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Bergtour Hohe Tauern

31.08.2021

Jugendgruppe ALPakas 

 

7 Bilder

 
 
 

Und wenn du denkst es geht nicht mehr,...

.. kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Mitten im Schneegestöber stehen wir da und denken ans Umdrehen. Doch genau in diesem Moment kommt SIE.

Doch erstmal zurück zum Anfang. Mit einer traumhaften Wettervorhersage im Gepäck (es sollte das ganze Wochenende regnen) startet der harte Kern unserer Jugendgruppe um 05:00 Uhr in Dornbirn. Mit dem Alpenvereinsbus fahren wir erstmal Richtung Innsbruck. Wir hören „Ab in den Süden“ und hoffen, damit die tiefhängenden Wolken vertreiben zu können. In Innsbruck, wo wir den Rest der Gruppe aufgabeln, können wir sogar teilweise die Sonne erahnen. Doch die Sonnenfenster sind von kurzer Dauer und bereits am Gerlospass, über den wir ins wilde Pinzgau fahren, sind die Wolken zurück.

Nach vier Stunden Fahrt und vielen Motivationsliedern (wir haben immer noch die Hoffnung, die Wolken vertreiben zu können) erreichen wir den Parkplatz am Eingang des Habachtals. Das Tal gehört zum Nationalpark Hohe Tauern und ist bekannt für seine Smaragde. Für uns geht es aber nicht auf Schatzsuche, sondern im Sprint zum Bus, der uns in 15 Minuten ins nahegelegene Hollersbachtal bringt.

Es scheint so, als ob unser Gesang nicht überzeugend genug für Petrus war, denn jetzt regnet es nicht mehr leicht, sondern in Strömen. Darum entscheiden wir uns, den Hüttenzustieg zu verkürzen. In einem mindestens 15 Jahre alten Sprinter fährt uns der Wirt des Berggasthofes Richtung Materialseilbahn der Neuen Fürther Hütte. Weder Kühe noch Schlaglöcher oder Hochwasserschäden können ihn auf seiner rasanten Fahrt über zwölf Kilometer und 800 Höhenmeter aufhalten. Es geht vorbei an Murenabgängen und Baggern, die versuchen, den Habach wieder in sein ursprüngliches Bachbett zu verlegen, nachdem es Mitte Juli zu starken Überflutungen gekommen war.

An der Materialseilbahn angekommen scheint das Wetter uns doch noch gnädig zu sein. Gerade als wir die letzten 600 Höhenmeter zur Hütte in Angriff nehmen, hört der Regen auf. Auf der ersten Hochebene lichtet sich auch noch der dichte Nebel und die frisch verschneiten Berge blitzen zwischen den Wolkenfetzen hervor. Das beeindruckt uns sehr, wollen wir doch morgen die Larmkogelscharte auf 2933 Metern überqueren. Nach gut zwei Stunden erreichen wir aber zunächst unser erstes Ziel: die Neue Fürther Hütte auf 2201 Metern. Obwohl es direkt an der Hütte einen See gibt, verzichten wir heute auf ein Bad; fühlen wir uns doch plötzlich durch den Neuschnee vom August in den Dezember versetzt. Während draußen reges Schneetreiben herrscht, besprechen wir unsere Tour für den nächsten Tag. Der Hüttenwirt wirkt nicht sehr überzeugt, als wir ihm von unserem Plan berichteten, über die Larmkogelscharte auf die Neue Thüringer Hütte gehen zu wollen. Eine Gruppe ist am heutigen Tag bereits bei weniger Schnee umgekehrt, um eine weitere Nacht auf der Neuen Fürther Hütte zu verbringen (hier waren jedoch mit ein Hauptgrund die mangelnde alpine Erfahrung sowie unzureichendes Schuhwerk).

Welch‘ Überraschung – am nächsten Tag liegen bereits bei der Hütte fünf Zentimeter Neuschnee und es schneit immer noch. Darum entscheiden wir uns erstmal für ein gemütliches Frühstück und starten danach den Tag mit eine paar Jass-Runden und Kuscheleinheiten mit dem Hüttenkätzchen „Semmel“. Da für den Mittag eine Wetterbesserung vorausgesagt ist, brechen wir gegen 09:30 Uhr dann aber doch mit einem Plan B im Gepäck Richtung Larmkogelscharte auf. Es ist wärmer als erwartet und wir fühlen uns wohl. So steigen wir langsam höher und höher. Die Gegend ist mystisch und immer wieder können wir die schöne Landschaft, die sich in ein dichtes Wolkengewand hüllt, erahnen. Mit der Höhe wird der Schnee tiefer, die Spurarbeit anstrengender und wir müssen im teilweise dichten Schneetreiben und Nebel immer wieder nach den Zipfelmützen der Wegweiser Ausschau halten, um den richtigen Weg zu finden.

Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir die Larmkogelscharte. Mittlerweile ist uns an Händen und Füßen doch kalt geworden, denn der Wind bläst uns seit einer halben Stunde den Schnee kräftig ins Gesicht. So entscheiden wir uns nach einer kurzen Gruppenbesprechung und einer kleinen Stärkung gegen eine Besteigung des Larmkogels. Trotz Kälte schießen wir aber noch schnell am höchsten Punkt unserer Tour ein Foto mit Kasimir, unserem treuen Begleiter auf allen Touren (mit seinem warmen Fell ist ihm natürlich nicht kalt).

Jetzt gilt es den Abstieg zur Neuen Thüringer Hütte zu finden. Dabei gibt es aber ein Problem: Es ist überhaupt kein Weg mehr sichtbar. Die Wegmarkierungen scheinen auf dieser Seite nicht so reichlich vorhanden zu sein oder der Neuschnee hat sie bereits unter sich begraben. Der Nebel tut sein Übriges. Vorsichtig steigen wir ein paar Meter ab. Das scheint uns aber nicht der richtige Weg zu sein und so versuchen wir es ein paar Meter weiter links nochmal. Hier sieht es zwar besser aus und wir entdecken auch eine Markierung, aber wir möchten nichts riskieren.

So stehen wir da und überlegen: Sollen wir den weiteren Abstieg wagen oder abbrechen? Geht es vielleicht doch noch ein kleines Stückchen weiter oder müssen wir ins Tal zurück, um so außen rum ins Habachtal zu gelangen? Sehen wir dort unten vielleicht gleich die nächste Wegemarkierung? Doch plötzlich hören wir ein leises „Hallo“ von unten und sehen, wie sich eine schemenhafte Gestalt durch tiefen Schnee aufwärts wühlt. Zunächst wollen wir unseren Augen und Ohren nicht trauen, aber es ist wahr. Von unten kommt uns Isi entgegen. Sie verbringt den ganzen Sommer im Rahmen eines Praktikums als Küchenchefin auf der Neuen Thüringer Hütte.

Wir können unser Glück nicht fassen und freuen uns unglaublich sie zu sehen. Jetzt wissen wir, dass wir es schaffen werden. Die Chance uns zufällig zu treffen war minimal – haben wir uns doch nicht verabredet. Nur der Hüttenwirt der Neuen Fürther Hütte hatte drüben angerufen, um zu sagen, dass wir aufgebrochen waren. Fünf Minuten waren entscheidend. Etwas später wären wir sehr wahrscheinlich schon wieder auf dem Rückweg ins Tal gewesen und auch Isi wäre nicht mehr viel weiter aufgestiegen und hätte so unsere Spuren nicht gesehen.

Aber der Zufall wollte, dass wir uns treffen und so steigen wir, nach großem Hallo, gemeinsam frohen Mutes Richtung Neue Thüringer Hütte ab. Wir kürzen sogar einige Kehren dank des Schnees im Rodelstil ab. Bereits eineinhalb Stunden später kommen wir alle wohlbehalten auf der Hütte (2240 Meter) an. Hier macht uns Isi mit ihrem Kaiserschmarren und einer heißen Dusche restlos glücklich. Den Abend lassen wir als echte VorarlbergerInnen im „Ausland“ wieder vereint mit Liedern von zuhause (von „Von Mellau bis ge Schoppernau“ bis „Oho Vorarlberg“ ist alles mit dabei) ausklingen. Aufgrund der Wetterlage sind nur sehr wenige andere Gäste auf der Hütte und so haben wir genug Zeit, uns mit Isi über das Leben auf einer Alpenvereinshütte auszutauschen. Nach einer Nacht in der Familiensuite fühlen wir uns am nächsten Tag wieder frisch und munter. Das Wetter hat sich leider nicht gebessert und so entscheiden wir uns nach dem Abenteuer des vorhergehenden Tages für eine kleine, aber feine Runde zur Ruine der Alten Thüringer Hütte (2400 Meter), die durch Lawinen zerstört wurde (erst hatte ihr 1968 eine Staublawine das Dach genommen, bevor eine Grundlawine sie 1978 erneut, diesmal bis auf die Grundmauern, zerstörte).

Nach eine Partie Kässpätzle mit Pinzgauer Käse und einer weiteren erholsamen Nacht steht für uns am letzten Tag nur noch der Abstieg zum Parkplatz an. Wieder ist es nass, wieder sehen wir nichts von der wunderschönen Gebirgslandschaft, die uns umgibt. Isi begleitet uns bis zum Gasthof Alpenrose. Es ist das erste Mal in ihrer Zeit auf der Hütte, dass sie Richtung Tal absteigt. Der Hüttenwirt Andy nutzt die Gelegenheit und gibt ihr noch einen Müllsack mit. Die Neue Thüringer Hütte wird nämlich ausschließlich am Beginn der Saison einmal mit dem Hubschrauber angeflogen. Dann heißt es backen, frisches Gemüse im überdachten Hochbeet anbauen und wenn etwas aus ist, ist es aus.

Abschließend möchten wir sagen: Die Tour hat uns mal wieder gezeigt, dass man im Hochgebirge auf alles vorbereitet sein muss. Dazu gehört auch die Bereitschaft umzukehren, auch wenn das Ziel noch so nah erscheint und man meint, den Kaiserschmarrn schon riechen zu können. In jedem Fall schenken einem die gemeinsamen Touren in den Bergen bei jedem Wetter unvergessliche Erlebnisse und eine Gemeinschaft fürs Leben.

 
 
 

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