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Rund um und auf dem Dachstein

17.07.2019 - 18.07.2019 in Ramsau am Dachstein, Dachsteingebirge, Steiermark

Für Mitte Juli hat uns Fam. Peil bereits zum zweiten Mal in die Ramsau eingeladen. Nachdem wir im Vorjahr weniger bekannte Gipfel östlich des Dachsteins bestiegen, sollten es heuer seltener begangene Steige westlich des Dachsteins sein. Dafür hat Josef auch heuer die Organisation übernommen. 

Am frühen Vormittag des ersten Tages wanderten wir von der Austriahütte über die Südwandhütte am Fuße des Dreigestirns Torstein, Mitterstein und Dachstein entlang ins Windlegerkar. Vom „Tor“ aus nahmen wir noch das attraktive, knapp 2.200 m hohe Raucheck mit, das einen grandiosen Ausblick über die Ramsau ins Ennstal und in die südlich gelegenen Tauern ermöglichte.

Die Windlegerscharte bäumt sich mit rund 500 Höhenmetern ziemlich auf. Steile Schotterriesen, dazwischen gut gesicherte Felsaufschwünge und nicht zu unterschätzende Querungen von Schneefeldern fordern Kondition und Konzentration, bzw. verlangen alpine Erfahrung.

Der Überstieg zur Adamekhütte zieht sich aufgrund des dramatischen Rückganges des Gosaugletschers ebenso, wiewohl die daraus entstandenen felsigen Abbrüche gut gesichert sind. Im weiten Bogen, immer wieder mit Seilen gesichert, erreichst du endlich nach einigen auf und ab die längst gesehene Hütte.

Um 7.15 treten wir nach heftigem Regen in der Nacht den Rückweg an. Nach zweieinhalb Stunden über den relativ flachen Gosaugletscher und dem Westgrat des Dachsteins stehen wir am Gipfel. Nachdem uns bisher Nebel und Wolken begleiteten verbesserte sich oben angekommen schlagartig die Aussicht. Hinab gings über die Randkluft, die sich in wenigen Wochen aufgrund der Schneeschmelze als unüberwindbares Hindernis entwickeln dürfte. Beim Abstieg hörten wir von der Route über die Schulter erste Stimmen aufsteigender Kletterer. Uns blieb jeglicher Gegenverkehr erspart; ein Vorteil, der sich offensichtlich aus der unsicheren Wetterlage ergab.

Selbstverständlich kehrten wir im neu errichteten Seethalerhaus ein, ein alpines Großprojekt, über dessen Architektur man vorzüglich streiten könnte. Währenddessen entfernten Bauarbeiter Reste des alten hölzernen Schutzhauses.

Der weitere Abstieg ins Tal erfolgte über die Hunerscharte. Rund ein Viertel der 1000 Höhenmeter waren über die weitgehend seilgesicherte Felswand zu überwinden. Da aufgrund der Schneeverhältnisse viele Fixseile noch teilweise meterhoch mit Schnee überdeckt waren, wurden die schwierigsten Passagen bestmöglich mit Alpinseilen gesichert. Und dennoch haben Steinschlag deutliche Spuren der Zerstörung hinterlassen. 600 Höhenmeter bis zur Südwandhütte stiegen wir mehr oder weniger pfeilgerade auf dem mächtigen Schneefeld mit den Steigeisen ab, immer den Talboden des Steinfeldes in Blickrichtung. Die verbleibenden 150 Meter spazierten wir müde, aber zufrieden zum vortägigen Ausgangspunkt unserer zweitägigen Tour.

So wie im Vorjahr erwies sich Fam. Peil sehr gastfreundlich. Nicht einmal der sich ankündigende Gewitterregen konnten Edda und Josef vom gemeinsamen Grillen abhalten. Dankend und gestärkt, sowie um zwei Wegvarianten im Dachsteingebiet erfahrener, traten wir die Heimreise an.

Rudi Abel

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