KABA Solsteinhaus – Baubericht! Wir bitten um Ihre Mithilfe
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Das Solsteinhaus am Erlsattel
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Die Abwässer des Solsteinhauses wurden bisher in einer 3-Kammer Absetzanlage mechanisch und in einem Rieselgraben teilweise biologisch gereinigt. Die Reinigungswirkung des Rieselgrabens konnte nicht gemessen werden. Nachdem bei Auslaufen der wasserrechtlichen Bewilligung bis zum 31.10.2020 von Seiten der Behörde eine vollbiologische Kläranlage vorgeschrieben geworden wäre, hat der damalige Hüttenwart Günther Oberhuber bereits im Jahr 2018 mit der Planung einer neuen Kläranlage begonnen. Im Dezember 2018 wurde die Anlage, bestehend aus einer mechanischen Vorreinigung und einer biologischen Reinigungsstufe in zwei vertikal durchströmten Bodenfiltern bei der BH Innsbruck eingereicht.
Zuerst bestand das Einvernehmen von der MG Zirl zur Grundbenutzung. Doch schon bald wurde vom Gemeinderat die Zustimmung zum geplanten nahen Standort beim Solstein Haus verweigert. Unzählige Besprechungen und die Suche nach Alternativen folgten. Nachdem von den Landessachverständigen die Zustimmung und Präferenz zum eingereichten Projekt gegeben war, wurde am 21.4.2021 die wasser- und naturschutzrechtliche Bewilligung erlassen.
Gegen diese wurde von Seiten der MG Zirl ein Einspruch erhoben, und in der Folge wurde vom Landesverwaltungsgericht der Auftrag erteilt, dass durch die gegebene Rechtsunsicherheit eine gütliche Einigung außergerichtlich erzielt werden soll. Erst im November 2023 konnte eine solche Einigung vereinbart werden. Diese sah einen Standort der beiden Filterbeete in der mäßig steilen Lichtung beim Wintersteig, ca. 400 lfm vom Solsteinhaus entfernt vor. Durch die lange Kanalableitung dorthin und dem Schaffen einer ebenen Fläche, war diese Alternative von Anfang aus teurer als die ursprünglich geplante Kläranlage. Die MG Zirl faßte den Beschluss sich mit 27.500 € netto an den Baukosten zu beteiligen.
Im Jänner 2024 wurden die Bauarbeiten ausgeschrieben. Die angebotenen Kosten überstiegen mit 443.302,25 € netto um ca. 7% die geschätzten Baukosten.
Gemäß den Auflagen der naturschutzrechtlichen Bewilligung durfte zum Schutz der Vogelbrut erst mit Anfang August mit den Bautätigkeiten begonnen werden. Dies bedeutet, dass mit einer geschätzten Bauzeit von 10 Wochen die Bauarbeiten bis Mitte Oktober dauern würden. Bei Gebirgsbaustellen ist eine späte Bauzeit immer mit dem Risiko von Schneefällen und in der Folge von Erschwernissen und Behinderungen zu rechnen.
Die Bauarbeiten wurden am 1.8.2024 begonnen. Zuerst wurde beim Solsteinhaus am Aushub für das neue Betriebsgebäude der mechanischen Vorklärung gearbeitet. Das Gebäude wurde so situiert, dass es vollständig im Schüttkegel von altem Aushubmaterial lag. Doch während der Aushubarbeiten trat hier bereits nach ca. 1 m Tiefe anstehender Fels zutage, welcher in der Folge aufwändig weg geschrämt werden musste. Die folgenden Betonier- und Bauarbeiten liefen wie geplant ab, die Siebschneckenpresse und der Fettabscheider konnten ohne Probleme installiert werden. Beim Betriebsgebäude ist auch ein Winterklo eingebaut, damit Besucher außerhalb der Saison ordentlich ihre Notdurft verrichten können und die Fäkalien gesammelt werden.


Bei den Grabungsarbeiten entlang der Kanalableitung bestätigte sich die Annahme, dass die ca. 140 lfm entlang des Fackensteigs vollständig im Fels liegen, und der Rohrgraben mühsam geschrämmt werden mußte. Beim Steilabstieg wurden an drei Stellen unterirdische Wasseraustritte vorgefunden die zusätzlich drainagiert werden mußten. Auch die Befestigung des Rohres erfolgte auf Anweisung des Geologen mit Seilankern am anstehenden Fels, und im Bereich des humösen Untergrunds mit T-Ankern. Bei den Grabungsarbeiten wurde auch auf die unter Naturschutz stehenden hügelbauenden Waldameisen geachtet. Insgesamt wurden drei Ameisenhaufen an geeignete Standorte versetzt.
Bei den Aushubarbeiten für die beiden Filterbeete trat nach ca. 1 m Tiefe ein hoher Lehmanteilen zutage. Dieser Lehmanteil tritt nur dann negativ in Erscheinung, als dass dieses Material bei Näße nicht verdichtet werden kann. Nachdem genau in dieser Zeit viele Niederschläge stattfanden, mußten die Erdarbeiten immer wieder unterbrochen, und die Baugrube aufwändig mit Folien abgedeckt werden. Dies verursachte einen hohen Mehraufwand an unproduktiven Arbeitsstunden.




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Besonders schlimm wirkte sich Mitte September der starke Schneefall aus: mehr als 1,50 m Neuschnee verhinderten für eine Woche sämtliche Bauarbeiten. Damit anschließend weiter gearbeitet werden konnte musste händisch und mit dem Bagger der Schnee geräumt werden. Durch die Schneeschmelze und den vielen Niederschlägen in den darauf folgenden Wochen war der Boden stark aufgeweicht und so die Erdarbeiten behindert. Um die verlorene Zeit einholen zu können wurde beschlossen, dass ein 2. Bagger unterstützend eingesetzt wird.
Letztlich präsentierte sich Ende Oktober bis Anfang November das Wetter beständiger, so dass bis 15.11.2024 gearbeitet, und die Kläranlage in einen funktionsbereitem Zustand fertiggestellt werden konnte. Nachdem es in dieser Jahreszeit keinen Sinn macht auf die rekultivierten Flächen eine Aussaat aufzubringen, wird diese Arbeit auf Saisonbeginn 2025 verschoben. Dasselbe gilt auch für die Bepflanzung der Filterbeete.

Durch die Erschwernisse: Fels beim Aushub Betriebsgebäude, Hangwasser im Kanalgraben, tonhaltiger Bauuntergrund Filterbeete, Niederschläge bei den Verdichtungsarbeiten, Schneefall 1,50 m wurde die Bauzeit von den veranschlagten 10 Wochen auf 15 Wochen verlängert. Damit verbunden ist mit einer Erhöhung der Baukosten von ca. 106.500 €, das sind ca. 29%, zu rechnen.
Der Alpenverein Innsbruck ist mit dieser Kostenerhöhung stark in Bedrängnis und bittet seine Mitglieder um finanzielle Spenden.
Gerne können auch freiwillige Helfer zu Saisonbeginn 2025 sich mit Hilfsdiensten beim Ausgraben von Pflanzen für die Filterbeete oder das Ausbringen der Saat auf den rekultivierten Flächen einbringen. Auch das würde die Mehrkosten reduzieren.
Alpenverein Innsbruck
