Mitgliedschaft gratulieren und ehren.  

Traugott war viele Jahre mit Franz Bachmann als Seilgefährten verbunden, diese Seilschaft hat in den Nachkriegsjahren etliche Erstbegehungen in den Rätikonkalkfelsen unternommen.  Erwähnt seien beispielsweise: gelbes Eck Ostwand, Gamsfreiheit Ostwand (mit H. Drotschik) Gamsfreiheit Westwand, kleine Sulzfluh direkte Nordwestwestwand, Saulakopf Ostwand.

Die Ideen für solche Erstbegehungen hatte in der Regel Franz Bachmann, in Traugott fand er jedoch einen verlässlichen Seilpartner, welcher zudem in der Gewerbeschule in Feldkirch auch Unterricht in der Metallverarbeitung genoss und daher auch in der Lage war, jegliche Haken je nach Bedarf zu schmieden. Selbst die benötigen Felshämmer wurden selber hergestellt. Überhaupt waren Franz und Traugott maßgeblich an der Entwicklung von neuen Ausrüstungsgegenständen und Techniken beteiligt. 

In der erwähnten Schule lernten sich die beiden auch näher kennen und entdeckten das gemeinsame Interesse für das Bergsteigen und Klettern.

Beiden Kletterpartnern war bewusst, was ein Unfall in diesen Gebirgswänden für Folgen haben konnte, es gab ja keine so ausgeprägte Bergrettungsorganisation wie heute. So konnten viele Besteigungen dank exakter Planung und dem Grundsatz „nur keinen Sturz riskieren“ ohne größere Schwierigkeiten durchgeführt werden.

Dazu kam, dass sich die Seilpartner zu 100% aufeinander verlassen konnten, dies im Gegensatz zu manchen anderen, zu jener Zeit existierenden Seilschaften.

Führerliteratur und Kartenmaterial wurde, in Ermangelung einer Kaufmöglichkeit, abgeschrieben und abgezeichnet, mögliche neue Kletterrouten oft lange vorher eingehend von der Ferne studiert.

Zu den Höhepunkten der Besteigungsgeschichte zählte die, über mehrere Tage dauernde Durchsteigung der kleinen Sulzfluh Nordwestwand mit einigen Biwaks in der Wand.

Auch bei der Bergung einer in der gelben Eck Ostwandroute schwer verunglückten Bergsteigerin war, neben Franz Bachmann, auch Traugott maßgeblich beteiligt.

In den 1950er Jahren endete diese erfolgreiche Seilpartnerschaft, die Wege trennten sich aus beruflichen Gründen, Franz zog in die Schweiz, Traugott war später als Bergführer tätig und führte lange Jahre den Gasthof „Rhätikon“ in Schruns, die freundschaftliche Verbindung blieb trotzdem bis zum Tode von Traugott bestehen.

Wir verlieren mit Traugott einen „Bergpionier der ersten Stunde“ und werden Ihn in ehrenden Gedenken behalten.

Alpenverein Montafon, 2018 (F.H.)

Todesanzeige Traugott Zint
 
 
 

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