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Klettersteige in der Brenta, 2. - 7.8.2009 (Klettersteige in der Brenta, 02.-07.08.2009)

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Klettersteige in der Brenta, 2. - 7.8.2009

Die Brentagruppe, von den übrigen Dolomiten durch das Etschtal getrennt, ist ein ausgedehnter, überwiegend von Nord nach Süd verlaufender Felskamm. Über zahlreiche Felsbänder führt ein umfangreiches System von Klettersteigen, das einmalig im Alpenraum ist.

Unterer und zentraler Boccetteweg, Boccette Alte und der Sentiero Benini Klettersteig waren die Eckpfeiler dieser fünftägigen Runde um und durch die Brenta:

1. Tag
Nach 7-stündiger Autofahrt von Tulln nach Madonna di Campiglio erreichten wir den Parkplatz der Seilbahn zum Grostepaß (1522m Seehöhe). Wir, das waren Karl, Ferdinand, Georg und Franz. Das Gewicht der Rucksäcke (15 bis 18 kg) war zwar nicht gerade ideal für eine Klettersteigtour, aber aufgrund der nötigen Ausrüstung leider nicht zu vermeiden. So starteten auf dem gut markierten Weg Richtung Rifugio Graffer bei sehr schwülem und wechselhafem Wetter. Wegen des Sonntags trafen wir unterwegs sehr viele Wanderer, die die Auffahrt der Groste-Seilbahn nützten, um dann gemütlich talwärts zu wandern. Wir erreichten sehr rasch unser Ziel, das Rifugio Graffer (2261m Seehöhe). Nachdem wir uns einquartiert hatten, wanderten wir noch zum Grostepaß (2700m Seehöhe), um uns sozusagen für die nächsten Tage einzustimmen. Bereits hier hatten wir einen grandiosen Blick auf die Schutthalden und die vorgelagerten Felsriegel, die eindrucksvoll einer Mondlandschaft glichen. Diesen Gesteinsschutt wurden wir auch an den kommenden Tagen nicht mehr los: Bei jedem Ab und Aufstieg zu den Hütten führte der Weg hindurch. Immer dichter werdende Gewitterwolken ließen uns an diesem Tag rasch zur Hütte absteigen. Kaum in der Hütte angekommen, legte das Gewitter richtig los und wir waren froh das Abendessen im Trockenen genießen zu können.

2. Tag
Das gestrige Gewitter und die vollkommen in Wolken liegende Brentagruppe ließen uns vom ursprünglichen Plan abweichen. Wir entschlossen uns, nicht wie vorgesehen über den Grostepaß in den Sentiero Benini Klettersteig einzusteigen, sondern vorerst über den Normalweg zur Rif. Tuckett zu gelangen. Wir hofften, dass sich die Wolken im Laufe des Tages auflösen und wir den Klettersteig von der Rif. Tuckett mit erleichterten Rucksack durchsteigen können. Der Pfad stieg leicht über abgeschliffene Steinplatten an Richtung Cima Groste, die wir am Nordfuß überquerten. Auf deutlichem, einfach zu findendem Steig führte unser Weg am Fuße des Cima Falkner vorbei. Leicht ab- und aufgehend erreichen wir nach 3 Stunden Gehzeit die Rifugio Tuckett (2271m Seehöhe). Nachdem wir im Bettenlager unsere Rucksäcke erleichtert hatten und uns mit der Klettersteigausrüstung adjustiert hatten, gingen wir ohne uns vorher die Gewitterwarnung für den späten Nachmittag des Hüttenwirtes anzuhören in Richtung Benini Kletterseig los. Über breite Block und Schuttrinnen und leichten Klettereien erreichten wir auf 2745 m Seehöhe einen Aussichtspunkt - die Sicht war zu diesem Zeitpunkt aber gleich null. Nachdem wir die Wand der Cima Falkner überquerten, erreichten wir den höchsten Punkt mit 2800 m Seehöhe. Dann kletterten wir über Rinnen und Felsnasen knapp 200m zur Bocca del Tuckett hinab. Weitere 300 m stiegen wir über den Gletscher Vedr. di Brenta ab bis wir schließlich wieder bei der Rif. Tuckett angelangt waren. Nun sollte sich auch zeigen, dass der Hüttenwirt mit seiner Gewitterwarnung Recht hatte. Beim Abendessen zog ein Gewitter mit ergiebigen Regen bis spät in die Nacht hinein auf. Dies waren nun die letzten Unwetter, denn nun an war Schönwetter unser ständiger Begleiter.

3.Tag
Der Tag begrüßte uns mit einem wolkenlosen Himmel. Heute ging es über den Bocchette Alte und Bocchette Centrale zur Rif. Pedrotti. Von der Rif. Tuckett ging es über eine Moräne zur Vedretta di Brenta Inferiore. Von hier stiegen wir zur Bocca del Tuckett auf 2649 m Seehöhe auf. Pickel und Steigeisen waren recht von Vorteil. Wir stiegen dann weiter über Felsstufen, den Markierungsflecken folgend, zu den Leitern und Seilsicherungen hinauf, die beim Nordwestabfall der Cima Brenta emporführten. Auf den ersten Abschnitt des Weges, der Enrico Pedrotti gewidmet ist, folgte das Garbari Band, das sehr luftig den oberen Teil der steil abfallenden Ostwand der Cima Brenta querte und in einem unschweren Schrofengelände endete. Leicht hinab einer zwar versicherten, aber steinschlaggefährteten Firnrinne ging es weiter. Über mehrere Leitern ging es nun auf der Südwand der Cima Molveno zur Steilstelle Bocca Alta dei Massodi. Der Weg setzte sich auf knapp 3000m dann wieder abwärts auf langen Eisenleitern zum Sfulminigletscher oberhalb der Almonti Hütte fort. Ab jetzt war der Sentiero Bocchette Centrale zu bewältigen, einem der schönsten und abwechslungsreich-sten Wege der Brenta. Auf diesem findet man alle Arten Steigen: Leitern, Seile, steile, nicht gesicherte Wegstücke sowie Firnfelder. Bei gutem Wetter, wie wir es hatten, ein Genießerstück pur. Von der Bocca di Brenta war es dann bis zum Rifugio Pedrotti (2496m ) nur noch ein Katzensprung. Insgesamt waren wir an diesem Tag 10 Stunden unterwegs, davon 6 Stunden am Klettersteig und das mit schwerem Rucksack. Müde, aber dennoch mit einer inneren Zufriedenheit, die Königsetappe geschafft zu haben, gingen wir zeitig schlafen.

4. Tag
Die Sonne lachte Strahlend vom Himmel, was den Aufstieg zu einer schweißtreibenden Angelegenheit macht. Gigantisch erhob sich gegenüber der Campanile Basso (Guglia), einem der berühmtesten Kletterberge der südlichen Dolomiten. Der Sentiero Livio Brentari überraschte beim Einstieg mit einer kleinen Hängebrücke. Steil ging es über Leitern und über gut gesicherten Kletterpassagen hinab zum Ambiez Gletscher und auf diesem hinauf zum Sentiero dell Ideale. Den Camosci Gletscher querten wir sicher und bequem mit Steigeisen. Nach dem Abstieg über Moränenschotter schmeckte uns das Bier in der neu erbauten Zwölf Apostelhütte noch einmal so gut. Da wir noch genug Zeit bis zum Abendessen hatten gingen wir noch zur nahegelegenen Felsenkapelle, zu der ein kurzer, unschwieriger Weg führt. Die Wände der Kapelle sind mit Gedenktafeln für tödlich verunglückte BergsteigerInnen geschmückt. Ein besinnlicher Ort, innere Ruhe und Einkehr zu finden.

Dann ging es zurück zur Hütte, welche neu erbaut, sehr sauber und bequem (warme Duschen) ist. Auch der Hüttenwirt hat sein Rifugio voll im Griff und das auch noch auf sehr nette Art. So stand einem unterhaltsamen Hüttenabend nichts im Wege.

5. Tag
Wieder Kaiserwetter von der Früh an. Wir stiegen von der Zwölf-Apostelhütte (Seehöhe 2489m) den anspruchsvollen Weg Scala Santa über eindrucksvolle, aufragende Felshänge steil bergab. Nach vier Tagen im Fels erfreute die noch dazu sehr üppige Vegetation wieder unser Auge. Nach etwa vier Stunden Gehzeit gelangten wir auf 1600m Seehöhe zum wunderschön gelegenen Bergsee Lago di Val d Agola. Von hier an ging es über saftig grüne Weiden und Wälder das Flüsschen Valagola talwärts, bis zu einer Seehöhe von 1210m. Ein wunderschön angelegter Steig führte uns dann zur imposant anzuschauenden Kaskade mit der Rifugio Vallesinella. Die Kaskade stürzt über vier Steilstufen rauschend und tosend hinab! Nach einer Mittagsrast in der Rifugio wanderten wir dann weiter über den Giro delle Cascate in das 1525m hoch gelegene Madonna di Campiglio. Wir gingen langsam durch diesen, hauptsächlich durch den Wintersport bekannten Nobelort, zu unserem vorbestellten Hotel Garni Cime dOro. In einer speziellen, italienischen Pizzeria genaßen wir zu Abend noch einmal die heimischen Köstlichkeiten mit dazu passendem Südtiroler Wein und die abendliche Stimmung, bevor wir uns für die am nächsten Tag vorgesehene achtstündige Heimreise ausruhten.

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