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Marmolada (Marmolada)

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Marmolada

Dolomiten - Klettersteig und Hochtour, 22.-24.07.2016

Tourenführer: Niklas Fritz (mit Unterstützung von Dieter)

Trotz einer etwas unsicheren Wetterlage, fanden sich insgesamt neun wetterfeste Bergfexe die sich an der Marmolada – dem höchsten Berg der Dolomiten – versuchen wollten. So fuhren wir wie geplant am Freitag früh los in Richtung Südosten. Nachdem wir in Kematen eine Pause fürs zweite Frühstück einlegten ging es über den Brenner und das Sellajoch bis nach Canazei. Dort kamen wir beim Mittagessen in den Genuss der guten italienischen Küche. Während wir uns auf der überdachten Terrasse stärkten brach jedoch schon der erste Starkregen über uns herein. Unbeeindruckt machten wir uns aber mit unserem Bus weiter auf den Weg Richtung Fedaia Stausee. Als wir dort ankamen regnete es immer noch recht stark, weshalb wir „leider“ nochmal in der „Bar Vernel“ einkehren mussten. Nach einer guten halben Stunde lies der Regen jedoch nach und wir packten unsere sieben Sachen. Noch bevor wir recht gestartet waren setzte wieder leichter Regen ein, was uns aber nicht mehr davon abhielt los zu marschieren. Nach wenigen Minuten hörte es auch schon wieder auf und erst kurz vor unserem Ziel – dem Rifugio Pian dei Fiacconi – fing es erneut leicht an zu Regnen. So kamen wir nach ca. 1,5 h gut und fast trocken auf unserem Basislager an. Wir waren an diesem Abend die einzigen Gäste auf der Hütte und das sehr nette Hüttenteam bekochte und bewirtete uns vorzüglich. So konnten wir unseren ersten Tag gemütlich bei einem Gläschen Wein ausklingen lassen.

Der Wetterbericht für den zweiten Tag war zwar nicht ideal, aber mit einem stabilen Vormittag und Gewittern erst am Nachmittag sollte sich der Gipfel mit einem entsprechend frühen Aufbruch am Morgen dennoch ausgehen. Unsere bunt gemischte Truppe war auch vorbildlich fünf Minuten vor geplantem Abmarsch bereit und wir starteten bei viel versprechendem blauen Himmel kurz vor 7 Uhr Richtung Vernel-Gletscher. Nach einem kurzen Abstieg und anschließendem Aufstieg kamen wir nach ca. einer Stunde am Vernel-Gletscher an. Leider hatten sich inzwischen recht dunkle Wolken über uns geschoben. Nach einem kurzen Blick auf das Regenradar war klar dass ein kleiner und leichter Schauer von Südwesten im Anzug war. Da die Sicht noch recht gut war und bis auf den kleinen Schauer keine Gewitter in Sicht waren entschlossen wir uns weiter über den Vernel-Gletscher zur Forcla Marmolada aufzusteigen. Dort wollten wir mit Blick Richtung Südwesten nochmal entscheiden ob wir weiter über den Klettersteig zum Gipfel gehen oder doch besser umkehren. Der Aufstieg über die letzten Reste des Vernel-Gletschers war dank gutem Trittfirn problemlos machbar. Als wir beim Einstieg zum Klettersteig ankamen hatte uns wie erwartet der leichte Schauer erreicht. Wie geplant gingen wir trotzdem weiter hinauf zur Forcla Marmolada. Die ersten Klettersteigmeter waren jedoch etwas glitschig – weniger wegen des Regens sondern wegen den generell immer Feuchten Passagen – und es war volle Konzentration gefordert. Auf der Forcla angekommen bewerteten wir zusammen nochmals die Situation. Das Regenende war sowohl auf dem Niederschlagsradar als auch beim Blick Richtung Südwesten in Sicht, die Temperatur und Sichtverhältnisse waren gut. Keine Anzeichen für weitere Niederschläge oder Gewitter. Noch zwei Stunden bis zum Gipfel und eine kleine Unterstandshütte direkt am Gipfel – unter Berücksichtigung all dieser Umstände gingen wir weiter Richtung Gipfel. Kurze Zeit später hörte es wie erwartet auf zu Nieseln und wir kletterten ohne Probleme bei angenehmen Temperaturen den Klettersteig empor. Auf das Firnfeld unter dem Gipfel meisterten wir ohne Probleme und so standen wir nach knapp vier Stunden bestens gelaunt am Gipfel. Da es Richtung Südwesten bereits recht düster aussah machten wir uns nach kurzer Jause und Gipfelfoto wieder an den Abstieg über den Normalweg. Bei der seilversicherten Felsstufe hatten wir noch ordentlich Gegenverkehr und wir fragten uns ob die es wohl noch trocken auf den Gipfel schaffen. Der weitere Abstieg über den Gletscher und die anschließenden Felsen klappte problemlos und nach gut sechs Stunden Gesamtgehzeit erreichten wir am frühen Nachmittag das Rifugio Ghiacciaio das sich in unmittelbarer Nähe zu unserem „Basislager“ befand. Natürlich mussten wir auch hier noch Einkehren um uns einen möglichst guten Überblick über alle Gaststätten in der Umgebung zu schaffen ;-)
Während wir unser Bier oder Kaffee genossen fing es draußen immer stärker an zu Regnen. Spätestens jetzt waren wir über unseren frühen Start am Morgen froh.

Im Laufe des Nachmittags – während einer kurzen Regenpause – machten wir noch einen gemütlichen Spaziergang zu unserem „Basislager“. Am Abend besserte sich das Wetter deutlich und wir konnten den Tag bei einem herrlichen Sonnenuntergang hinter dem Langkofel, zusammen mit einem Gläschen Wein ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen hatten wir bestes Wetter und nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns zur Abreise bereit. Während sich ein Teil von uns den Korblift nicht entgehen lassen wollten, stieg der Rest zu Fuß ins Tal ab. Dabei bestiegen wir noch die Felskanzel des Col di Buosc. Neben einigen Edelweiß sowie div. Stellungen aus dem ersten Weltkrieg konnten wir dabei vor allem nochmals das wunderbare Panorama bestaunen. Wieder im Tal angekommen nutzten einige von uns noch das kühle Nass des Fedaia-Stausees aus oder besichtigten das Weltkriegsmuseum. Anschließend machten wir uns wieder mit unserem Bus auf die Heimreise. Natürlich ließen wir uns dabei die Gelegenheit nicht entgehen und genossen nochmal die Italienische Küche bei einem Zwischenstopp in Klausen, bevor wir gegen 17 Uhr wieder in Schruns ankamen.

Fazit: Trotz einiger Wetterkapriolen eine tolle Tour mit super Teilnehmern!

Danke nochmal an Dieter fürs fahren und die sonstige Unterstützung.

Berichtverfasser: Niklas

Einige Bilder von unserer Tour findet Ihr unter Alben.

 
 
 

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