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Kursbericht - Alpingruppe: Übungsleiter Alpinklettern / Ausbildung zum Führen von Touren mit Mehrseillängen vom 10.06.2020 bis 14.06.2020 auf der Steinseehütte (Kursbericht - Alpingruppe: Übungsleiter Alpinklettern / Ausbildung zum Führen von Touren mit Mehrseillängen vom 10.06.2020 bis 14.06.2020 auf der Steinseehütte)

Alpenverein Vorarlberg
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Kursbericht - Alpingruppe: Übungsleiter Alpinklettern / Ausbildung zum Führen von Touren mit Mehrseillängen vom 10.06.2020 bis 14.06.2020 auf der Steinseehütte

Übungzoom

Teilnehmer AV Hohenems:

Thomas Mierer, Merten Kobalz

Unterkunft:

Steinseehütte, Tirol

Kursleitung:

Bergführer Bernhard Hotz

Team:

Bergführer Christoph Pirchmoser

Bergführer Jakob Oberhauser

Kursinhalt:

  • Tourenplanung und Durchführung
  • Orientierung, Wetterkunde und alpine Gefahren
  • Arbeiten mit dem Wandbild (Topo)
  • Seil- und Sicherungstechnik bei Mehrseillängenrouten
  • Standplatzbau, mobile Sicherungsmittel
  • Bewegungslehre und Klettertechnik
  • Erste Hilfe, Notfallmanagement in Mehrseillängenrouten
  • Material und Ausrüstung
  • Recht und Haftung
  • Lehrauftritte und Wiederholung

Ablauf:

Tag 1

Treffpunkt war am 10.06. um 10Uhr am Parkplatz der Alfutz Alpe. Schon die Anfahrt war ein kleines Abenteuer für sich – zumindest wenn man sich auf Google Maps verlässt und die Anfahrtsbeschreibung aus den Kurs-Informationen gekonnt ignoriert. Nach einem ungewollten Abstecher in den Steinbruch Starkenbach haben wir es dann doch noch pünktlich zum Treffpunkt geschafft. Nach der Begrüßung durch das Bergführerteam wurden zunächst einige organisatorische Dinge geklärt – vor allem die aktuellen Bestimmungen in Bezug auf die Corona-Pandemie – sowie die drei Gruppen eingeteilt (Thomas war bei BF Christoph, Merten bei BF Jakob). Der Zustieg zur Steinseehütte erfolgte dann in zwei Etappen im leichten Regen. Zunächst mit Gepäck eine reichliche Stunde bis zur Materialseilbahn, und nachdem die Rucksäcke verladen wurden unbeschwert in etwa 45min zur Hütte. Nachdem wir uns auf der Hütte trockengelegt und mit einer Suppe gestärkt hatten, folgte die Vorstellungsrunde der zwölf Teilnehmer und drei Bergführer. Anschließend wurde in den drei Gruppen die erste Theorieeinheit absolviert: Tourenplanung. Draußen stellte sich ab Mittag ein ergiebiger Dauerregen ein, sodass der Abend in der Hütte genutzt wurde zum Kennenlernen und zur Pflege des Elektrolyt-Haushalts. Da wir die einzigen Gäste auf der Hütte waren, wurde die Hüttenruhe etwas verschoben.

Tag 2

Der Morgen des zweiten Tages begann mit ca. 5cm Neuschnee vor der Hütte und Schneeregen bis Mittag – alles andere als perfekte Bedingungen zum Klettern. Das suboptimale Wetter wurde genutzt für zwei weitere Theorieblöcke: Wetterkunde sowie Recht und Haftung. Vor allem beim Thema Recht, welches anhand von Fallbeispielen anschaulich durchgearbeitet wurde, gab es lebhafte Diskussionen und einen deutlichen Erkenntnisgewinn für alle Teilnehmer. Am endlich trockenen Nachmittag wurde in Hüttennähe das Legen mobiler Sicherungsmittel und der Standplatzbau in sämtlichen Varianten sowie die Seilschaftsabläufe geübt. Am Abend erfolgte die Tourenplanung für den nächsten Tag, welcher deutlich besseres Wetter bringen sollte.


Tag 3

Nach dem Frühstück ging es für alle drei Gruppen direkt los zur ersten Alpinkletterei. Beim Zustieg mussten zum Teil steile Schneefelder gequert werden. Dadurch war zwar der Aufstieg etwas mühsam, der Abstieg jedoch umso einfacher. Die Kletterei war sehr abwechslungsreich und bot herrlichen Fels, wenn auch das Gestein nicht immer bombenfest war. Die am Tag zuvor „in Absprunghöhe“ geübten Inhalte konnten in der gesamten Tour angewendet werden. In jeder Seillänge wurden vom Vorsteiger mobile Sicherungen gelegt und diese vom Nachsteiger sowie vom Bergführer bewertet. Das direkte und kritische Feedback zur Qualität der gelegten Zwischensicherungen wurde von allen Teilnehmern dankend angenommen. Durch die Begleitung des Bergführers in der gesamten Tour konnten zudem viele kleine aber hilfreiche Tricks und Kniffe ausprobiert werden, welche einem das Klettern in Mehrseillängen-Routen leichter (und sicherer) machen. Nach dem Abstieg folgte noch eine ausgiebige Einheit zur Seiltechnik an Boulder-Blöcken. Unter anderem waren Thema: Abseilen, Ablassen mit Seilverlängerung, HMS + Tuber fixieren inkl. Lastübertragung. Sehr interessant waren am Abend die kurzen Berichte der drei Gruppen zu den durchgeführten Touren. Je nach Exposition der gewählten Route war von Sonnenbrand bis Taubheitsgefühl in den Zehen alles vertreten. Auch der Abend des dritten Tages stand nochmals ganz im Zeichen der Tourenplanung für den nächsten Tag.


Tag 4

Der zweite Tourentag brachte erneut herrliches Wetter, wenn auch für den Nachmittag lokale Gewitter angesagt waren. Wiederum führten alle Gruppen die tags zuvor geplanten Mehrseillängen-Routen durch und festigten so die gelernten Techniken. Neben dem sicheren Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln stand auch eine der Gesteinsfestigkeit angepasste Bewegungstechnik im Vordergrund. Zum Teil sehr brüchige Seillängen forderten von Vor- und Nachsteiger behutsames Steigen sowie beim Abseilen große Vorsicht im Seilhandling. Der Nachmittag wurde erneut für Seiltechnik genutzt, diesmal mit den Inhalten Expressflaschenzug, Seilabbund, Topropeseil-Verlängerung, Tuber entlasten. Nach dem Abendessen wurden die Themen für die Lehrauftritte „verlost“ und von den Teilnehmern vorbereitet. Um die von den Corona-Einschränkungen hart getroffenen Hüttenpächter zu unterstützen, leisteten wir selbstlos unseren Beitrag zur Umsatzsteigerung bis weit in die Nacht hinein.

Tag 5

Nach einer kurzen Nacht und einem stärkenden Frühstück standen die Lehrauftritte auf dem Programm. Diese wurden – da der Regen vom ersten Tag zurück war – in der Hütte durchgeführt. In Dreiergruppen wurde eine Vielzahl an Themen wie Tourenplanung, Standplatzbau, Sicherungsgeräte, Seiltechnik etc. behandelt. Hier zeigten sich – glücklicherweise – auch kleinere Fehler, welche gemeinsam diskutiert wurden und zum Lerneffekt beitrugen. Nach einer letzten Stärkung auf der Hütte ging es in knapp anderthalb Stunden zurück zum Parkplatz. Dort wurden die Urkunden an die frisch gebackenen Übungsleiter ausgehändigt und die Gruppe verabschiedet.

Fazit:

Fünf Tage, drei Bergführer, zwölf Teilnehmer – das sind jedoch nur die Eckdaten dieses Kurses. Viel wichtiger sind die Inhalte und das Miteinander am Berg. Auch wenn wir schon einige Alpinklettereien unternommen haben, war dieser Kurs eine perfekte Möglichkeit für uns, bereits Gelerntes zu vertiefen, Schwächen aufzudecken und Neues dazuzulernen. Trotz teilweise schlechtem Wetter konnten wir die Ausbildungsinhalte in zwei Mehrseillängen-Touren direkt umsetzen und somit festigen. Nach Abschluss der Ausbildung freuen wir uns jetzt darauf, Interessierten einen Einblick in die Welt des Alpinkletterns zu geben. Abschließend möchten wir uns bei den Bergführern bedanken, welche nicht nur stupide den Lehrplan abgearbeitet haben, sondern uns extrem abwechslungsreich und auf unsere Stärken und Schwächen abgestimmt auf das Führen als Übungsleiter vorbereitet haben.

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