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Highline-Trip - Herbst 2013 (Highline-Trip Türkei, Herbst 2013, Wolfgang Reidlinger)

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Highline-Trip - Herbst 2013

by Jugendleiter Wolfgang Reidlinger

Highlinen im November, mit warmen Zehen, dafür ohne T-Shirt!

Wolfgang auf der Highline | © Wolfgang Reidlinger 2013zoom
Wolfgang auf der Highline | © Wolfgang Reidlinger 2013

Eine Freundin hat mich im Sommer zu einem herbstlichen Klettertrip in die sonnige Türkei eingeladen, geworden ist es dann ein Highline-Trip der besonderen Art. Um dem nasskalten Novemberwetter in den Tiroler Bergen zu entfliehen bietet sich die Türkei als Kletterdestination perfekt an. An warmen, sonnigen Tagen ist es dort meist noch zu warm um in der prallen Sonne zu klettern.

Seit rund 13 Jahren wir das Gebiet rund um das Dorf Geyikbayiri nahe Antalya erschlossen und seit dem Jahr 2002 sind die ersten internationalen Klettertouristen vor Ort. Seit dieser Zeit hat sich hier im Tal viel getan und die Anzahl der Klettercamps ist stetig gestiegen. Ich persönlich kenne den Namen der Gegend erst seit Frühjahr 2013, da hier das erste Highline Meeting der Türkei abgehalten wurde. Der sogenannte Turkey Highline Carneval fand im Februar 2013 zum ersten Mal statt und der Termin für 2014 steht auch bereits fest! Das Kletterpublikum ist international sowie hochkarätig, Roger Schäli und Christoph Hainz (beides Salewa alpineXtrem Team Athleten) waren bei uns im Camp auf Kaffee und Kuchen.

Nach einer kurzen Akklimatisierungsphase haben wir eine 53 m lange Highline, gleich oberhalb des Josito Camps aufgebaut. Mit den passenden Namen „Thorns and Scars“ (Dornen und Narben) denn der Zustieg zur Line sowie das Ziehen der Line von einem zum anderen Fixpunkt verläuft durch sehr unfreundliches Buschgelände. Der Spot war sehr schön und ich konnte die Highline am Tag nach dem Aufbau gleich auf Anhieb „Full Man“ begehen.

© Wolfgang Reidlinger 2013zoom
 
Christian Waldner | © Wolfgang Reidlinger 2013zoom
Christian Waldner | © Wolfgang Reidlinger 2013

Die nächste Line sollte uns aber um einiges mehr abverlangen. Dieses Monsterteil war 72 m lang und 40 m hoch. Bevor wir uns jedoch an das Spannen machten, mussten wir zuerst all das schwere Material die Klippe im Klettersektor „Anatolia“ hoch schaffen und auf einer Seite den noch fehlenden geeigneten Fixpunkt suchen, Löcher bohren und die Anker setzen. Nach insgesamt zwei Tagen Arbeit – die Tage sind auch in der Türkei um diese Jahreszeit relativ kurz und die Matratzen im Zelt sind super gemütlich – konnten wir die Line zum ersten Mal wirklich probieren. Was auch schon vorher feststand, bestätigte sich nur allzu schnell, auf dieser Highline wird dir nichts geschenkt und man muss ordentlich dran bleiben sonst kommt man nicht ohne Fallen an das andere Ende.

Für mich war diese Highline, das dritte Mal, dass ich ein Teil mit einer Länge von ≥ 70 m unter den Füßen hatte. Die nächsten Tage beschränkten sich auf Schlafen, Essen und Trainieren auf der Highline. Pausentage brachten eine willkommene Abwechslung sowie Erholung für Körper und Geist. Denn das viele catchen (Fangen der Highline bei einem Sturz) hinterließ deutlich sichtbare sowie spürbare Spuren an den Beinen und der Kopf ist auch sehr müde nach mehreren Trainingseinheiten mit jeweils mehr als 140 m auf der Highline.

 

Zur Abwechslung und auch mehr als kleine Spielerei haben wir unsere 72 m Highline um eine Spaceline (wobei einer Highline ein dritter Schenkel hinzugefügt wird) erweitert. Die Besonderheit besteht dadurch, dass man keinen richtigen Fixpunkt auf einer Seite der Spaceline hat, sondern richtiggehend ins Leere hinausgeht. Unsere Spaceline war jedoch aufgrund der örtlichen Gegebenheiten mit rund 10 m relativ kurz, hat uns jedoch definitiv einiges an Spaß bereitet! Noch dazu war es relativ sicher die erste Spaceline überhaupt, die in der Türkei aufgebaut worden ist. Den geplanten Rope-Jump konnten wir leider nicht verwirklichen, weil die Bucht, in der die Highline hing, einen sicheren Sprung nicht zuließ. Eine erfolgreiche Begehung der langen Highline kann ich leider nicht verkünden, jedoch hatte ich ganz gute Versuche und damit bin ich erstmals zufrieden -die nächste Saison kommt bestimmt und dann wird wieder kräftig trainiert! Jetzt aber ist erstmals Winter in Tirol und das heißt vor allem viel  Skifahren, Touren gehen, Freeriden und natürlich auch Eisklettern.

Insgesamt war es eine super entspannte Reise in die Türkei mit etwas Klettern, viel Highlinen, leckerem lokalen Essen mit super Freunden und interessanten neuen Bekanntschaften. Die Einheimischen waren auch super nett, wenn auch die Sprachbarriere eine fühlbare Hürde darstellte. Die Gegend ist definitiv einen weiteren Besuch wert!

Vielen Dank an Steinwild für die Unterstützung! | http://www.steinwild.com/

© Wolfgang Reidlinger 2013zoom
 

Links und Infos:

 

 

© Wolfgang Reidlinger, 2013 | Steinwild Athlet

 

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