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Gletscher-/Hochtouren Aufbaukurs

23.07.2021 - 25.07.2021 in Alpinzentrum Oberwalderhütte (Glocknergruppe)

Alpinteam - Hochtouren

Ausbildner: Werner Pfeifer,  Manuel Lassnig

23.-25.07.2021

Kursinhalte/Ablauf:

Freitag:
Bereits beim Aufstieg zur Oberwalderhütte mit vollem Gepäck haben wir viele Übungen am Felsen gemacht (richtiges Steigen, Fußstellung, aufwärts/abwärts, Querungen, Gehen auf steilerem Plattengelände, kleine Felsgrate), Aufstiegszeit daher ca 3,5 Std.

Freitag Nachmittag:
Nördlich der Oberwalderhütte querten wir ein 35° Firnfeld zur Bockkarscharte und haben dort im Windkolk den Mannschaftszug geübt. Nach einem mühsamen steilen und unendlich langen Aufstieg zur Eiswandbichlscharte genossen wir den gemütlichen Abstieg südseitig zur Oberwalderhütte.

Freitag Abend:
haben wir noch eine kleine Feedback Runde gmacht. Werner hat dann noch das Thema „Risikobewusst unterwegs mit dem 3-fachen Blick"   1.ich 2.es 3.wir“ (s.Anhang) präsentiert und Bewusstsein geschaffen, dass es bei der Königsdisziplin des Bergsport nicht nur auf Kondition und „ich will“ ankommt, sondern es für eine erfolgreiche Hochtour wesentlich mehr Faktoren gibt, auf die man schaun sollte.

Samstag ganztags:
Wir machten eine Gletscher-/Hochtour mit Schwierigkeit mittel, mit 650Hm, ca. 10km, gesamt 9 Std. incl. vielen Ausbildungsschritten auf Tour (Pausen, Feedback an jew. Seilschaftsführenden, Tourenplanung on Tour, Wetter, Gelände, Gefahrenstellen/-quellen, Lawinen im Sommer, Spalten erkennen).

Im Schneewinkel (südlich des Johannisbergs) stiegen wir in südlicher Richtung über eine 35° Eisflanke hoch, 3 Seillängen á 50m, Standplatzbau im Eis, Aufstieg einzeln mittels Prusiksicherung, Aufstiegszeit 3 Seillängen + ca. 100Hm im vergletscherten Gelände ca. 2,5 Stunden. Manuel als "Vorsteiger" voraus, baute sichere Stände und achtete penibel darauf, dass die nachkommenden Teilnehmer an den Zwischenständen ordentlich gesichert waren.  Der Abstieg von der Schneewinkelscharte führte uns über spaltenreiches Firngelände.  Werner machte im steilen Firngelände noch eine kleine Meditationseinheit, die das Selbstvertrauen, die Koordination und den Gleichgewichtssinn stärken sollten.  Für die Teilnehmer offensichtlich etwas Neues bei einem Ausbildungskurs.

Auf halben Abstiegsweg haben wir eine kleine Eisflanke (ca. 50m lang) mit 30° Neigung gefunden und hier mit Eisschrauben einen Standplatz gebaut und Abseilübungen gemacht. Dabei wurde auch gezeigt, wie man materialsparend (ohne Material zurückzulassen) eine selbstausdrehende Eisschraube macht und pooaah -  die Gesichter waren recht erstaunt, als die letzte Eisschraube dann auch nach unten kam (ohne Gefahr für uns unten!).

Beim Aufstieg zur Oberwalderhütte über den Klettergartenfelsen haben wir nochmal zurück geschaut, was wir heute geleistet haben, und es gab zufriedene und erstaunte Gesichter:  Spaltenreiche Gletscherquerung, Aufstieg über eine steile Eisflanke, Abseilen im vereisten Gelände.  Werner wies auch drauf hin, dass die Teilnehmer nun ohne weiteres in der Lage sind, mittlere Gletscher-/Hochtouren selbstständig zu planen und durchzuführen.  Allerdings sollte der Blick auf das "Wir" künftig nicht fehlen, denn die Dynamik einer Gruppe kann enorm sein.

Samstag Abend haben wir nochmal eine kleine Feedback Runde gmacht, wo jeder seine Eindrücke des Tages, neu Gelerntes, neue Erfahrungen erzählen konnte. Werner hat auch das Thema „Tourenplanung“ bewusst gemacht und dass eine solche mit der 3x3 Methode sehr gut gelingt. Überdies haben wir in den vielen Pausen on Tour die 3x3 Methode immer wieder angewendet, sodass es am Abend nur mehr eine kurze Zusammenfassung/Wiederholung war.

Sonntag:
Aufgrund der Schlechtwetterfront haben wir am Sonntag auf eine Tour verzichtet, kurzfristig umgeplant und in Hüttennähe die behelfsmäßigeBergrettung intensiv geübt, jeder mind. 2x Lose Seilrolle bzw. Selbstbergung mittels Münchhausentechnik, u.a. auch mit Tiploc und Microtraxion.

Insgesamt waren es gelungene Ausbildungstage, für die Teilnehmer viel Neues dabei, das nicht nur Technik betraf, sondern auch Themen wie Risiko am Berg, subjektive/objektive Gefahren, Natur, Pflanzen, Gletscherentstehung/-rückgang, Wetter. Manuel und Werner haben sich bemüht, den Teilnehmern auch mentale Stärke und und individuelle Übungen mitzugeben, insbesondere aber Bewusstsein zu schaffen, dass eine Hochtour nicht einfach ein "Dahinspazieren" ist.

Bericht: Werner Pfeifer
Fotos:  2021 © Teilnehmerfotos

Weiterführende Links zum Thema SicherAmBerg "Hochtouren"

zum Erinnern:

Begriff "Hochtour"

Alpine Gefahren, Tourenplanung mittels 3x3 Methode

 
 
 
 
 

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