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Naturschutz (Naturschutz)

Naturschutz

MOTTO: Global denken – lokal handeln

Aus den Statuten des Gesamtvereines:

Es ist Zweck des Vereines, …..,  die Schönheit und Ursprünglichkeit der Bergwelt zu erhalten, die Kenntnisse über die Gebirge zu erweitern und zu verbreiten und dadurch auch die Liebe zur Heimat zu pflegen sowie die Wissenschaft und Forschung in diesem Bereich zu fördern. Er ist dem alpinen Natur- und Umweltschutz verpflichtet.

 

Allgemeine Appelle:

Für jedes AV-Mitglied sollte es selbstverständlich sein:

Wir reisen zur Tour mit dem umweltfreundlichsten Mittel an.
Wir halten uns - wenn immer möglich - an die markierten Routen und Wege und vermeiden Wegabschneider. Diese fördern oft die Erosion an Bergwegen und Schutthaldenpflanzen sind besonders empfindlich. 
Wir schließen immer alle Weidegatter.
Wir nehmen Rücksicht auf Tiere aller Art – Gämsen stehen nicht auf Streicheleinheiten!
Pflanzen atmen lieber Alpenluft als in Rucksack oder Blumenwasser zu welken.
Geschützte Arten sind sowieso tabu.
Wir helfen auf der (Alpenvereins)hütte mit, Wasser, Energie und Rohstoffe zu sparen und tragen den Müll wieder ins Tal.
Wir kaufen für die Verpflegung auch lokale Produkte und helfen so, dem Nahversorger, dem Bauernhof oder der  bewirtschaftetenAlmhütte. 
Im Zweifelsfalle nehmen wir unsere Hunde immer an die Leine.
Wir genießen die Stille in den Bergen und stören sie selbst nicht unnötig.

Tauerntal

Tauerntal

Raggaschlucht

Raggaschlucht

Hochalmspitze

Hochalmspitze

 

Herbst 2020

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz EAG


Anstatt zuerst alle Einsparmöglichkeiten und Effizienzsteigerungen anzugehen, drängt die Regierung auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien. So sieht das EAG die Errichtung von ca. 100 km² PV-Flächen, 2000 Windindustrieanlagen und 600 neue Wasserkraftwerke vor, um bis 2030 Strom nur mehr aus "erneuerbaren" Quellen zu gewinnen. Dafür soll pro Jahr 1 Mrd. € ausgeschüttet werden.
Bei Wasserkraft und PV sollen ökologische Kriterien bei der Förderung berücksichtigt werden, bei Windkraft-anlagen aber überhaupt nicht. 
Im Gegenteil, es sollen Projekte in Schwachwindregionen und mit teureren Errichtungskosten mehr gefördert werden (Referenzertragsmodell). Somit wird der Druck auf die sensible Bergregion immens verstärkt. Die Kraft-werkslobby hat ganze Arbeit geleistet. 
Dabei könnte mit diesem Geld mehr Stromverbrauch reduziert als Strom produziert werden! (Negawatt statt Megawatt). 


Windparks in Kärnten


• Der Verbund plante einen Windpark in der Kreuzeckgruppe, hat aber das Projekt vorerst zurückgezogen.

• Immer wieder tauchen Pläne für ein Windrad am Goldeck auf.

• Für den Windpark Bärofen (Koralpe) läuft gerade eine Umweltverträglichkeitsprüfung. 

• Die WPs Kuchalm/Metnitz und Soboth/Steinberger Alpe sind fast durch (eine Revision läuft noch) und könnten gebaut werden.

• Die KELAG plant einen WP am Hühnerkogel ober Lavamünd – mit acht 244m hohen Türmen (8mal Donauturm!)

Der Photovoltaikausbau


wird vom Land Kärnten stark gefördert, vor allem für Kommunen, Gewerbetreibende, Landwirte und Vereine.
 Private werden im Rahmen der Wohnbauförderung unterstützt. Wäre das auch etwas für Sie?  


Spittalzoom
Spittal
 

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz EAG


Anstatt zuerst alle Einsparmöglichkeiten und Effizienzsteigerungen anzugehen, drängt die Regierung auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien. So sieht das EAG die Errichtung von ca. 100 km² PV-Flächen, 2000 Windindustrieanlagen und 600 neue Wasserkraftwerke vor, um bis 2030 Strom nur mehr aus "erneuerbaren" Quellen zu gewinnen. Dafür soll pro Jahr 1 Mrd. € ausgeschüttet werden.
Bei Wasserkraft und PV sollen ökologische Kriterien bei der Förderung berücksichtigt werden, bei Windkraft-anlagen aber überhaupt nicht. 
Im Gegenteil, es sollen Projekte in Schwachwindregionen und mit teureren Errichtungskosten mehr gefördert werden (Referenzertragsmodell). Somit wird der Druck auf die sensible Bergregion immens verstärkt. Die Kraft-werkslobby hat ganze Arbeit geleistet. 
Dabei könnte mit diesem Geld mehr Stromverbrauch reduziert als Strom produziert werden! (Negawatt statt Megawatt). 


Windparks in Kärnten


• Der Verbund plante einen Windpark in der Kreuzeckgruppe, hat aber das Projekt vorerst zurückgezogen.

• Immer wieder tauchen Pläne für ein Windrad am Goldeck auf.

• Für den Windpark Bärofen (Koralpe) läuft gerade eine Umweltverträglichkeitsprüfung. 

• Die WPs Kuchalm/Metnitz und Soboth/Steinberger Alpe sind fast durch (eine Revision läuft noch) und könnten gebaut werden.

• Die KELAG plant einen WP am Hühnerkogel ober Lavamünd – mit acht 244m hohen Türmen (8mal Donauturm!)

Der Photovoltaikausbau


wird vom Land Kärnten stark gefördert, vor allem für Kommunen, Gewerbetreibende, Landwirte und Vereine.
 Private werden im Rahmen der Wohnbauförderung unterstützt. Wäre das auch etwas für Sie?  


 

Radfahren in Spittal – ein Appell


Der ÖAV wird immer wieder als Motor für eine rad- und fußgängerfreundliche Stadtverkehrsentwicklung Spittals genannt. Helfen Sie bitte mit und nutzen auch Sie Ihr Fahrrad verstärkt fürs Fortbewegen in der Stadt!


In Diskussion: E-Mountainbiken


E-Mountainbiken beschäftigt gerade den ÖAV – die Landesnaturschutzreferenten stehen dem Boom eher kritisch gegenüber und sehen das als Motorsportart, die nicht unbedingt vom Verein gefördert, beworben und betrieben werden sollte.

Zwei Jubiläen, an denen der AV Spittal großen Anteil hatte






• 30 Jahre NSG Kleinfragant – erreicht durch Mahnwachen auf der Saustell- scharte, organisiert von Dr. Gräbner.


• 40 Jahre Volksbefragung Nockberge, bei der der ÖAV Spittal mitentschei- dender Motor der Initiative war.



Schutz der Natur?


Im Bezirk Spittal werden überdurchschnittlich viele Graureiher geschossen, für den Zeitraum Sept. 20 bis Jänner 21 wurden 14 Graureiher zum Abschuss freigegeben – bei 13 Brutpaaren im Bezirk!


 

Sommerheft 2020

Naturschutz = Menschenschutz

Was soll ich in diesen Zeiten von Naturschutz schreiben? Es geht jetzt doch vorrangig um den Schutz des Menschen, vor dem Virus, also voreinander?

Je länger die verordnete Isolation dauert, desto mehr merkt man, was einem wirklich wichtig ist, echte Sozialkontakte, ein bewusstes Leben, eine gesunde Umwelt...

Dessen sind wir uns gerade im Alpenverein bewusst und können die Natur in der näheren und ferneren Umgebung jetzt vielleicht noch bewusster und dankbarer erleben.


Brunnen am Liesersteigzoom
Brunnen am Liesersteig
 

Was tun?

Wer einen eigenen Garten hat, könnte daran denken, ihn noch natürlicher zu gestalten:

  • Blumenwiese anlegen,

  • Nistmöglichkeiten für Vögel oder Fledermäuse

  • Insektenhotels bauen,

  • einen Teich anlegen,

  • Igelunterstand mit Laubhaufen schaffen,...

Anleitungen dazu gibt´s genug im Internet.


Blaumeisenzoom
Blaumeisen
Igelzoom
Igel
Kernbeißerzoom
Kernbeißer
 

Wir haben das Glück, in der näheren Umgebung viele Naturoasen zu haben, Egelsee, Millstättersee, Goldeck sind bekannt, aber haben sie schon den Grauerlen-Auwald zwischen Rosenheimerbrücke und Spittal erkundet? Er konnte gegen die Verbauungspläne der E-Wirtschaft erhalten werden und ist ein Urwald vor unserer Haustüre:

Lendorfer Auwald - Fischerbachzoom
Lendorfer Auwald - Fischerbach
 

Auch der Biber hat sich nun schon eingefunden, nagt Weiden um und legt Dämme an.

Lendorfer Auwald - Biberdammzoom
Lendorfer Auwald - Biberdamm
 

Zukunft?

Neben der Frage, wie lange die Pandemie anhalten und welche wirtschaftlichen Folgen sie haben wird,

bleiben die Sorgen, ob es danach gelingen wird, die Klimaerwärmung in den Griff zu kriegen, die Luftverschmutzung zu beenden, die Ausrottung so vieler Arten und die Zerstörung von Lebensräumen zu stoppen,…

Gerade wir als Teil der Zivilgesellschaft können einen wichtigen Beitrag zu einer positiven Veränderung liefern.

Wir beschäftigen uns schon länger mit sanftem Tourismus, umweltfreundlicher Mobilität und regionalem Einkauf. Für unsere Bergtouren brauchen wir keinen Aufwand, schonen Ressourcen, achten auf die Natur und halten uns fit und gesund.

Wir könnten mit unseren 600 000 Mitgliedern ein starker Motor sein, eine zukunftsfähige Gesellschaft zu entwickeln, eine Ökonomie, die das Glück des Menschen und nicht das ständige Wachstum zum Ziel hat.

Wer aus eigener Kraft schwierige Gipfel erreicht hat oder glücklich war beim Beobachten von Wildtieren oder Bergblumen, wer erlebt hat, dass ein Bergkamerad seinen Sturz ins Seil hält oder wie man sich gemeinsam weiterhilft und auf die Schwächsten achtet, der weiß, worauf es im Leben wirklich ankommt und dass Stress, Lärm, Hektik, Konsumwahn und Egoismus uns schnurstracks in den Abgrund führen werden.

Legen wir uns gemeinsam dagegen ins Seil!

Mirnockzoom
Mirnock
 
Erich Auer
Erich Auer

Naturschutzreferent

Erich Auer
Gartenstraße 10
9800 Spittal a. d. Drau
0699 813 13 110
auer-erich@aon.a
t

Klimapolitik ohne Naturschutz?

Wir haben der Verkehrs- und Energiepolitik schon vieles an Kärntner Natur und Kulturlandschaft geopfert – denken wir an die Autobahn durchs Liesertal, entlang des Wörthersees, die über 550 Wasserkraftwerke, die an vielen Bächen und Flüssen Kärntens Rinnsale statt Wildbäche übrig ließen und und und. Aber die Ansprüche steigen noch immens –neben privaten Investoren drängt vor allem die KELAG darauf, auf Kärntens Bergen Windparks zu errichten, mit dem Argument, dass uns die Klimakrise dazu zwinge.

Auch das Regierungsprogramm wird den Ausbaudruck auf unsere letzten Freifließstrecken und die Bergspitzen erhöhen. So soll die Windkraft von jetzt 1300 Windrädern auf mehr als das Doppelte ausgebaut werden (jetzt 6,11 TWh –Ziel+ 10 TWh),der Anteil der Wasserkraft soll um 5 TWh erhöht werden, das würde über 500 neue Wasserkraftwerke verlangen.
Dabei ist Kärnten Vorreiter bei Erneuerbaren Energien – wir decken unseren Stromverbrauch (bilanziell) jetzt schon zu 100% aus Wasserkraft ab, der Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch beträgt mittlerweile schon 55% (EU – 18%, Österreich 33%).
Auf der anderen Seite hat Kärnten großes Potential beim Pumpspeichern, im Solar- und Photovoltaikausbau (Sonnenland Kärnten) und vor allem beim Energie-Einsparen!

Autobahnbrücke Leobengrabenzoom
Autobahnbrücke Leobengraben
Lieser bei Eisentrattenzoom
Lieser bei Eisentratten
 

Luftverschmutzung in Spittal

31.12.: Schon um 18:30 Uhr ging´s los – eine Rakete, ein Kracher, eine Raketenbatterie nach der anderen wurde gezündet, um Mitternacht eskalierte die Situation: So schön für viele, so problematisch für die Umwelt – nicht nur der Lärm, der (Haus)tiere in Panik versetzen kann, vor allem die Luftverschmutzung ist eine große Belastung für Mensch und Tier:
Bei der (einzigen) Messstelle Spittals, in der 10. Oktober Straße wurde eine gravierende Feinstaub – Höchstwertüberschreitung (Tagesmittelwert) festgestellt:

Feinstaub: Höchstwertüberschreitung am 1.1.zoom
Feinstaub: Höchstwertüberschreitung am 1.1.

Insgesamt wird laut UBA in der Silvesternacht mehr Feinstaub produziert als alle LKW das Jahr über ausstoßen. Dazu kommen Müll, Schwermetalle, gefährliche Herstellungsbedingungen der Raketen – auch durch Kinderarbeit, Brand-, Verletzungsgefahr,…
Vielleicht kann sich die Politik für Silvester 2020 eine umweltverträglichere Lösung einfallen lassen?

Neben dem Silvesterfeuerwerk ist vor allem – noch vor dem Verkehr - der Hausbrand die größte Quelle für Feinstaub in Spittal. Wir haben ja eine Fernwärmeversorgung - könnte man da nicht durch eine attraktive Tarifgestaltung und eine aktive Werbestrategie mehr Abnehmer gewinnen?

Feuerwerk in Spittalzoom
Feuerwerk in Spittal
 
Fernwärme und Hausbrandzoom
Fernwärme und Hausbrand

In memoriam: Peter Hasslacher 1949 - 2019

In den achtziger Jahren lernte ich Peter Haßlacher bei einer Veranstaltung über die geplante Alemagna-Autobahn in Dellach/Drau kennen. Seither begleitete er mein „Naturschutzleben“. Zuerst als Leiter der Abteilung Raumplanung und Naturschutz für den Österreichischen Alpenverein in Innsbruck (1980-2013), dann als ehrenamtlicher Präsident der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA. Er war maßgeblich an der Errichtung des Nationalparks Hohe Tauern beteiligt, arbeitete mit Nachdruck an den Protokollen der Alpenkonvention mit – für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Alpen und gründete als Anwendungsbeispiel das Netzwerk der Bergsteigerdörfer. In Kärnten haben wir schon fünf davon: Malta, Mallnitz, Mauthen, Lesachtal Zell Pfarre, insgesamt sind es bereits 29.
Für die Kärntner Anliegen war Peter immer eine große Hilfe, sei es bei Problemen im Nationalpark Hohe Tauern (Seilbahn, Sandersee,...), bei der Umgestaltung des NP Nockberge in einen Biosphärenpark, bei der Kleinfragant uva. Danke Peter!

Peter Hasslacher
 

KELAG und Windindustrie

Fotomontage Windpark Kuchlalm
Bildunterschrift

Nach wie vor ist die KELAG hartnäckig dabei, Grundstücks-optionsverträge im Bereich der Nockberge abzuschließen. Auf ihrer Homepage wirbt sie für die Windkraft, lässt aber alle Gegenargumente weg, die gegen den Bau von Riesenwindanlagen auf unseren Bergen sprechen. Es ist halt alles nur Geschäftssache und Taktik! Energiepolitisch gibt es keine zwingende Notwendigkeit, unsere wunderbare Landschaft und Bergwelt zu opfern!

30 Jahre NSG Kleinfragant

1972 brachte Dr. Helmut Hartl namens der Sektion Klagenfurt des ÖAV den Antrag auf Unterschutzstellung der Kleinfragant ein: „Aufgrund seiner ruhigen Lage, seiner landschaftlichen Schönheit, seiner ursprünglichen, kaum gestörten Tier- und Pflanzenwelt wird vorgeschlagen, das Gebiet der Kleinfragant unter Beibehaltung der bisherigen almwirtschaftlichen Nutzung zum Naturschutzgebiet zu erklären“, schrieb er ua. in seinem Gutachten - ohne Ergebnis.
1988 wollte Schultz sen. die Kleinfragant mit einer Seilbahn auf die Saustellscharte und zwei kleineren Liften erschließen, im Jahr darauf gab es heftige Auseinandersetzung um dieses Projekt. Die Entscheidung brachten von Dr. Herwig Gräbner im Sept./ Okt. über 6 Wochen organisierte und abgehaltene „Mahnwachen“ des ÖAV auf der Saustellscharte auf 2600m Seehöhe.
Am 17. 10. 1989 erklärte die Landesregierung die Kleinfragant zum Naturschutzgebiet: „Das Gebiet ist reich an floristischen Besonderheiten, die zum Teil auf Grund ihrer Seltenheit gar nicht in die Liste der geschützten Pflanzen aufgenommen wurden.“ Das Resümee: „Die Intentionen der Unterschutzstellung sind in der Erhaltung und dem Schutz dieses naturwissenschaftlich so bedeutsamen Gebietes gelegen.“(LGBl.63/1989).
Somit war die Erschließung der Kleinfragant vom Tisch.
1992 wurden die Stollenbahn genehmigt und ein zusätzliches Naturschutzgebiet eingerichtet: Wurten West.
2012/13 versucht es Schultz junior erneut, indem er den Bau eines Hoteldorfes in Außerfragant mit der Bewilligung für eine Talabfahrt über die Kleinfragant verknüpfte. Der Naturschutzbeirat sprach sich dagegen aus. Die Rechtsservicestelle der CIPRA (Alpenkonvention) und der Kärntner Landesverfassungsdienst bestätigten, dass eine Aufhebung der Naturschutzgebiete gemäß der Alpenkonvention nicht möglich sei.
Seit Juni 2019 sind die Schigebiete Mölltaler Gletscher und Mallnitz im Besitz von Tatry Mountains Resort.


Zweiblütiger Steinbrech
 

Hochwasser - nicht nur negativ?

Am 30.10.2018 erreichte der Pegelstand der Drau die 10-Jahre-Hochwassermarke, die Drau strömte über das Baldramsdorfer Feld und in das Auwaldgebiet. Diese Bereiche wirkten als wichtige Wasserrückhaltebecken. Außerdem
lagerten sich große Mengen Sand und Letten im Aubereich ab, ganz wichtig, um den Auwald zu verjüngen und die
Ablagerung und Zerstörung von Kulturflächen drauabwärts zu verringern. Geradezu ein Lehrbeispiel, wie wichtig diese
letzten Auwälder entlang der Drau sind!

Lendorfer Auwald Sandablagerungen nach Hochwasser

Lendorfer Auwald Sandablagerungen nach Hochwasser

Lendorfer Auwald Hochwasser 30. Okt. 2018

Lendorfer Auwald Hochwasser 30. Okt. 2018

Lendorfer Auwald Altarm

Lendorfer Auwald Altarm

Wunderblume von Lendorf – Europaschutzgebiet

Wunderblume von Lendorf
Bildunterschrift

Der Bereich des Alpenrosenhains zwischen Pusarnitz und Lendorf wurde zum Europaschutzgebiet erklärt, genauso wie die Auenbereich entlang der Drau und ein Bereich im Millstättersee, nahe des Südufers, in dem das Biegsame Nixenkraut noch vorkommt. Die Wunderblume von Lendorf, Rhododendron luteum Sweet, die österreichweit nur hier wild wächst, hat sich aufgrund von Schwendmaßnahmen wieder sehr gut erholt und blüht zwischen Mitte Mai und Mitte Juni ganz prächtig. Ein Besuch lohnt sich!

Talabfahrt Wurtenkees

Ein Dauerbrenner bleibt die Diskussion über eine Talabfahrt vom Wurtenkees zum geplanten Hotel(dorf) in der Innerfragant. Vor kurzem gab es in einer Landtagsausschusssitzung die mehrheitliche Ansicht, dass eine Abfahrt außerhalb der Naturschutzgebiete gesucht werden soll. Richtungsweisend ist auch eine Entscheidung des Landesverwaltungsgerichtes Tirol, in der eine geplante Talabfahrt vom Schigebiet Kals (Schultz) aufgrund der Alpenkonvention – Bodenprotokoll - versagt wird!

Das neue Kärntner Naturschutzgesetz

Natura 2000 Gebiet Obere Drau bei Greifenburg
Natura 2000 Gebiet Obere Drau bei Greifenburg
Verbund Wasserfassung Grabach - kaum Restwasser
Verbund Wasserfassung Grabach - kaum Restwasser


Der Kärntner Landtag hat mit 20. Juli 2017 – auch auf langjährige Bemühungen des Naturschutzbeirates hin - eine Novelle des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002 beschlossen. Es ist ein politischer und sozialpartnerschaftlicher Kompromiss geworden, umfasst zwar wesentliche Neuerungen, ist aber in einigen Punkten noch verbesserungsfähig. So sind z.B. gefährdete Biotoptypen (Halbtrocken-, Trockenrasen,...) nicht speziell geschützt, der Naturschutzbeirat (NSB) ist nicht in alle Umweltbelange einbezogen, die Aarhus-Richtlinie* ist nicht zufriedenstellend im Gesetz verankert…

Die wesentlichen Neuerungen:

• Anpassung an das EU-Recht – die Umwelthaftungsrichtlinie gilt jetzt im ganzen Land, nicht mehr nur in Europaschutzgebieten.

Entschädigungszahlungen für Wirtschaftserschwernisse und vermögensrechtliche Nachteile in Natura 2000 / Europaschutzgebieten werden möglich, auch in bereits nominierten oder schon verordneten, ich hoffe nicht, dass das Geld dafür – wie angekündigt- aus dem Naturschutzbudget kommen soll!

• Anpassung an neue Entwicklungen – Bewilligungspflichten gelten jetzt auch für Hausboote, Modellflugplätze, fixe Start- und Landplätze für Paragleiter und Drachenflieger, aber auch für die Neuanlage von Klettergärten!
Außerdem wird der Betrieb von Himmelsstrahlern und (gewerblichen) Feuerwerken bewilligungspflichtig

• Anpassungen an andere Gesetzesänderungen - Neu ist jetzt die Bewilligungspflicht für Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen und für Stromleitungen ab 36kV

• Fehlendes wird ergänzt: Die aufgrund einer Interessensabwägung vorgeschriebenen Ersatzlebensräume müssen in ein Verzeichnis aufgenommen werden, Ersatzgeldleistungen sind für die Schaffung und Erhaltung von Ersatzlebensräumen zu verwenden. Der NSB muss dazu angehört werden und die Maßnahmen müssen alle 5 Jahre überprüft werden.

• Neuer Tatbestand: In der Alpinzone ist nun das Radfahren außerhalb der für diesen Verkehr bestimmten Straßen und Wege verboten. (Anm.: Die Bestimmung der Wege für das Radfahren wird wohl vom Grundbesitzer ausgehen)

• Unterstützung für den NSB – seit 2005 auch Kärntner Umweltanwalt: Im neuen Gesetz wird genauer geregelt, welche Naturschutzorganisationen den Beirat beschicken dürfen: gemeinnützige Naturschutz-organisationen mit mehr als 200 Mitgliedern, die landesweit aktiv sind und in ihren Statuten Natur- und Umweltschutz verankert haben. (Bis jetzt: ÖAV, Naturfreunde, Naturwissenschaftlicher Verein, Naturschutzbund).

• Der NSB bekommt zusätzlich Parteistellung in den Kernzonen von Nationalpark und Biosphärenpark und bei baulichen Anlagen und Freileitungen im Alpinbereich, nicht aber in Europaschutzgebieten (dass der NSB bei Naturverträglichkeitsprüfungen in Natura 2000 / Europaschutzgebieten keine Parteistellung, hat ist sicher nicht aarhuskonform)

• Als Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit des Naturschutzbeirates wird ein Geschäftsstellenleiter (Jurist) eingesetzt, der nur dem Beirat weisungsgebunden ist.

• 3mal jährlich müssen die Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer, die Industriellenvereinigung und eine Vertretung der Bürgerinitiativen Kärntens zu den Sitzungen des NSB eingeladen werden.


*Die Aarhus-Richtlinie ist der erste völkerrechtliche Vertrag, der jeder Person Rechte im Umweltschutz zuschreibt – und zwar freien Zugang zu Umweltinformationen, Beteiligung bei Umweltverfahren und dazu auch Zugang zu Gerichten.

 
 
 

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