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Kursbericht - Alpingruppe: Übungsleiter Freeride - Risikomanagement beim Führen von Varianten-Skigruppen - vom 15.01.2020 bis 19.01.2020 in Altenmarkt im Pongau (Kursbericht - Alpingruppe: Übungsleiter Freeride - Risikomanagement beim Führen von Varianten-Skigruppen - vom 15.01.2020 bis 19.01.2020 in Altenmarkt im Pongau)

Alpenverein Vorarlberg
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Kursbericht - Alpingruppe: Übungsleiter Freeride - Risikomanagement beim Führen von Varianten-Skigruppen - vom 15.01.2020 bis 19.01.2020 in Altenmarkt im Pongau

Aufstiegzoom
Trainingzoom

Teilnehmer AV Hohenems:

Simon Peter, Thomas Mierer

Unterkunft:

Landhaus Steiner, Altenmarkt im Pongau, Salzburg

Kursleitung:

Bergführer Mag. (FH) Ing. Klaus Zwirner,
mit Bergführer Christoph Pirchmoser

Kursinhalt:

  • Planung und Durchführung von Variantenabfahrten
  • Orientierung (Karte, GPS und Alpenvereinsaktiv APP)
  • Wetter-, Schnee- und Lawinenkunde (Schneephysik)
  • Beschaffen, Lesen und Verstehen des Lawinenlageberichtes
  • Arbeiten mit Freeride Maps und Führern
  • Methoden zur Findung der passenden Abfahrtsvariante „Line“
  • Themenschwerpunkte „Stop or Go“ und „Notfall Lawine“
  • Gruppendynamik und Führung
  • Risikomanagement und Unfallkunde
  • Gebrauch der Notfallausrüstung (LVS)
  • Material und Ausrüstung
  • Recht und Haftung
  • Lehrauftritte und Wiederholung

Ablauf:

Tag 1

Als wir pünktlich zum geplanten Treffpunkt um 10:00 Uhr am Kursort ankamen, trafen wir sogleich auf den Kursleiter Klaus Zwirner. Klaus kannten wir bereits vom vorjährigen Kurs „Übungsleiter Skitouren“, an dem wir beide erfolgreich teilnahmen. Nachdem wir im Gastraum des äußerst einladenden Landhaus Steiner die restlichen Kursteilnehmer, wie auch den zweiten Ausbilder Christoph kennengelernt hatten, wurden die Schulungsunterlagen ausgegeben und allerlei organisatorisches geklärt. Als wir dann noch die Zimmer bezogen hatten, konnten wir uns dann vollends auf unser Ziel fokussieren: Führen von Varianten-Skigruppen. Am frühen Nachmittag dann im Skigebiet Zauchensee angekommen, ging es hoch zur Bergstation der Schwarzwandbahn. Nach erfolgter Gruppeneinteilung, war es zum einen für die Bergführer wichtig, das skitechnische Niveau der Teilnehmer einzuschätzen und zum anderen für uns alle, ein Gefühl für die vorherrschenden Bedingungen zu bekommen. Doch auch der Spaß am Freeriden kam bereits am Tag 1 nicht zu kurz. Nach einer Querung Richtung Tagweidegg, erfolgte eine genussvolle Abfahrt nordöstlich in Richtung Seekarsee. Kurz vor Betriebsende der Liftanlagen, erwischten wir noch die Weltcupexpress-Bahn auf den Gamskogel. Ein idealer Aussichtspunkt um mögliche Abfahrtsvarianten für die kommenden Tage einzusehen, sowie zu bewerten. 
Nach dem Abendessen, hörten wir den ersten Vortrag: Entscheidungsstrategie „Stop or Go“©, womit auch der erste Kurstag sein Ende fand.

Tag 2

Nach einem entspannten Frühstück, ging es dann doch recht zügig an das Eingemachte, die Tagesplanung musste noch absolviert werden. Wir entschieden uns für das Gebiet Obertauern, wo wir uns dann auch ausreichend, den Bedingungen entsprechende, Aufstiege wie auch Abfahrten einprägten. Nun galt es keine Zeit mehr zu verlieren. Um 09:30 Uhr machten wir uns auf den Weg über Radstadt und Untertauern in das bekannte Skigebiet Obertauern. Erstes Ziel war die kleine Kesselspitze. Diese erreichten wir über einen interessanten Aufstieg von der Bergstation Gamsleiten 2 ausgehend – das Paar Ski am Rucksack befestigt. Es wurden dabei vom Bergführer und Kursleiter permanent Lehrinhalte vermittelt. Im konkreten Fall, nach dem LVS Check, die Befestigungstechniken der Freeride-Skier am Rücksack. Nach Erreichen des prominenten Gipfels, stand die Abfahrt über den verlockenden Nordhang an. Damit wir in der Führungspraxis gelehrt und auch beurteilt werden konnten, wurde ständig das Führen einer Gruppe simuliert. So, wie auch an allen folgenden Kurstagen, übernahm einer der Teilnehmer die Gruppenverantwortung. Direkt im Anschluss erhielt man wertvolle Kritik von den Gruppenteilnehmern einerseits, wie auch vom Kursleiter andererseits. Nach dem Mittagessen, ging es über mehrere Liftanlagen und einer kurzen Hiking-Strecke bei schwierigen Bedingungen, starkem Wind, auf das Seekareck. Die Abfahrt war weniger ein Genuss als eine lehrreiche Erfahrung: schwierige Schneebedingungen erwarteten uns in der großteils westlich ausgerichteten Abfahrt zu unserem geplanten Ziel: der Busstation, von der wir dann wieder zurück zum Ausgangspunkt, Gamsleiten 1 kamen. Als wir uns dann wieder zurück in der Unterkunft einfanden, stand noch final ein Alpenverein Lehrfilm zum Thema „Notfall Lawine“ auf dem Programm. Nach dem Abendessen, planten wir dann unseren folgenden Tag. Wir entschieden uns, nach den Eindrücken vom Tag, wieder für das Gebiet Zauchensee.


Tag 3

Mit der Schwarzwandbahn ging es zunächst hoch zu unserem Ausgangspunkt. Hier, in ausreichender Entfernung vom Trubel der Bergstation, erfolgte die erste selbstverständliche Standardmaßnahme im Gelände, der LVS Check. Danach wurde rasch aufgefellt und es ging - schon bald in Spitzkehren - in Richtung Schwarzkopf. Der letzte felsdurchsetzte Abschnitt war dann nur noch mit Stapfen zu erreichen. Am Gipfel angekommen, überstiegen wir diesen auch gleich wieder und stiegen in eine Scharte ab. Diese war dann auch unsere geplante Einfahrt in eine enge Rinne, welche nach ein paar Metern in einen schönen offenen Osthang mündete. Die Abfahrt war ein Hochgenuss. Nachdem wir bei der Talstation der Schwarzwandbahn, und somit beim Parkplatz, ankamen, machten wir uns auf den Rückweg in die Unterkunft. Dort angekommen, hörten wir zwei Vorträge zu den wichtigen Themen Wetter und Recht.


Tag 4

Den vierten und vorletzten Kurstag verbrachten wir abermals in Zauchensee. Das Wetter war, ganz entgegen der vorangegangen Tage, wenig ansprechend: dichter Nebel bis in hohe Lagen. Für unser Vorhaben LVS Übung, spielte das aber eine untergeordnete Rolle. Als Übungsgelände wählten wir das Schneekar am Fuße des Osthanges des Schwarzkopfes, welchen wir durch die eindrückliche Abfahrt vom Vortag noch in bester Erinnerung hatten. Anfangs wurden wir in die richtige Handhabung aber auch die Tücken der LVS Geräte eingewiesen. Dabei wurden die Vorteile und die grundsätzliche Funktion von Drei-Antennengeräten, aber auch die Auswirkung der unterschiedlichen Koppellagen erörtert. Die Anwendung der Geräte konnte jeder der Teilnehmer hinlänglich üben, Signalsuche, Grobsuche, Feinsuche und schließlich das Einkreuzen. Selbstverständlich standen auch Sondieren und Ausschaufeln auf dem Programm. Auch hier wurde auf die sachgemäße Verwendung der Sonde wie auch die effektivsten Rettungstechniken beim Schaufeln in Abhängigkeit der Anzahl von Helfern eingegangen. Nach den lehrreichen Übungen zum Thema „Notfall Lawine“ erfolgte die Abfahrt ins Tal, beziehungsweise zur Talstation der Tauerkarbahn . Dann, an deren Bergstation angekommen, fuhren bzw. schoben wir an der Rauchkopfhütte vorbei, über einen langgezogenen Bergrücken bis wir uns für eine Abfahrtsvariante über den Westhang entschieden. Durch das waldige, und somit einigermaßen windgeschützte Gelände, erhofften wir uns noch etwas Pulver. Diese Hoffnung erfüllte sich nur teilweise, es waren auch hier immer wieder stark windgepresste Bereiche vorzufinden. Wieder an der Bergstation angekommen, nutzten wir die abschließende Abfahrt für eine wertvolle Lektion in Sachen Skitechnik. Direkt nach der Ankunft in der Unterkunft, begann einer der letzten Kursinhalte: die Lehrauftritte der Kursteilnehmer. Die vorzustellenden Themen wurden vorab per Los zugewiesen. Abends, nach dem Essen, machten wir uns müde aber glücklich noch auf den Weg, um den letzten gemeinsamen Abend in einem Lokal namens Metzgerloch zu feiern. Eben aufgrund der anstrengenden Tage, war dieses Unterfangen aber rasch enden wollend.


Tag 5

Nach dem Frühstück wurde die Reihe der Lehrauftritte fortgesetzt. Zunächst in der Unterkunft, wurden anschließend die Lehrauftritte mit Inhalten, welche im Gelände augenscheinlicher vermittelt werden konnten, im Skigebiet Zauchensee durchgeführt. Die Themenpalette der Lehrauftritte im Allgemeinen war breit und reichte von notwendigen Ausrüstungsgegenständen zum Skifahren, über Standardmaßnahmen in der Planung wie auch im Gelände bis hin zu verschiedenen Aufstiegstechniken. Nur um einige von Vielen zu nennen. Nach den Vorträgen durch die Teilnehmer kam wieder etwas mehr Bewegung ins Spiel. Es war an der Zeit für die kursabschließenden Lawinenszenarien. Dabei inszenierte jeweils die eine für die andere Gruppe ein Notfallszenario mit Lawinenereignis. Hier gab es für uns beide, die wir diese Übung ja grundsätzlich kannten, eine Erkenntnis: Kein Notfallereignis ist gleich wie das andere. Nicht zuletzt deshalb ist es unbedingt notwendig, solche Übungen in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Die jeweils unbeteiligte Gruppe, beobachtete die Rettungsaktion und übte im Anschluss konstruktive sowie für alle wertvolle Kritik. Zurück im Landhaus Steiner erhielten sämtliche Teilnehmer das Zertifikat für den bestandenen Übungsleiter-Kurs. Auch wenn die Zeit schon fortgeschritten war und wir eine lange Rückreise zu erwarten hatten, nahmen wir uns gerne die Zeit für eine ergänzende Diskussion, bevor wir uns von dem durchwegs sympathischen Kreis der frischgebackenen Übungsleiter und den Bergführern verabschiedeten.

Fazit:

Gerade weil wir bereits den Kurs zum „Übungsleiter Skitouren“ absolviert hatten, war es für uns sehr gut erkennbar, wie wichtig die ständige Auseinandersetzung mit den Verhaltensregeln abseits der Pisten, aber auch eine konsequenten Planung beim Varianten-Skifahren und Skitouren ist. Wenn sich auch naturgemäß Inhalte und Themen aus dem Skitourenbereich mit deren des Freeridens decken, hat auch jede Disziplin für sich ihre Eigenheiten und besonderen Merkmale. Es wurden uns auch hier wieder die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten des Übungsleiters äußerst gut vermittelt. Den Bericht abschließen möchte ich mit einem großen Dankeschön an die Ausbilder, welche uns in 5 Tagen sehr gut auf unsere anstehenden Aufgaben beim Führen von Varianten-Skigruppen vorbereitet haben.

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