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Klettersteig-Abenteuer in den Lechtaler Alpen (2-Tagestour mit Klettersteig - Lechtal 30-31.08.2014)

Alpenverein Vorarlberg
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Klettersteig-Abenteuer in den Lechtaler Alpen

Klettersteig

Früh morgens um 7:00 Uhr gings los beim Café Natter in Bezau. Alle Teilnehmer erschienen pünktlich und ausgerüstet mit voller Regenmontur, um dem trotzigen Wetter die Stirn zu bieten. Nachdem der Wetterbericht nicht allzu viel Gutes fürs Wochenende verheißen hatte, zweifelte so manch einer an der tatsächlichen Abfahrt in den Fahrgemeinschaften und hoffte wohl insgeheim auf ein gemütliches Frühstück im Café, um sich danach wieder zu Hause in die warmen Federn zu hüllen. Doch nach einer entspannenden Autofahrt nach Boden im Lechtal ging der Marsch los, mit Sack und Pack und einer ordentlichen Motivation.

Nach ca. 1 Stunde Fußweg durchs Angerletal gelangen wir zum Einstieg des Hanauer Klettersteigs mit der schwindelerregenden Schwierigkeitsstufe C-D. Hochmotiviert schlüpften wir in unser Klettergeschirr, machten den obligatorischen Partnercheck und begaben uns auf den abenteuerlichen Weg entlang der Bergklippe über steiles Gelände und rutschiges Gestein. Bunt bekleidet mit Regenschutz (vergleiche Gummibärenbande) klebten wir an den nassen Felswänden und arbeiteten uns Schritt für Schritt vor. Nur gut dass keiner von uns Angst vor der Höhe hatte, denn wirklich gefährlich ist ja bekanntlich nur die Tiefe… Dem ein oder anderen stockte dennoch der Atem bei der Überquerung einer langen Seilbrücke über der Schlucht, bei der Überwindung von überhängendem Gelände und dem Anblick des rauschenden Baches entlang des Weges hinauf zur Hanauer Hütte (1922 m). Nachdem sich der Schweiß der Anstrengung mit dem des Adrenalins vermischt hatten, gelangen wir nach ca. 1 Stunde heil zum Ausstieg des Klettersteigs. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren wir alle hellwach und vollgepumpt mit Energie.

Nach einer kurzen Pause in der Hanauer Hütte ging der Fußmarsch weiter über die westliche Dremelscharte (2434 m) vorbei am schönen Bergsee hinunter zur Steinseehütte (2061 m). Auf dem Weg begegneten wir Gämsen und prachtvollen Steinböcken, die uns in unmittelbarer Nähe stolz entgegenblickten. Auf der Terrasse der Steinseehütte genossen wir am Nachmittag die einzelnen Sonnenstrahlen mit herrlichem Ausblick auf das umliegende Gebirge, das sich von wandernden Wolkenfeldern umtänzeln ließ. Der Duft von langsam vor sich hinköchelndem Goolasch ließ uns das Wasser allmählich im Mund zerfließen. Um Punkt 18:00 Uhr wurden unsere hungrigen Mägen mit einem köstlichen 3-Gänge-Menü gefüllt und wir ließen den Tag bei einem gemütlichen Zusammensitzen ausklingen. A Jässle gehörte natürlich auch dazu, wo angeblich ein Matsch nach dem anderen gespielt wurde. Das Gerücht, dass „geklopft“ oder gar „Karten geschoben“ wurden, lassen wir mal so im Raum stehen. Sagenumwobene Geschichten kursierten über Bergbesteigungen, bei denen Mikrowellen- bzw. Medizinball-große Steine losgetreten wurden… Spannende Rätsel, kreative Zaubertricks und lustige Ideen wie die Jömmorkasso oder Meanggkassa (über den zu patentierenden Namen lässt sich noch streiten) ließen die Abendstunden viel zu schnell vergehen. So entschieden wir uns die Betten zu beziehen, um den nächsten Tag mit neuer Kraft beginnen zu können.

Am Morgen des zweiten Tages machten wir uns nach dem Frühstück frisch und munter auf den Weg zur Steinkarspitze (2650 m). Da uns der Hüttenwirt versicherte, dass das Wetter bis zu Mittag halten und der Regen erst am Nachmittag eintreffen würde, waren wir positiv gestimmt und freuten uns auf den schönen Klettersteig zum Berggipfel. Doch wie es schien, hatte jemand der Teilnehmer das Abendmahl am Vortag nicht ausgegessen. Denn als wir beim Einstieg angelangten, brach das Wetter über uns zusammen und es regnete in Güssen. Zweifel überkamen einige von uns: Sollen wir es trotzdem wagen? Ist das Gelände zu rutschig für den Aufstieg? Nein! Wir werden uns den Gipfel nicht entgehen lassen, entschieden wir einheitlich und teilten uns in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe bestieg den Berg über den leichteren Klettersteig mit der Schwierigkeitsstufe A-B, die anderen wagten sich über den schwierigeren Weg mit der Stufe C über die Vorderseite des Berges. Am Gipfel wurden wir von Hagel und frischen Windböen empfangen, worauf wir den Aufenthalt mit einem raschen „Berg heil“ eher kurz hielten und den Abstieg antraten.

Klatschnass, aber glücklich über den Gipfelsieg, gelangen wir nach ca. 3 Stunden wieder zur Steinseehütte, wo wir den Hüttenwirt wegen der falschen Wetterprognose schimpften und unsere Kleidung wechselten. Auf auf, bevor sich unsere Glieder wieder abkühlen! So traten wir den Rückweg über die östliche Dremelscharte (2470 m) an und rutschten freudejuchzend die Karfelder hinunter.

Ohne längere Rast wanderten wir gemütlichen Schrittes bis nach Boden und kamen richtig schön ausgepowert nach ca. 4,5 Stunden Wanderung am Parkplatz an. Dort trennte sich die Gruppe kurzfristig und traf sich auf einen gemeinsamen Abschluss im Café Natter, um die Erlebnisse bei wohlverdientem Kaffee und Kuchen Revue passieren zu lassen.
Schlussendlich waren alle froh dabei gewesen zu sein, denn die hochalpinen Wetterumschwünge in den Lechtaler Alpen haben uns das Wochenende umso aufregender und spannender gestaltet. Adrenalin pur! So wandelte sich die zaghafte Frage einiger Teilnehmer vom Samstagmorgen „..Söllomor scho gau...?“ in ein stolzes „Boah voll super isches gsin, zum Glück sammor gango!!“. Es war eine unvergessliche Tour mit einem verlässlichen und professionellen Bergführer und einer sehr dynamischen Truppe.

Ein großes Dankeschön an unseren Bergführer Hubert Moll für die Organisation und Durchführung der Tour.
Ein Danke auch an alle Teilnehmer für das gelungene Wochenende.

Teilnehmer: Erna, Johannes, Sabine, Werner, Annette, Vincent, Georg, Sonja, Magdalena, Constanze, Teresa und Joachim

Constanze

Bilder von: Georg Bischofberger und Hubert Moll

   

 
 
 

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