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Das Eiskar in den Karnischen Alpen (Eiskar 2007)

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Blick ins Eiskar (von Osten) am 3.6.2007

Das Eiskar in den Karnischen Alpen

Das Eiskar in den Karnischen Alpen

 

Das Eiskar ist der südlichste Gletscher Österreichs und liegt in einem Kar in der Nordflanke der Kellerwand (Karnische Alpen Nähe Kötschach- Mauthen). Der höchste Punkt dieses nur 17 ha großen Gletschers liegt in etwa 2375m, seine Zunge reicht bis auf eine Seehöhe von 2115m hinab.

Dass der Gletscher in einer so geringen Höhe seit der letzten Eiszeit überlebt hat, hat mehrere Gründe. Einer der Hauptgründe sind die klimatischen Rahmenbedingungen. Die Karnischen Alpen zählen zu den niederschlagsreichsten Regionen Österreichs. Besonders das zweite Niederschlagsmaximum, welches hier im Herbst auftritt, führt im Eiskar oftmals zu intensiven Schneefällen. Diese bilden eine wichtige Grundlage für die sommerliche Ablationsperiode. Weiters wird der Gletscher von der 300- 500m hohen oberen Kellerwand überragt und beschattet. Aus der Wand gehen nach ergiebigen Schneefällen auch große Lawinen auf das Eiskar nieder, welche für eine weitere Zunahme der Schneehöhe am Gletscher führen. Zu guter Letzt sorgt Steinschlag aus der Kellerwand, der sich als Schutt auf dem Gletscher ablagert, für eine isolierende Schicht.

 

 

Blick ins Eiskar (von Osten) am 3.6.2007 (siehe Foto links)

 

Witterungsablauf und Schneeverhältnisse im Jahr 2006/07

 

Das Gletscherhaushaltsjahr 2006/07 steht jedoch unter keinem guten Stern. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Einerseits zeigte sich im September 2006 bei der alljährlichen Messung ein katastrophales Bild. Zum ersten Mal seit es jährliche Nachmessungen gibt (1992) war der Gletscher komplett frei von Firn und Altschnee. Die sonst so niederschlagsreichen Monate Oktober und November brachten im Herbst 2006 insgesamt nur etwa 150mm Niederschlag. Der Großteil davon fiel bereits im Oktober und zwar in Form von Regen. Erst der Dezember bracht im Eiskar ergiebige Schneefälle.

Im Gegensatz zu den großen Alpengletschern ist beim Eiskar nicht das Sommerhalbjahr sondern das Winterhalbjahr für eine positive Bilanz entscheidend.

Die Schneefallereignisse in den restlichen Wintermonaten 2006/07 waren zumeist mit tiefen Temperaturen verbunden. Oft setzte schon kurz nach Niederschlagsende Nordföhn ein, der den pulvrigen Schnee aus der Karmulde wehte. Somit konnte sich bis ins Frühjahr hin keine mächtige schützende Schneedecke ausbilden.

Der April und Mai 2007 brachten schließlich deutlich übernormale Durchschnittstempera-turen, wobei der April am Dobratsch mit +3,6°C (+5,9°C gegenüber dem langjährigen Mittel 1971- 2000) zu den wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn zählte. Das Eiskar liegt nur etwas höher als die Villacher Alpe und somit lässt sich erkennen, dass die Ablationsperiode am Gletscher heuer bereits Mitte April einsetzte. Weiters verlief der Frühlingsbeginn überaus trocken, wodurch sich die Schneedecke nicht mehr weiter aufbauen konnte. Der Mai brachte durchschschnittliche Niederschlagsmengen, die Temperaturen lagen jedoch neuerlich deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Normalerweise sollte am Dobratsch im Mai noch an 20 Tagen zumindest 1cm Schnee liegen. Heuer war dies gerade einmal an 5 Tagen der Fall, wobei die maximale Schneehöhe nur bei 5cm lag.

Auf das warme Frühjahr folgte ein heißer Junibeginn. Auch dieser Monat reihte sich nahtlos in eine Abfolge zu warmer Monate, was natürlich schlechte Auswirkungen auf das Eiskar hatte. Die in diesem Monat anhaltende Trockenheit wirkte sich auf den Gletscher jedoch eher positiv aus, da durch starke Regenfälle der Schneedecke sehr viel Energie zugeführt wird, die das Schmelzen der selbigen zur Folge hat.

Erst Ende Juni sorgten mehrere kräftige Tiefdruckgebiete für eine deutliche Abkühlung auf normale bis leicht unternormale Temperaturwerte.

Am 4.7. sowie am 10.7.2007 kam es im Eiskar sogar zu 2 Schneefallereignissen, welche dem Gletscher zumindest für den einen oder anderen Tag etwas Erholung bringen.

 

 

Blick hinunter auf die Gletscherzunge (7.7.2007)

Gletscherbeobachtungen 2007:

 

Bei der ersten heurigen Begehung am 3. Juni bestätigten sich die Vermutungen über eine geringe Schneebedeckung. Bei der Pegelstange in rund 2250m lag die Schneehöhe nur bei 1,1m. 2006 lagen an dieser Stelle zur gleichen Zeit 2,0m, im Rekordjahr 2004 war die Pegelstange komplett mit Schnee bedeckt (Schneehöhe 4-5m).

Aber auch am restlichen Gletscher lag die Schneehöhe um 1 bis 2m unter den letztjährigen Werten. (Gegen alle Vermutungen war auch der Winter 2005/06 für das Eiskar schlecht, da auch in diesem Winterhalbjahr die herbstlichen Schneefälle fehlten, sowie der Neuschnee oft durch Nordwinde aus dem Kar verfrachtet wurde.)

 

Beim zweiten Besuch am 7. Juli war die Pegelstange bereits schneefrei.

Im Bereich der Zunge betrug der Schneerückgang jedoch nur 2,5m. In den Jahren 2004 und 2005 hatte die Schneehöhe an dieser Stelle im selben Zeitraum (Anfang Juni bis Anfang Juli) um rund 3,5m abgenommen.

Im Gegensatz zu vielen großen Alpengletschern ist das Eiskar heuer aber noch komplett mit Altschnee bedeckt. Nur die schuttbedeckten Gletscherteile sind bereits aper.

Für die weiteren Sommerwochen 2007 sind die Schneereserven jedoch begrenzt, da das letzte Haushaltsjahr sämtliche Altschnee- und Firnrücklagen aufgezehrt hat.

Nach dem kühlen Julibeginn sorgt eine Hitzewelle um die Monatsmitte für eine große Belastung, so dass auch für das heurige Geltscherhaushaltsjahr starke Rückzugsbeträge zu erwarten sind.

 

 

 

Am 30.5.2004 nach dem Rekordwinter 2003/04 (Vergleich mit dem 1. Foto)

 

 

                                                                        Gerhard Hohenwarter jun.

 

 
 
 
 

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