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KST Schwärzenkamm – Hohe Wilde – Schalfkogel (KST Schwärzenkamm – Hohe Wilde – Schalfkogel)

Alpenverein Vorarlberg
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KST Schwärzenkamm – Hohe Wilde – Schalfkogel

Ötztaler Alpen - Klettersteig und Hochtour, 06.-08.08.2016

Tourenführer: Hermi und Florian Dönz

Nach der Verschiebung um eine Woche sorgte eine Kaltfront für 30 cm Neuschnee auf 3000 m. So starteten wir 8 mit 2 Autos am Samstag nach Obergurgl und dann auf die Langtalereck Hütte. Die prognostizierte Wetterbesserung ließ etwas auf sich warten, auch nach einer feinen Suppe in der Hütte hatte sich die Nebelsuppe draußen nur ein wenig gehoben. Trotzdem starteten wir zum Panorama-Klettersteig auf den Schwärzenkamm. Es war etwas Vorsicht geboten, um nicht auf den teilweise feuchten Tritten auszurutschen. Dennoch konnten alle den schön angelegten Steig sicher bewältigen. Das Panorama dazu konnten wir dann am nächsten Tag bewundern.

Wegen des bisher warmen und regnerischen Sommers waren die Gletscher sehr mühsam zu begehen. So entschieden wir uns, über den Gurgler Ferner auf das Schwärzenjoch und den Annakogel (3.336) zu steigen. Das Spuren durch den Neuschnee war teilweise recht mühsam und tief. Im Abstieg vom Annakogel ist leichte Kletterei angesagt. Der Anstieg zur nördlichen Hohen Wilde (3.461) war aber dank des Firnes gut zu begehen und auch der Klettersteig zum Gipfel war ein reines Vergnügen. Der Klettersteig weiter zum Südgipfel der Hohen Wilde hätte uns zwar verlockt, doch der lange flache Abstieg über den Langtaler Ferner in tiefem und weichem Schnee schien uns zu mühsam. So stiegen wir wieder ins Joch vor dem Annakogel ab und von dort über die steile Flanke, an zahlreichen Spalten vorbei, auf den Langtaler Ferner. So waren wir recht rasch am blanken Gletscherboden angelangt. Dieser zeigte sich von zahlreichen Gletscherbächen durchzogen,  immer wieder tosend in der Tiefe verschwanden. Der weitere Weg nach dem Gletschertor führte 5 km lang stets gerade hinaus zur Langtalereckhütte.

Leider mussten 3 Teilnehmer noch den Abstieg nach Obergurgl antreten, 5 konnten noch bis Montag verlängern und das prachtvolle Wetter auf der Terrasse genießen. Am Montag stand der Schalfkogel (3.540) am Programm. Wir stiegen wiederum fast bis zum Hochwildehaus auf. Leider ist diese Hütte durch den Rückgang des Permafrost so stark beschädigt, dass sie neu gebaut werden muss. Sie wird voraussichtlich erst wieder in 5 Jahren zur Verfügung stehen. Für uns hieß das jeweils fast 1 ½ Stunden mehr Anstieg.  Auf dem Weg zum Schalfkogel ist der spaltige Gurgler Ferner zu queren. Über eine Rampe steigt man von rechts nach links hoch zum Kleinleitenferner. Viel lockerer Schutt kostete einiges an Kraft, dafür erleichterte eine Spur vom Vortag das Vorankommen zum Schalfkogeljoch. Mit leichter Kletterei und kurzen Firnpassagen erreichten wir den Gipfel. Zur Belohnung gab es eine imposante Aussicht. Der Weiterweg Richtung Firmisánschneid führte mit leichter Kletterei teils ausgesetzt über einige Erhebungen, bis ein schuttiger Pfad den Abstieg Richtung Ramolhaus erlaubte. Weglos ging es über glattgeschliffene Felsen und Stufen sowie über Firnfelder talauswärts. Der Gegenanstieg zur Hütte kostete uns noch etwas Überwindung. Doch das neu renovierte Ramolhaus prangt mit seinen 3.005m auf einem Felssporn und wird von jungen Wirtsleuten sehr schwungvoll geführt. Auch die Materialseilbahn imponierte uns: Sie überwindet die 600 Höhenmeter von der Langtalereckhütte quer über das Tal der Gurgler Ache ohne Stütze! Nach einer Stärkung gingen wir beschwingt den Abstieg über den Gurgler Höhenweg an. Ein sehr gut gepflegter Weg führt an zahlreichen Bergbächen vorbei immer direkt nach Obergurgl.

Es waren 2 anstrengende Hochtourentage, nicht allzu viele Höhenmeter, aber weite Gehstrecken und jeweils etwa 9 Gehstunden, tolle Gipfel und ein schöner Klettersteig. Außerdem hat uns der Aufenthalt auf der Langtalereckhütte sehr gut gefallen: schön renoviert, mit Gufler Georg ein humorvoller, sympathischer Wirt, der uns die Hütte auch für Schitouren schmackhaft gemacht hat….

Danke an die feine Gruppe – schö gsi

Berichtverfasser: Hermi Dönz

Einige Bilder von unserer Tour findet Ihr unter Alben.

 
 
 

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