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Kursbericht - Alpingruppe: Übungsleiter Schitouren vom 13.02.2019 bis 17.02.2019 in Flattach (Kursbericht - Alpingruppe: Übungsleiter Schitouren vom 13.02.2019 bis 17.02.2019 in Flattach)

Alpenverein Vorarlberg
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Kursbericht - Alpingruppe: Übungsleiter Schitouren vom 13.02.2019 bis 17.02.2019 in Flattach

Aufstiegzoom
Trainingzoom

Teilnehmer AV Hohenems:

Simon Peter, Thomas Mierer

Unterkunft:

Fraganter Schutzhaus der ÖAV Sektion Klagenfurt, 1817m, Großfragant, Kärnten

Kursleitung:

Bergführerin Mag. Magdalena Habernig,
mit Bergführer Mag. (FH) Ing. Klaus Zwirner

Kursinhalt:

  • Tourenplanung und Durchführung von Skitouren
  • Orientierung (Karte, GPS und Alpenvereinaktiv APP)
  • Wetter-, Schnee- und Lawinenkunde (Schneephysik)
  • Strategie „Stop or Go“© und Basisablaufschema „Notfall Lawine“
  • Gruppendynamik und Führungstechnik
  • Material und Ausrüstung
  • Recht und Haftung

   

Ablauf:

Anfahrt

Aufgrund der zu erwartenden langen Anreise, sind wir bereits am Vortag, in Fahrgemeinschaft, angereist. Der Weg führte uns über die Inntal- und Brennerautobahn nach Südtirol und in der Weiterfahrt über Lienz nach Mallnitz – wo wir die Nacht verbrachten.

Tag 1

Treffpunkt 10:00 Uhr beim Innerfraganter Wirt wo wir auf die Kursleitung sowie die anderen Kursteilnehmer trafen und kurz darauf das Gepäck in der Materialseilbahn für den Transport vorbereiteten. Im Anschluss ging es mit den Bergführern sowie den weiteren 9 Kursteilnehmern an den Aufstieg, welcher uns in ca. 2 Stunden zur Fraganter Hütte führte. Dort angekommen stärkten wir uns mit einer Suppe, bevor es an den ersten Vortrag ging: Entscheidungsstrategie „Stop or Go“©. Nach dem Abendessen war, wie auch an den Folgeabenden, die standardmäßige Tourenplanung auf dem Programm. Entsprechend den Daten des Lawinenlageberichtes und dem Wetterbericht für den Folgetag, konnten wir mit besten Bedingungen rechnen. Die Wahl fiel auf das „Bös Weibel“.

Tag 2

Da die Teilnehmergruppe von insgesamt 11 Personen bereits am Vortag in zwei Gruppen aufgeteilt wurde, trafen wir – die Emser AV Teilnehmer - uns mit 3 weiteren Teilnehmern sowie Bergführer Klaus Zwirner um 08:00 Uhr vor der Hütte ein. Beginnend mit dem großen LVS Check begannen wir die Standardmaßnahmen im Gelände, wie im Vortrag am Vortag gehört, direkt umzusetzen. Entsprechend der Planung gingen wir bergwärts entlang des Ziehweges, die Eggerhütte passierend, in Richtung Koflerhütte. Ein prüfender Blick ließ uns schnell erkennen, dass der anhaltende Sturm an den Vortagen, seine Spuren hinterlassen hatte. Windzeichen waren in allen Formen zu sehen, jedoch war auch die Schneedecke entsprechend gepresst. Nachdem wir unserem Plan folgend, vor der Koflerhütte den Südhang bis auf eine ungefähre Höhe von 2300m aufstiegen, vernahmen wir ein massives Setzungsgeräusch. Es war klar, dass wir uns entsprechend des Check zwei nun genau eine Frage stellen mussten: „Gefährlich für mich?“. Nicht zuletzt, da wir schroffes und stark abschüssiges Gelände unter uns und einen mächtigen Hang über uns hatten, gab es keinen Zweifel, dass wir den Rückzug anzutreten hatten. Die nun „gewonnene“ Zeit, nutzten wir, um das vorherrschende Altschneeproblem zu begutachten. Wir gruben Schneeprofile und gewannen somit einen Eindruck vom Schneedeckenaufbau. Um 16:00 in der Hütte angekommen und eine weitere halbe Stunde später im Seminarraum sitzend, hörten wir dem Vortrag „Notfall Lawine“ gespannt zu.


Tag 3

Wie am Vorabend geplant, machten wir uns auf den Weg, in Richtung des auf 2569m gelegenen Mulleter Sadnig. Im Bereich des Sadnigbachs über die Melenböden, in größtenteils moderater Steigung, gelangten wir schließlich auf den anvisierten Gipfel der Goldberggruppe. Somit hatten wir unseren ersten Gipfelerfolg in dieser Ausbildungswoche erreicht. Die Abfahrt über harte und rippige Windgangeln, war nur ein mäßiges Vergnügen. Wir nutzten die übrige Zeit bis zum Spätnachmittagsvortrag zum Thema „Wetter“ und machten eine LVS Übung mit Fokus auf Signalsuche, Grobsuche, Feinsuche und dem Einkreuzen. Darüber hinaus erklärte und veranschaulichte unser Bergführer uns die unterschiedlichen Koppellagen von LVS Geräten und deren Auswirkungen auf die Grobsuche in beeindruckender Weise. Im Gelände vor der Fraganter Schutzhütte, machten wir uns mit der Schaufel und den idealen Ausgrabungstechniken bekannt. Ebenso simulierten wir ein Bergungsszenario mit Biwaksack.


Tag 4

Pünktlich um 07:30 Uhr trafen wir uns nach dem Frühstück vor der Hütte zu den ersten Standardmaßnahmen im Gelände. Das Ziel war wie auch schon bei der ersten Tagestour, das Bös Weibel auf 2372m. Dieses Mal versuchten wir es jedoch alternativ über den Südhang entlang der ostwärts abfallenden Auriwand. In Spitzkehren stiegen wir im sicheren Abstand zur Wand auf und erreichten nach 02:20 h Aufstiegszeit schließlich den Gipfel. Zur Belohnung gab es dann eine lässige Abfahrt entlang am Aufstiegshang.

Zurück bei der Fraganter Schutzhütte fand dann ein weiteres LVS Training auf dem, der Hütte vorgelagerten, Übungsgelände statt. Es galt dabei, die eingegrabenen Senderkissen zu lokalisieren und zu „befreien“. Anschließend in der Hütte angekommen, erhielten wir eine kleine aber überaus nützliche und lehrreiche Kartenkunde. Es folgte der Rechtsvortrag.

Ab Abend wurden die ersten, von den Teilnehmern gehaltenen, Lehrvorträgen zu einzelnen Themenschwerpunkten der vergangenen Kurstage gehört und diskutiert.


Tag 5

Nachdem am Übungsgelände die restlichen Lehrvorträge der Kursteilnehmer stattgefunden hatten, stand die Simulation eines Lawinenunglückes, als außerplanmäßige wenn auch ungemein lehrreiche Übung, auf dem Programm. Wir hatten somit die Möglichkeit der praktischen Anwendung des Erlernten aus dem Kursinhalt „Notfall Lawine“. Im Anschluss daran, fanden wir uns zum Mittagessen in der Schutzhütte ein, wonach es auch eine Feedbackrunde und die Zertifikatsverteilung gab. Während unser Gepäck mit der Materialseilbahn talwärts fuhr, verabschiedeten wir uns noch auf der Hütte und fuhren anschließend ab.

Fazit:

In den 5 intensiven wie auch schönen sowie lehrreichen Tagen wurden uns die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten des Übungsleiters äußerst gut vermittelt. Das es unseren Ausbildnern ein Anliegen war, uns bestmöglich mit den für den „Übungsleiter Skitouren“ erforderlichen Kenntnissen auszustatten, war offensichtlich.

Dies war nicht zuletzt daran zu erkennen, dass wir auch außerplanmäßige Lehrinhalte vermittelt bekamen. An dieser Stelle vielen Dank an Magdalena und Klaus welche dafür sorgten, dass wir uns nun sehr gut vorbereitet auf unsere bevorstehenden Skitouren-Übungsleiteraufgaben beim AV freuen dürfen.

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