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Klettersteigtage Julische Alpen (Klettersteige Julische Alpen)

Alpenverein Vorarlberg

Klettersteigtage Julische Alpen

Krn und Prisojnik

 
 
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Mangart

 
 
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Montag 1. August:

Wir treffen uns leider nur zu 6t um 7 Uhr am Parkplatz. Elisabeth konnte nicht mit, da ihr Vater gerade verstorben war. Die Fahrt: Über den Brenner, da gab es dann schon den ersten Stau, ins Pustertal, über Lienz das Drautal hinab nach Hermagor, Tarvis, Predil-Pass nach Bovec. Ankunft gegen 17 Uhr. Bei der Fahrt über den Predilpass waren wir  gefangen von der Einzigartigkeit der Landschaft und des Gesteins: Weiße Flussbetten und türkises Wasser, steil aufragende Kalkriesen.

Im Appartementhaus von Vasja Mrakic wurden wir freundlichst empfangen und sogleich mit wertvollen Tipps versorgt: Für den nächsten Tag war leichter Regen vorhergesagt und damit empfahl Vasja uns statt des geplanten M. Smohor den Gipfel des Krn. Dort hätten wir "nur" einen Abstieg von 1200Hm quasi in der Falllinie nach 1600 Hm Aufstieg. Er würde uns dann abholen. Außerdem gab es Empfehlungen für das Abendessen und die lokale Gastronomie.

Dienstag 2. August:

Herrliches Frühstück um 7. Um 8 Abfahrt mit Wanderausrüstung zur Hütte Dom Klementa Juga auf 700 m. 9 Uhr: Steil hinauf in schattigem Buchenwald (zahlreiche Alpenveilchen/Cyclamen)ging es bis zum Joch. Die Hütte Planinski Dom ließen wir links liegen und hatten dann hinter einer Alpe mit glücklichen Alpschweinen den ersten Kontakt mit Kalkschutt. Wir passierten den  malerischen Krnsko See und erreichten eine Hochfläche. Der Kalkschutt war stellenweise so weiß, dass er fast wie Schnee blendete. Durch eine Karstlandschaft ging es steil empor und wir bewunderten die Blumenpracht: Sternbergs Nelke, Stein-Nelke, Grasnelken, Dolomiten-Fingerkraut, Kerners Alpenmohn, Mayers Alpenmohn... immer wieder eingehüllt in intensivem Nelkenduft. Knapp unter dem Gipfel des Krn wurde es dann geschichtlich: Schrappnellreste, Bleikugeln, Rollen von Stacheldraht. Hier war die Front zwischen Österreich-Ungarn und Italien gewesen. Am Joch waren dann noch Geschützreste und Granaten zu sehen. Immer wieder kurz eingehüllt in Nebel erreichten wir den Gipfel des Krn auf 2244 Metern Höhe. Von dort reichte die Sicht bis zur Adria. In der Hütte 60 Hm unterhalb des Gipfels gab es dann eine Rast, bevor wir uns an den steilen Abstieg machten. Ankunft an der Koca na Pl. Kuhinja um 17.15. Rückfahrt mit unserem Vermieter über Kobarid nach Bovec, beinahe 1 Stunde. Am Abend besuchten wir ein gutes Restaurant mit lokalen Spezialitäten.

Mittwoch 3. August:

Abfahrt um 8 zum Vrsic-Pass. Dort Ankunft um 9 Uhr. Dort erlebten wir 2 Enttäuschungen: Vladimir Putin war schon abgereist und eine Teilnehmerin hatte ihr Klettersteigset vergessen. Für mich eigentlich ein Vorteil, hatte ich doch Halsschmerzen und war erkältet . So bestieg ich mit einer Teilnehmerin den Prisojnik auf dem Normalweg und legte längere Pausen ein. Beim "Fenster" erwarteten wir die Klettersteiggruppe, die doch gut 4 Stunden für den Aufstieg benötigt hatte. Ich bestieg dann noch mit drei Teilnehmerinnen in einer weiteren Stunde Gehzeit den Gipfel (2547m). Der Abstieg erfolgte sehr konzentriert, war doch der Weg ziemlich anspruchsvoll. Immer wieder erblickten wir Edelweiß am Wegrand. Nach ca 2,5 h erreichten wir das Auto. Nach einer Erfrischung in der eiskalten Soca erreichten wir die Unterkunft. Vasja hatte uns zum Abendessen eingeladen und für uns Forellen zubereitet und zur Nachspeise gab es "bovski krafi", die allein sind schon einen Abstecher nach Bovec wert.

Donnerstag 4. August:

Abfahrt um 9 Uhr. Nach Rücksprache mit Vasja hatten wir unseren ursprünglichen Plan geändert. Nicht die Mala Mojstrovka unweit des Vrsic-Pass sondern der Mangart, der zweithöchste Berg Sloweniens, (2679m), war jetzt das Ziel. Über eine malerische Hochgebirgsstraße fuhren wir auf 2000m Höhe. Vom Parkplatz (10 Uhr) ging es nach kurzem Anstieg 150 Hm hinab zum Einstieg der Ferrata Italiana (B/C), einem landschaftlich unglaublich toll angelegten, gut gesicherten Klettersteig mit grandiosen Tiefblicken. Nach dem Ausstieg querten wir entlang der Höhenlinie ein Schuttfeld und erreichten den Einstieg der Via Slovenia, einem leichten, gut gesichertem Klettersteig (A/B), der beinahe bis zum Gipfel reicht. So gegen 15 Uhr erreichten wir den Gipfel des Mangart. Im Norden sichteten wir Villach und im Süden zeichnete sich  ein Streifen der Adria undeutlich ab! Die wechselnden Wolkenstimmungen waren zauberhaft. Der Abstieg eröffnete immer wieder neue Eindrücke und gegen 17 Uhr waren wir beim Auto. Am Abend gab es wieder lokale kulinarische Genüsse und ein slowenisches Pop-Konzert am Hauptplatz.

Freitag 5. August:

Kurzer Einkauf, Abreise um 9 Uhr und nach allerlei Behinderungen zwischen Salzburg, München und Landsberg Ankunft in Bregenz um 19.40.

Fazit: Wunderbare Gegend, keine Schigebiete, kaum Verbauungen im Gebirge, mein bisher schönster Gebirgsfluss: die Soca. Glück mit dem Wetter, besondere Flora, gutes Essen, schöne Unterkunft und eine tolle Gruppe!

Bericht: Stephan Leitner

 
 
 

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