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Kilimanjaro - Der höchste Berg von Afrika - 5895 m (KILIMANJARO - Am höchsten Berg von Afrika - 5895 m)

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Kilimanjaro - Der höchste Berg von Afrika - 5895 m

Am 29.1.2016 fliege ich mit fünf Freunden von München über Amsterdam nach Moshi in Tansania. Dort verbringen wir einen „Akklimatisationstag“ um erst einmal auf dem anderen Kontinent und in seiner Kultur anzukommen.

„Fredrick“, unseren tansanischen Bergführer, der uns am nächsten Tag mit seiner 22-köpfigen Mannschaft (2 „Assistent Guides“, einem Koch, einem Kellner und 18 „Porters“=Träger) abholen wird, lernen wir schon heute kennen. Das beruhigt, denn er gibt uns sofort das Gefühl gut aufgehoben zu sein. Aufgrund der Mannschaftsstärke die hinter Fredrick steht, fühlen wir uns wie imperealistische europäische Reisende aus einer vergangenen Zeit. Im ersten Moment ist die Vorstellung, dass ein afrikanischer Mann „meinen Luxus“ am Kopf tragen muss (weil ich dafür bezahle), bedrückend. Die Zeit und der Berg werden uns etwas anderes lehren...

31.01.2016, Tag 1, Machame Gate (1790 m ) – Machame Camp (3010 m)

Früh morgens fahren wir in voller Mannschaftsstärke mit dem Bus zum Machame Gate, dem  Ausgangspunkt der Machame Route. Das Gewirr und Gedränge von unzähligen Menschen aller Herren Länder versetzt uns erneut in besorgtes Staunen. Bei dem Anblick  geht es einem wie an einem schönen Herbstwochenende am Parkplatz  zur Gowil-Alm.  Am liebsten würden wir umdrehen und ein ruhigeres Ziel suchen.

An Umdrehen ist aber in dem Fall nicht zu denken, denn hier kommen wir nicht wieder so schnell her! Hier müssen wir durch!

Fredrick ist für uns wie ein „Leuchtturm in der Brandung“ und führt uns sicher durch das Gewühl. Beruhigend ruft er uns immer „pole, pole“ – „langsam, langsam“ zu und ehe wir uns versehen umgibt uns die Schönheit des tropischen Regenwaldes. Langsam kehrt Ruhe ein und der Weg beginnt...

Das Klima ist feucht-schwül und der Weg anfangs gesäumt von riesigen Farngewächsen und tropischen Blumen. Langsam wird aus einer Forststraße ein ansteigender Dschungelpfad, die Bäume werden immer grösser und die Natur umgibt uns völlig mit ihrer beeindruckenden Vielfalt.

Nach einem kurzen Regenguss bricht wieder dieSonne durch als wir das Machame Camp erreichen. Die Träger sind schon vorausgeeilt und haben bereits einen geeigneten  Lagerplatz mit Schlaf-, Küchen und Essenszelt errichtet. Was täten wir bloß ohne sie?  Das Abendessen schmeckt hier noch viel besser als gestern im Hotel und wir sind glücklich,  angekommen zu sein.

 
 
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1.2.2016, Tag 2, Machame Camp (3010 m) – Shira Camp (3845 m)

Um 6.30 Uhr werden wir mit Kaffee oder Schwarztee im Zelt geweckt. Das warme Getränk macht die morgendliche Kälte weg und wir können durch die offene Zeltluke die Morgenstimmung genießen.Der atemberaubend schöne Bick auf den schneebedeckten Gipfel des Kilimanjaro lässt alle Müdigkeit aus unseren Körpern weichen und wir starten gestärkt durch ein ausgiebiges Frühstück voll motiviert in den Tag.

Der Weg ist heute schmaler und steiler als zuvor. Es liegt eine nur kurze Etappe vor uns, daher genießen wir umso mehr die Landschaft, den Weg und die Gespräche– einfach „pole pole“.  Je höher wir kommen, desto mehr nimmt die Vegetation ab und die Menge an schwarzen Felsen und Lava-Sand stetig zu. Auf sumpfigen Wiesen stehen vereinzelt Senecien und Lobelien.

Auf einer Höhe von 3845 m erreichen wir nun das neue Shira Camp. Nach einer kurzen Regenerationsphase besteigen wir noch den nur ca. 150 m höheren Shira-Hill. Das ist gut für die Akklimatisation und wird durch eine wunderschöne Aussicht belohnt.  Abends beim Essen bemerken wir leichte Kopfschmerzen als Zeichen der Höhenanpassung. Mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr können wir das aber noch gut beherrschen.

 
 
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02.02.2016, Tag 3, Shira Camp (3845 m) – Barranco Camp (3960)

Heute strahlt uns beim neugierigen Blick aus dem Zelt der Mount Meru im Morgenlicht entgegen und schon hat der Tag gut begonnen.  Obwohl wir heute Abend nur 100 Höhenmeter höher schlafen werden, liegt eine lange Tagesetappe und 1300 Höhenmeter im Auf- und Abstieg vor uns. Ein optimaler Akklimatisationstag, den wir dringend nötig haben.

Am Lava-Tower genießen wir noch auf 4430m ungetrübt ein schmackhaftes Mittagessen bevor uns im Abstieg dann die Kopfschmerzen einholen. Einige von uns erwischt es ziemlich heftig.Frederick ist hier wieder mit seiner großen Erfahrung an unserer Seite – er kennt den Weg und was den Kili-Aspiranten dabei begegnet in- und auswendig. „Drink, eat and sleep“ ist das Motto des Abends.

Mit einem beruhigenden „I will pray for you“ und ein bis zwei Tabletten Ibuprufen schickt er uns dann in die Nacht die hier in Äquatornähe ganz unvermittelt anbricht.

 
 
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03.02.2016, Tag 4, Barranco Camp (3960 m) – Karanga Camp (4250 m)

Die Gebete von Frederick und Ibuprufen haben gewirkt – heute Morgen geht es uns allen wieder besser. Über die Entscheidung, heute noch nicht ins Barafu Camp auf 4640m zu steigen, sind wir alle froh. So sind wir einen Tag länger unterwegs und unsere Chancen den Gipfel zu erreichen wesentlich höher. 

Gleich nach dem Frühstück geht´s dann auch schon in die sogenannte „Breakfast Wall“ oder „Great Barranco Wall“, etwa 200 Höhenmeter im ersten Schwierigkeitsgrat. Wir wundern uns,  dass die Träger ohne weiteres ihre ca. 20kg Gepäck am Kopf hier problemlos rauf balancieren können. Ihr Lächeln zeigt uns, dass sie stolz auf ihre Arbeit sind und unser Lächeln zeigt ihnen unsere Dankbarkeit und Wertschätzung für ihre Arbeit. Von Tag zu Tag lernen wir uns besser kennen.

Fredrick ist auch den Weg vom Träger zum Kellner, Koch, Asisstend Guide und schlussendlich Guide gegangen. Er hat so seine Erfahrung gesammelt und das Geld verdient, mit dem er seine Kinder auf eine Privatschule gehen lassen konnte.Durch den respektvollen Umgang miteinander bekommt nun unsere kleine Expedition ein ganz anders Gesicht als am ersten Tag.

Weiter geht’s auf steinigen Pfaden über ein karges Hochplateau und über Hochmoore mit nur mehr wenig Vegetation. Den Gipfelaufbau des „Kibo“  haben wir bis zum Karango Camp immer vor Augen. Auf 4250m ist der Puls auch in Ruhe schneller und einige von uns kämpfen wieder mit Höhen-Kopfschmerzen.„Drink, eat and sleep – pole, pole“ -  Frederick kontrolliert mittlerweile unsere Trinkmengen und kümmert sich, dass wir ausreichend Essen.

 
 
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04.02.2016, Tag 5, Karanga Camp (4250 m) – Barafu Camp (4640 m)

Die Nacht hat uns gut getan und der heutige Tag mit nur 400m Höhengewinn und kurzer Etappe wird unsere Akklimatisation weiter begünstigen.  Die Landschaft wird immer unwirtlicher und schlussendlich führt unser Weg durch eine Lawa-Steinwüste. Nur mehr Moose und Flechten auf schwarzen und grauen Steinen können hier dauerhaft leben.

Im Barafu Camp gibt es dann wie jeden Tag nach einer Erholungsphase einmal heißen Schwarztee und salzige Popcorn bevor Antipas, unser Koch, ein kräftigendes warmes Abendessen vorbereitet. Trotz höhenbedingter Appetitlosigkeit müssen wir ausreichend essen und trinken um für den kommenden Tag gestärkt zu sein und die verbrauchten Kalorien zu ersetzen.

Zwischen den großen Lawa-Steinblöcken gibt es kaum mehr ebene Flächen für die Schlafzelte, aber die Gipfelnacht wird ohnehin nur kurz. Nachdem wir unsere Ausrüstung für den morgigen Gipfeltag besprochen und kontrolliert haben und Frederick uns die letzten Anweisungen gibt, gehen wir aufgeregt in die kurze Nachtruhe.

 
 
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05.02.2016, Tag 6, Barafu Camp (4640 m) – Uhuru Peak (5895 m) – Mweka Camp (3080 m)

Nach wenigen Stunden im Halbschlaf werden wir um 23.00 von Fredrick geweckt. Die Kälte der Nacht holt uns unsanft aus dem kurzen Schlaf. Nach einem kleinen Frühstück mit Keksen und heißen Tee geht es für uns sechs kurz nach Mitternacht raus in Dunkelheit. Frederick und die zwei „Assistent Guides“ begleiten uns.

In der klirrend kalten Nacht herrscht eine Stille, die nur durch die Geräusche anderer Gipfelanwärter gestört wird. Schritt für Schritt, Stirnlampe an Stirnlampe, geht es im Gänsemarsch zwischen Lavafelsen bergwärts,  dem schemenhaft erkennbaren Gipfelhängen des Kilimanjaro zu.

Bei jeder kleinen Steigung wird der Puls schneller und wir kommen an unsere Grenzen. Langsames monotones Gehen und kleine Pausen zur regelmäßigen Energie- und Flüssigkeitszufuhr bestimmen die durchwanderte Nacht. Das sind die Stunden in denen sich jede und jeder von uns die Frage stellt – „Was mache ich hier und warum tue ich mir das an?“

Um etwa 06.30 erreichen wir alle gemeinsam mit den ersten ungetrübten Sonnenstrahlen des Tages den Kraterrand des Kilimanjaro und stehen am sogenannten Stella Point – überwältigt von allem was hier auf uns eindringt fließen die Tränen...Die letzten 45 min zum Uhuru-Peak auf 5895 m gehen wir wie in Trance und auf einmal sind wir da  –  alle gemeinsam auf dem höchsten Punkt Afrikas...

Überwältigt von dem Gefühl angekommen zu sein, lassen wir den Blick über die Weite Afrikas fliegen und unser Glück lässt alle Strapazen und Zweifel der letzten Tage und Stunden verblassen. Unsere Gefühle sind stärker als Müdigkeit, Kopfschmerz und das wilde Herzklopfen. Nach 30 min am Gipfel mahnt uns Fredrick zum Abstieg. Zuerst geht’s zurück ins Barafu Camp, wo wir nach zweistündiger Rast und ausgiebigem Mittagessen Richtung Mweka Camp absteigen - aus der Lavagesteinswüste zurück in die tropische Bergvegetation.

Hier sind all unsere Höhenbeschwerden und Strapazen des Tages wie verflogen und wir finden nach diesem anstrengenden Tag einen besonders tiefen Schlaf.

 
 
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06.02.2016, Tag 7,  Mweka Camp (3080m) – Mweka Gate (1680)

Gut ausgeschlafen  steigen wir weiter durch den tropischen Regenwald ab - zum Mweka Gate. Dort gibt´s für uns die Besteigungsurkunde. Die ganze Mannschaft reist dann mit dem Bus wieder zurück nach Moshi, wo wir uns von Fredrick und seinem Team glücklich verabschieden.

Anschließend fliegen wir eine Woche „zur Regeneration“ nach Sansibar, wo meine Freundin Silke wie geplant ihren Jörg heiratet!

Sehr, sehr schön und stimmig war die gesamte Reise!

 
 
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