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Expedition zum Mount Kenya und Kilimandscharo (Mt. KENIA & KILI)

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Expedition zum Mount Kenya und Kilimandscharo

 

14.02.2010

Treffen der Teilnehmer Ursula Apostolidis, David Bittner, Wolfgng Denk, Gertrud Grausenburger, Kurt Gugerell, Sabine Hauck, Erwin Kalvoda, Michi Kalvoda, Wolfgang Karner, Manfred Nikisch, Renate Nikisch, Gabriele Perer, Bernhard Prager, Barbara Wolfert, Christian Wolfert und Expeditionsleiter Peter Wendelberger in Schwechat. Das Abenteuer kann beginnen. Zunächst geht es über Kairo nach Nairobi.

 

15.02.2010

Noch vor Morgengrauen werden wir am Jomo Kenyata International Airport Nairobi von einem einheimischen Team mit Fahrer erwartet. Alles scheint zu klappen. Aus Sicherheitsgründen warten wir, bis es hell ist, die Straßen von Nairobi aber verstopft sind. Bis Mittag haben wir es dann trotzdem bis zum Städtchen Nanyuki am Fuße des Mt. Kenya geschafft und können und im Sportsmans Arms Hotel von den Strapazen der Reise erholen (Noch wissen wir ja nicht, was noch alles auf uns wartet). Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort, der direkt am Äquator liegt.

 

16.02.2010

Nach einer letzten Dusche treten wir die Weiterreise in unserem Bus an. Mittags bekommen wir beim Sirimon Gate schon den ersten Lunch liebevoll zubereitet von unserem Koch Vincent. Um 11.00 beginnt dann das Abenteuer mit dem Aufstieg zum Old Moses Camp in 3300m. Guide Omari gibt das Tempo vor wir müssen uns ans langsame Gehen gewöhnen- während die Crew mit unseren Gepäckstücken an uns vorbeizieht. Das Camp ist bald erreicht. Die Old Moses Hut stammt nicht aus biblischen Zeiten, hat aber definitiv schon bessere Tage erlebt. Wir nehmen´s gelassen und hüllen uns in unsere Schlafsäcke.

 

17.02.2010

Zum Frühstück wird nicht von allen geschätzt- Porridge serviert, es folgen aber auch Brot, Ei und Pancake nebst allerlei in Wasser löslichen Pulvern, die den verwöhnten Europäer an Kaffee, Kakao oder Ähnliches erinnern sollen. Gestärkt brechen wir zunächst bei Sonnenschein auf. Der Weg führt bergauf und bergab und mündet schließlich im endlos scheinenden Macinders Tal. Als uns der Ausbruch eines Gewitters für kurze Zeit aufhält erhalten wir eine erste Lektion in afrikanischer Gelassenheit: Rain is always bless for African people. Eingehüllt in unsere Regencapes ziehen wir ins Tal und bewundern die Landschaft, die zusehens von Savanne zu Steinwüste mutiert, in der prachtvolle, angeblich bis zu 200 Jahre alte Senecienbäume wachsen. Auf 4200 m ist nach 9 Stunden unser Tagesziel das Shipton Camp erreicht. Die letzten Höhenmeter waren tatsächlich besonders anstrengend die Höhe also schon spürbar.

 

18.02.2010

Um 3.00 früh verlassen wir unsere Unterkunft. Bewaffnet mit Stirnlampen beginnen wir den Gänsemarsch auf unbekannten Pfaden. Pole, pole (langsam, langsam) macht sich bezahlt. Mit zunehmender Höhe fällt es schwerer zu atmen und unrhythmische Bewegungen strengen zusätzlich an. Das gilt insbesondere für die letzten 200 Höhenmeter, die in leicht verschneitem Fels zu klettern sind. Um 7.30 haben alle 16 Teilnehmer den Pt. Lenana, ein von einer kenianischen Fahne aus Blech geschmücktes Felsplateau in 4985 m erreicht. Geschafft!? Doch der Tag ist noch lange und wirklich geschafft sind wir erst, als wir gegen 18.00, nach langem zum Teil verregnetem Abstieg wieder im Old Moses Camp eintreffen. Zum Dinner bei Kerzenlicht gibt es Nudeln mit Gemüsesauce, die erstaunlich viel Anklang finden.

 

19.02.2010

Frühes Aufstehen wird allmählich zur Routine obwohl wir einen entspannten Tag vor uns haben. Nach 2 Stunden Abstieg durch den Dschungel, in dem sich außer ein paar Pavianen leider keine Tiere zeigen sind wir wieder beim. Nach einer kurzen Verabschiedung unserer Träger besteigen wir den Bus, in dem wir uns langsam heimisch fühlen und machen es uns mehr oder weniger bequem. Der Weg führt zurück nach Nairobi (die Stadt hat offenbar keine Umfahrung) und dann weiter in südlicher Richtung zur tansanischen Grenze.

Die Fahrt durch die kenianische Hochebene mit den typischen Schirmakazien ist faszinierend, nicht zuletzt auch aufgrund der Beschaffenheit der Straße, die in der Karte irreführender Weise als Trans East African Highway bezeichnet wird (gut die Hälfte ist noch nicht einmal asphaltiert). Spätestens an der Grenze zu Tansania wird die immer gleiche Aussicht langweilig, durchgeschüttelt und von Gepäckstücken eingeengt gelingt es uns auch nach Einbruch der Dunkelheit nicht zu schlafen. Dementsprechend erleichtert sind wir, als wir endlich in Arusha aussteigen und unser Hotel beziehen können, in dem die Küche leider schon geschlossen hat.

 

20.02.2010

Am Morgen begrüßt uns Christina im Namen des Reiseveranstalters. Wie das Wetter wird? unpredictable verrät sie uns und überlässt uns auch schon wieder unserem Schicksal. Mit dem Bus gehts durch malerische Bananenwälder zum Machame Gate, wo wir uns registrieren müssen. Während wir unseren Lunch verzehren wird die Crew zusammengestellt. Träger, Zeltmannschaft, Kellner, Köche und Guides ergeben insgesamt 46 Mann. Wir sind also 62 Personen die sich um 13.30 aufmachen um auf der ersten Etappe den Regenwald zu durchqueren. Dieser macht seinem Namen alle Ehre und während wir in unsere Regencapes gehüllt nicht den Mut verlieren erklärt uns ein Guide, dass es im Februar sonst nie regnet. Es ist schon finster, als wir uns endlich im ersten Lager (Machame Camp 3010m) registrieren und unsere Zelte aufsuchen. Beim Dinner herrscht gute Stimmung, wir sind mitten im Abenteuer.

 

21.02.2010

Frühmorgens erleben wir einen ersten Blick auf den Kibo, bevor der Nebel aus dem Regenwald aufsteigt und uns das Bild wieder nimmt. Die Träger entlassen uns mit einem Lied, packen unsere Zelte zusammen und überholen uns schon nach kurzer Zeit auf dem steilen Weg aus dem Regenwald. Wir bewegen uns langsam, um uns an die Höhe zu gewöhnen, wir haben es nicht eilig. Nach dem Lunch wird es etwas weniger steil, dafür beginnt es leicht zu regnen. Wir klettern durch schwarze Lavafelsen und erreichen am frühen Nachmittag das Shira Plateau und bald auch unser nächstes Camp. (New Shira Camp 3845m). Aus dem Ausflug zur Shira Cave wird nichts, da der Regen stärker wird. Wir ruhen also vor dem Dinner noch aus, schließlich ist für morgen eine lange Tour geplant.

 

22.02.2010

Wieder zeigt sich der Kibo nur dem Frühaufsteher und wieder haben wir es mit für diese Jahreszeit unüblichen Regenfällen zu tun. Die heutige Etappe führt über den Lava Tower, einer riesigen Felsformation aus Lavagestein, die wir kurz nach einer äußerst ungemütlichen Lunchpause im Schneeregen in ca. 4400m passieren. Von hier aus folgen wir dem Kibo Circuit ins Barranco Valley und zu unserem Camp. (Barranco Camp 3960). Von der Steinwüste am Lavatower tauchen wir wieder in Moor und Heideland ein, es hört auf zu regnen und die Gemüter erheitern sich zusehens. Wen die täglichen Flüssigkeitsmengen, die wir zu uns nehmen nachts aus dem Zelt treiben, dem eröffnet sich ein atemberaubendes Bild. Unter einem reichen Sternenhimmel strahlt der schneebedeckte Gipfel des Kibo im Mondlicht und ist zum Greifen nah.

 

23.02.2010

Vom Zelt aus kann man schon die Barranco Wall sehen, die es heute zu durchqueren gilt. Wir nehmen noch Aufstellung für ein pressetaugliches Gruppenfoto als die ersten Träger schon die Wand bevölkern. Die Stöcke werden auf den Rucksack gepackt, werden doch immer wieder die Hände zu Hilfe genommen während wir die kleine Kletterpassage überwinden. Man merkt deutlich, dass hier mehrere Routen zusammenkommen. Es herrscht dichtes Treben, zudem müssen wir immer wieder Platz machen für Träger, die - große Pakete auf dem Kopf - geschickt an uns vorbeibalancieren. Schließlich haben wir das Plateau erreicht. Nun geht es mäßig steil weiter, parallel zum Gipfel, der sich aber nur zeitweise zwischen den Wolken erkennen lässt. Der Berg ist sehr scheu!. Kurz vor dem Karanga Camp (4035m) queren wir das Karanga Tal, das für unsere Route den Last Water Point bedeutet. Von hier weg müssen die Träger jeden Tropfen Wasser in Kanistern tragen. Wir werden uns in den nächsten beiden Tagen einschränken müssen. Abends zeigt sich dann der ganze Gipfelbereich, als wir noch einen letzten Spaziergang zur Akklimatisation machen.

 

24.04.2010

Es ist deutlich kälter doch bald kommt die Sonne heraus und es verspricht ein trockener Tag zu werden. Die heutige Etappe führt nur mehr durch die Steinwüste. Wir durchqueren eine Mondlandschaft aus Lavasand, eine unwirtliche Gegend am Fuße des Vulkankraters. Am frühen Nachmittag erreichen wir das Barafu Camp (4640m), unser Basislager. Unzählige kleine Zeltplätze sind in schroffe Felslandschaft mehr schlecht als recht planiert, die Wege beschwerlich und steil. Es hat nicht geregnet und der Kibo ist jetzt frei. Vom Camp aus meint man den Aufstiegsweg auszumachen. Im Südosten erhebt sich der Mawenzi aus einer unendlichen Steinwüstenlandschaft. Erst jetzt nimmt man die beeindruckende Dimension des Kilimandscharo wahr. Wir bekommen ein kalorienhältiges Abendessen und bereiten uns auf den großen Tag des Gipfelsturmes vor.

 

25.02.2010

Seit 23.00 sind wir unterwegs. Im Licht unserer Stirnlampen ziehen wir begleitet von 6 Guides- bergauf. Nach ca. 100 Höhenmetern gibt es die erste Trinkpause und wir stimmen ein Geburtstagsständchen für Gerti an. Ein Blick zurück zeigt uns deutlich, dass wir nicht die einzigen sind, die heute ihr Glück versuchen wollen. Stirnlampe an Stirnlampe windet sich der Weg in engen Serpentinen durch die Nacht. Es wird gedrängelt und überholt, gesungen und gegrölt. Wir konzentrieren uns auf unsere gleichmäßigen Bewegungen. Schritt für Schritt, Höhenmeter um Höhenmeter, Stunde um Stunde einfach nur weitergehen. 15 minutes to Stella Point sagt unser Guide und tatsächlich beginnt sich nach 7 Stunden Marsch im Dämmerlicht ein Horizont abzuzeichnen. Mit enormer körperlicher Anstrengung werden die letzten Meter überwunden und wir erreichen bei eisigem Wind bei Stella Point den Krater, als es langsam Tag wird über dem Kibo. Von hier aus geht es über den Kraterrand zum Uhuru Peak, dem höchsten Punkt Afrikas (5895m). Hier ist es erst richtig geschafft. Mehr geht nicht.

Der Abstieg ist beschwerlich und lang, aber was macht das jemandem aus, der gerade den Kilimandscharo bezwungen hat. Bis zum Abend haben wir im Schnelldurchlauf alle Klimazonen durchschritten. Wir nächtigen im Mweka Camp (3080m) - wieder im Regenwald.

 

26.02.2010

Wir genießen ein letztes Frühstück auf Klappstühlen und haben uns inzwischen sogar mit Porridge angefreundet. Auch die Lieder der Träger, mit denen wird täglich verabschiedet und begrüßt wurden werden wir vermissen, genauso wie das Gehen das für die letzen Tage unser Lebensinhalt war. Beim Gate wartet schon der Bus und wir erstehen das eine oder andere Andenken und natürlich ein erfrischendes Bier. Mit der Überreichung der Urkunden und der Verabschiedung unserer Guides bei einer kleinen Feier im Hotel hat für die Meisten das Abenteuer ein glückliches Ende genommen. Für uns alle war es eine schöne und lehrreiche Erfahrung mit neuen Eindrücken und Erkenntnissen über das fremde Land, den faszinierenden Berg und nicht zuletzt auch über uns selbst.

 

27.02.2010

Wir verabschieden uns endgültig vom Kibo und vorübergehend von Uschi, Kurt und den beiden Wolfgangs, die noch eine Safari gebucht haben. Jetzt folgt das Unvermeidliche. Der Trans East African Highway wartet auf uns und wir lassen uns noch einmal faszinieren von Schirmakazien und Buschland, von den Massai und ihren Herden und vom Leben entlang einer Straße, die vielleicht in 20 Jahren ein Highway sein wird. Mit dem Bus durchqueren wir Downtown Nairobi, das genügt als Sightseeing, wir sind ziemlich müde und gehen früh zu Bett.

 

28.02.2010

Um 1.00 Abfahrt zum Airport (schließlich sind wir inzwischen passionierte Frühaufsteher). Über Kairo geht´s nach Wien. Um 14.30 endet die Expedition in Schwechat, wo alle schon freudig erwartet werden. 

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