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Hüttentechnik und Versorgung (Simonyhütte, Dachsteingebirge Hüttentechnik und Versorgung)

Hüttenfinder
Simonyhütte
Seehöhe 2203 m, Kategorie I, Oberösterreich, Dachsteingebirge

Hüttentechnik und Versorgung

Die Simony-Hütte im Naturschutzgebiet Dachstein verfügt über 136 Schlafplätze. Der älteste Teil der Bausubstanz stammt aus 1877 und beherbergt heute die Küche. Die 75cm dicken Steinwände lassen das gut erkennen. Seitdem wurde die Schutzhütte mehrmals erweitert und umgebaut, was am schon am äußeren Erscheinungsbild erkennbar ist.

Aus technischer Sicht ist die Hütte heute unser High-Tech-Flaggschiff. Die Lage oberhalb des Hallstätter Sees, dem Trinkwasserreservoir von Hallstadt, bedarf besonderer Maßnahmen. Abwässer benötigen weniger als 24 Stunden, um von der Hütte durch das Karstgestein in den See zu gelangen. Daher ist eine sorgfältige Klärung erforderlich. Die komplexe Kläranlage reinigt das Wasser in mehreren Stufen hintereinander, sodass am Ende keimfreies Wasser in Badewasser-Qualität versickern kann. Zuvor wird aber, um Wasser zu sparen, das geklärte Abwasser in einem Brauchwasserkreislauf über die WC Anlagen rezirkuliert.

Die Hütte verfügt über keine Quelle, weshalb für die Wasserversorgung ausschließlich Niederschlägen zur Verfügung stehen. Diese werden in Tanks im Keller gesammelt und nach entsprechender Reinigung ins Hausnetz geleitet. Seien Sie also bitte nachsichtig, wenn nach einem Klettertag einmal keine Dusche stattfinden kann. Im Gegensatz lädt der unweit gelegene Eissee im Sommer zu einem Bad ein.

Eine 8,9kWp Photovoltaikanlage wird zur Stromgewinnung verwendet, eine Solarthermieanlage mit 8 Paneelen sorgt an sonnigen Tagen für Warmwasser. Ein Dieselaggregat mit 50kW überbrückt längere Phasen ohne Sonne.

Da die Hütte auch im Winter in Betrieb ist, ist eine entsprechende Heizungsanlage erforderlich. Vor wenigen Jahren wurde dafür eine moderne Pelletsfeuerungsanlage installiert. Diese verbreitet nun, ergänzt durch den heimeligen Kachelofen, wohlige Wärme im ganzen Haus. Bis dahin wurde für die Wärmegewinnung das Dieselaggregat herangezogen, was sich mit einem umweltfreundlichen Betrieb nicht vereinbaren lässt. Das Umweltgütesiegel der alpinen Vereine konnte darum 2014 verliehen werden.

 
 
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