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Wirtschaftliche Stellungnahme zum Projekt Zubringerbahn Neustift - Schlick

 aus zahlreichen Gesprächen wissen wir, dass viele Stubaier mit uns dieses Projekt sehr kritisch sehen.

Ein kurzer Rückblick. 1985 wies Neustift 913.337 Jahresnächtigungen auf (427.355 Sommer, 485.982 Winter). Damals gab es ein ähnliches Projekt wie heute. Verhindert von einigen Jugendlichen in Neustift mittels Unterschriftenaktion (über 400), betroffenen Grundbesitzern und Anrainern. Im Besonderen aber von diversen Behördengutachten, die allesamt in negativen Stellungnahmen gipfelten. 1985 wurde das Projekt eingestellt.

Der von den damaligen Betreibern prophezeite wirtschaftliche Abgesang erfolgte nicht, im Gegenteil, zu stetig wachsenden NÄ-Zahlen trugen die bereits damals bestehenden Skigebiete, Mieders, 11er, Schlick u. STBG wesentlich mit bei.

Neustift 2012: 1.211.988 Jahresnächtigungen (435.769 Sommer, 776.219 Winter, d.s. ca. 300.000 mehr NÄ zu 1985, oder eine Steigerung um ca. 33%!). In den letzten 13 Jahren lag Neustift immer zwischen Rang 3 und 6 der Top 50 Tourismusgemeinden Tirols. Das Stubai gesamt wies im gleichen Zeitraum konstant durchschnittlich jährlich 1,740 Mio. NÄ auf.

Angesichts dieser Zahlen erscheint das immer wieder herbei geredete Untergangsszenario für das Stubai unrealistisch. Es ist Jammern auf hohem Niveau. Strukturelle Probleme, wie z. B. zu hohe Bettenanzahl, mangelhafte Preisgestaltung werden durch den neuen Lift sicherlich nicht gelöst.

Die Darstellung nachstehender Fakten belegt eindeutig die wirtschaftliche Unsinnigkeit des Vorhabens:

·        Der Lift als reine Zubringerbahn von Neustift zum Sennjoch ist völlig unrentabel, da kein nennenswerter Zugewinn von Skiflächen damit verbunden ist. Dem gegenüber stehen Investitionskosten von ca. 19 Mio. EUR, wobei der TVB Stubai 9,0 Mio. EUR als zinsenloses Darlehen zur Verfügung stellt.

·        Lt. Zahlenangaben von Pittl Martin, Schlick 2000, rechnen die Projektanten mit ca. 180.000 sogenannten „Neueintritten“ bei der Liftkassa in Neustift. (150.000 Winter, 30.000 Sommer). Im Vergleich dazu weist die Schlick derzeit 320.000 Eintritte auf (Winter 250.000, Sommer 70.000).

 

·        Geht man davon aus, dass die neue Anlage in keiner Konkurrenz zu den bestehenden Anlagen im Tal stünde - einschließlich Auffahrt in die Schlick von Fulpmes - würde das bedeuten, dass das Schlicker Skigebiet einen Zuwachs von über 50 % erfährt. Dieser zusätzliche Gästestrom ist unrealistisch. Viel eher kommt es zu einer Verlagerung der Einstiegsnutzung. Ein Beispiel: Ein Gast in Neustift/Milders nutzte bisher den Einstieg an der Talstation in Fulpmes. Jetzt würde er logischerweise von Neustift aus ins Skigebiet einsteigen.

·        Kein substanzieller Komfortgewinn. Bleiben wir bei unserem Beispiel. Bis auf einige Ausnahmen wird der Gast die Talstation in Neustift von der Unterkunft zu Fuß nicht erreichen. D.h. die Nutzung des Skigebietes Schlick ist für Neustifter Gäste weiterhin nur mit Skibus und Talfahrt mit der Seilbahn möglich. Den Unsinn, „Ziehweg“ und „Seilbahn fahren“, hat bereits Seilbahn Pionier Klier in der TT aufgezeigt.

·        Es gibt keine attraktive und schneesichere Talabfahrt – geologische Beschaffenheit, Gelände, Steilheit und Exposition (Südseite) lassen den Bau einer massentauglichen Skipiste ins Tal nicht zu. Aus eigener, bester Kenntnis der Örtlichkeiten erschließt sich für mich nicht, wie man z. B. im steilsten Gelände am Sennjoch o. Burgstallsattel ohne massivste Geländeeingriffe eine Abfahrt für Jedermann zustande bringen will.

·        Weitere Fragen sind noch unbeantwortet. sind genügend Parkflächen vorhanden? Sind Änderungen des Straßenverlaufes notwendig? Kommt es zu einer Einengung von Retentionsflächen? Wenn ja, benötigt es dafür öffentliche Mittel? Alle geplanten Standorte sind im Überflutungsbereich der Ruetz und befinden sich teilweise in der gelben o. roten Gefahrenzonen!

·        Bedenklich für das Projekt als solches und den Wintertourismus generell ist auch die Gesamtentwicklung des Skisports. Aktuelle Umfragen und Studien (meinungsraum.at“ TT v. 01.11.13, Studie der Sporthochschule Köln TT v. 28.10.13) sehen die Zukunftsentwicklung des Skisports eher kritisch. Nach Schlagzeilen daraus: es gibt immer weniger Skifahrer, die Klientel wird immer älter, fehlende Schulskikurse als Problemverstärker u. vor allem eine Preispolitik die besonders Familien das Skilaufen finanziell erschwert.

·        Deshalb fordern wir nicht nur einen Planungsstopp sondern einen Projektstopp! Es kann nicht sein, dass weiterhin – so wie bereits erfolgt – für einen derartigen Naturfrevel sinnlos Energie und öffentliches Geld verschwendet werden.

Michael Stern

 
 
 

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