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Iceclimbing in Schottland (Iceclimbing in Schottland)

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Iceclimbing in Schottland

“You come to scotland for climbing?” Irgendwie hatten wir das Gefühl, der junge Bergführeranwärter, der 4 Jahre Ausbildung in den schottischen Highlands ertragen muss, um sein Ziel zu erreichen, konnte sich nicht recht vorstellen, warum wir aus dem Herz der Alpen den langen Weg nach Schottland auf uns nahmen, nur um uns Wind, Wetter und Niederschlag in all seinen Erscheinungsformen auszusetzen.

Trotzdem (oder auch deswegen) hatten Markus und ich uns in den hohen Norden begeben, um Abenteuer in den berühmten schottischen Highlands zu erleben. Die Erwartungen waren nicht allzu hoch geschraubt, da es dort auch schon mal vorkommen kann, dass man 2 Wochen im Tal verbringen muss, ohne auch nur einen Fuß in einen der klassischen Gullys zu setzen.Ehrlich gesagt hatte ich mich schon auf 10 Tage Fish and Chips, Whisky und Bars gefreut. Doch leider war Markus der Meinung, wir müssten unsere mühsam zur Perfektion geschliffen Eisgeräte, Steigeisen und Schrauben bis zur totalen Deformation malträtieren.

Und so begaben wir uns kurz nach unser Ankunft in ein Gebiet, das im Führer als “einsteigertauglich” tituliert wurde. Nach 3 Stunden Zustieg in absolutem White Out, wir konnten eigentlich nur durch Zufall unsere Wand entdecken, probierten wir die ersten Meter schottisches “Winter Climbing”. Nach 2 Gullies im 2. und 3. schottischen Grad fühlten wir uns gewappnet für künftige Heldentaten.

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Dabei muss erwähnt werden,  dass die Crux eines jeden Tages schon mal darin bestand, erst einmal aus dem Auto auszusteigen. Bereits beim Öffnen der Autotür bläst einem der Sturm die Regentropfen quer durch das Fahrzeug, und nur mit einem absoluten Gewaltakt wider die eigene Vernunft begibt man sich in die unwirtliche Gegenden, die die Klettereien beherbergen.

Der nächste Tag ließ trotz aller Bemühungen nur die Besteigung einiger Schneerinnen zu. Überhaupt muss man sagen, dass heuer die Verhältnisse auf den Britischen Inseln eher schlecht waren. Für eine gute Eisbildung war es etwas zu warm, dafür gab es Niederschlag, sprich unten Regen und oben Schnee, in Hülle und Fülle.

Am dritten Tag fühlten wir uns soweit, um den höchsten aller schottischen Berge (die Gowilalm ist etwas höher gelegen) entgegenzutreten.Der Berg zeigte trotz eigentlich gutem Wetter seine Zähne und wir schafften es gerade noch bei einbrechender Dunkelheit den Gipfel zu erreichen. Bis dahin hatten wir 13 gestreckte Seillängen bis zum 4. schottischen Grad hinter uns gebracht, und wir waren wirklich froh, die Nacht nicht unmittelbar am Grad verbringen zu müssen.

Der Ruhetag danach war mehr als notwendig, und wir konnten sogar unser Equipment wieder halbwegs trocken bekommen.

Die Hälfte unseres Urlaubes war vorbei und wir starteten unser rote Knutschkugel (Fiat 500 “Do you both sleep in this car?”) Richtung Northern Highlands. Am Weg dorthin wollten wir ein vielversprechendes Gebiet besuchen, mussten aber nach ein paar Stunden Zustieg in einem brutalem Sturm den Rückzug antreten.

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Unser zweites Quartier war der reine Luxus, wir genossen es, ein eigenes Cottage nur für uns alleine zu haben. Bereits am nächsten Tag checkten wir die Lage im Norden, auch hier war das Eis rar, so dass wir einen Gully im 4. Grad kletterten, der im Prinzip großteils am Fels zu klettern war. Diese ungewohnte Art der Kletterei begann uns immer mehr Spass zu machen, obwohl man für Absicherung und Linienführung wirklich alleine verantwortlich ist.

Nach einem zweitem Ruhetag folgten wir dem Tip eines Lokals und begaben uns auf einen ewig langen Zustieg um einen Pfeiler am Beinn Eighe zu klettern. Diese Entscheidung entpuppte sich als Glücksgriff und wir konnten einige beeindruckende Seillängen bis zum 5. Grad klettern.

An unserm letzten Tag waren wir noch immer voll motiviert, mussten aber nach 1 1/2 Stunden Zustieg in Sturm und Regen, selbst unsere Unterhosen waren trotz GoreTex  nass, umdrehen.

Nichtsdestotrotz  waren wir von den Eindrücken, die uns Schottland bot, beeindruckt, und es war sicher nicht das letzte Mal, dass uns die Highlands gesehen haben.

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