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Die Geschichte der Sonnschienhütte (Sonnschienhütte, Hochschwabgruppe Geschichte)

Hüttenfinder
Sonnschienhütte
Seehöhe 1523 m, Kategorie I, Steiermark, Hochschwabgruppe

Die Geschichte der Sonnschienhütte


Um das Aufsuchen des „Steirischen Gebirges“ auch den weniger wegemutigen Touristen zu ermöglichen, mussten Stützpunkte geschaffen werden. Mit dem Bau des Schiestlhauses, der Voisthalerhütte und der Fleischer-Unterstandshütte war die Erschließung des östlichen Hochschwabgebietes weit gediehen. Aber schon im Jahre 1903 wurde auch die bessere Erschließung der Sonnschienalm, die für sich selbst ein äußerst lohnendes Ziel und überdies den Ausgangspunkt vieler schöner Bergfahrten darstellt, so ernsthaft in Aussicht genommen, dass der Reinertrag des 20. Voisthaler Kränzchens ausschließlich der Bildung eines Baufonds für ein Schutzhaus auf der Sonnschienalm gewidmet wurde. Das Vorhaben scheiterte zunächst am Widerstand der Grundeigentümer, welche eine Störung des Jagdgebietes befürchteten. Erst ein Wechsel der Eigentümer brachte die alpine Gesellschaft ihrem Ziel näher. Alexander Reichsritter von Leuzendorf erschienen die Bedenken gegen den Hüttenbau nicht stichhältig genug. Die entscheidende Aussprache fand im Hotel Sacher statt und am 13. Juni 1812 unterfertigte der Grundherr einen Pachtvertrag, mit dem er der alpinen Gesellschaft „D’Voisthaler“ den benötigten Grund überließ. Er unterstützte sogar den Bau durch eine großzügige Spende des Bauholzes und des Holzes für die Beschindelung. 1913 wurde der Bau begonnen und war 1914 bereits fertig; die Einrichtung allerdings erst 1915. Der Kriegsereignisse wegen blieb die Hütte jedoch zunächst gesperrt, sie war nun Mitgliedern zugänglich. Die Einweihung erfolgte schließlich 1920.

In den folgenden Jahren wurde die Sonnschienhütte immer häufiger besucht, so dass sie bald bewirtschaftet und vergrößert werden musste. Noch vor dem Jubiläum des fünfzigjährigen Vereinsbestandes erhielt die Hütte im wesentlichen jene Ausgestaltung, die uns bis zum Beginn des letzten Ausbaues vertraut war. 1934 wurde der Vorbau zum Hütteneingang errichtet, der aber jetzt überflüssig geworden ist und von unserem Mitglied Peter Diepold entfernt wurde (1982). In den dann folgenden zwanzig Jahren wurde die Hütte nicht mehr verändert. Im Jahre 1938 sollte seitens der damaligen Verwaltung des Grundbesitzes ein Verkauf der gepachteten Liegenschaft an den „Zweig Voisthaler des Deutschen Alpenvereins“ erfolgen und der kommissarische Verwalter des Kulturvereines Tragöß wurde zu entsprechenden Verhandlungen ermächtigt. Ein Teilungsplan vom 1.9.1939, der die Grundlage des Kaufes bilden sollte, befindet sich noch in Händen der Sektion. Zum Kauf kam es jedoch nicht. Die rechtliche Grundlage der Grundbenützung stellten weiterhin die meist auf zehn Jahre abgeschlossenen Pachtverträge dar.

Anfang der Fünfzigerjahre, nach Konsolidierung der Verhältnisse, wurden Bestrebungen wach, die Hütte zu modernisieren und den gesteigerten Ansprüchen anzupassen. 1952 wurde eine ausreichende Wasserversorgung durch Quellfassung in Aussicht genommen und 1953 mit den Arbeiten begonnen. Die Nr. 1 der „Voisthaler Nachrichten“ des Jahres 1954 trägt die Überschrift: „Unsere Wasserleitungsanlage auf der Sonnschien ist bereits in Betrieb“.  Damit hatte sich die Sektion zu ihrem 70-jähtigen Bestand ein schönes Geschenk gemacht. Zur gleichen Zeit wurde auch die Elektrifizierung der Hütte durchgeführt. 1957 wurde die gesamte Abortanlage erneuert und eine Hütte für das Dieselaggregat an der Westseite des umzäunten Hüttenplatzes errichtet. 1962 erfolgte dann die letzte Vergrößerung für fünfzehn Jahre. Mit einem Aufwand von rund S 65.000 wurde ein Zubau für die Wasch- und WC-Anlagen errichtet. Dennoch zeigte sich bald, dass die Hütte, die nun am Schnittpunkt zweier europäischer Weitwanderwege liegt, dem steigenden Touristenbesuch nicht mehr genügen konnte. An Wochenenden und Im Sommer war sie meist überbelegt. Vor allem erwies sich der Gastraum als bei weitem zu klein, ebenso der Bereich des Hüttenpächters. Auch die Schaffung eines Winterraumes erschien erforderlich.

Da die Erweiterung der Voisthalerhütte mittlerweile glücklich abgeschlossen war, wurde nunmehr an einen entsprechenen Ausbau der Sonnschienhütte gedacht. Bereits im Jahre 1968 wurden Pläne erstellt und diskutiert, jedoch vom Hauptausschuss des ÖAV zunächst abgelehnt, und zwar mit dem Hinweis auf einen allgemeinen Baustopp und die zu geringen finanziellen Möglichkeiten einer so kleinen Sektion wie der unseren. Obmann Dr. Streller, der damals noch Hüttenwart war, gab jedoch nicht auf. Als günstig erwies sich, dass vom Wege- und Hüttenreferat des steirischen Sektionsverbandes Herr Hofmann zu dieser Zeit Mitglied des Hauptausschusses war, wie überhaupt von Seiten des Verbandes die Dringlichkeit des Aus- bzw. Umbaues betont wurde. Im Dezember 1974 nahm Ing. Ehm, der Vertreter des Baureferates des ÖAV, an einer Vorstandssitzung der Sektion teil und empfahl, beim ÖAV einen Antrag auf Einstufung des Ausbauplanes in die Kategorie der dringlichen Bauvorhaben einzubringen und bis September 1975 eine vollständige Planung vorzulegen. Am 23./24. Juli 1975 wurde von den Herren Hofmann und Ing. Ehm eine Hüttenbesichtigung durchgeführt und Ing. Ehm ersucht, eine skizzenhafte Planung anzufertigen, die nach Ansicht der Bauberatung ausfuhrbar ware. Der dabei entstandene Entwurf stellte die Grundlage des Ausbaues dar, von der nicht mehr wesentlich abgegangen wurde. Noch 1975 wurde die Grundsatzgenehmigung zum Ausbau vom Hauptausschuss des ÖAV beschlossen.

Begünstigt wurde das Vorhaben in entscheidender Weise dadurch, dass der ÖAV in der Lage war, der Sektion einen zinsenlosen Kredit mit zehnjähriger Laufzeit und jährlicher Rückzahlung zu gewähren. Eine weitere Voraussetzung wurde durch die Verlängerung des Pachtverhältnisses bis zum Jahre 2014 erfüllt. Mit der Durchführung des Ausbaues (auf Grund jener Einreichpläne, die unser Mitglied Ing. Zikeli unter Berücksichtigung des Ehm´schen Entwurfes erstellte) wurde die Firma Klammer & Co KG in Aflenz beauftragt. Die Bauverhandlung fand am 20. Juli 1978 statt und schon im September war der Rohbau unter Dach und winterfest.

In den folgenden Jahren wurde dann der Rohbau fertiggestellt, ein neues Dieselaggregat installiert und schließlich der alte Hüttenbestand umgebaut. Die Einrichtung der Hütte wurde teilweise erneuert, insbesondere wurde der neuen Gastraum zeitgemäß eingerichtet. Die Hütte verfügt nunmehr über ausreichende trockene Kellerräume, die als Vorrats- und Maschinenräume dienen. Der neue Gastraum fasst etwa 90 Personen, ein kleiner Gastraum ist für den Winterbetrieb und Tage schwächeren Besuches vorhanden. Die WC-Anlagen im Keller und im ersten Stock, sowie die Waschräume im ersten Stock entsprechen nun sowohl an Kapazität als auch in der Ausführung hohen Ansprüchen. Auf dem Spitzboden des Neubaues wurden Lager eingerichtet, die als musterhaft gelten können, und von Besuchern immer wieder besonders gelobt werden. Gleichzeitig mit dem jährlichen Sektionstreffen im Herbst 1981 wurde die neue Sonnschienhütte feierlich eröffnet. Unser Mitglied Exz. Altbischof Schoiswohl musste wegen des schlechten Wetters die hl. Messe im neuen Gastraum zelebrieren und dabei zeigte sich zum ersten Mal, wie vielen Touristen die Hütte nunmehr wirklich Obdach bieten kann.

Aus Anlass des Hüttenausbaues wurde der Sektion die Herstellung einer verbesserten Abwasserentsorgung vorgeschrieben. 1982 wurden die hierfür notwendigen Arbeiten durchgeführt und eine aus drei Kunststofftanks mit einem Fassungsvermögen von 45 m3 bestehende Anlage errichtet. Das Problem der Beseitigung der gesammelten, durch die Anlage geklärten Abwasser ist noch nicht gelöst. Wir hoffen aber, dass noch im Jubiläumsjahr eine Entscheidung darüber fällt, welcher von betroffenen öffentlichen Stellen noch keine Übereinstimmung erzielt werden konnte, der Vorzug geblieben ist.

 

Dr. Peter Hostek
(Hüttenwart)

Aus dem Buch „Alpine Gesellschaft Voisthaler“


Sonnschienhütte 1

Bau der Sonnschienhütte (1913).



Sonnschienhütte 2

Sonnschienhütte in den 20-iger Jahren.



Sonnschienhütte 3

Sonnschienhütte in den 30-iger Jahren mit Blick auf die Graserwand.



Sonnschienhütte 4

Vergrößerte Sonnschienhütte 1982 mit Blick a.d. Großen Ebenstein (2123 m).


 
 
 

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