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Arbeitseinsatz auf der Vierkaseralm am Untersberg (Arbeitseinsatz auf der Vierkaseralm am Untersberg)

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Arbeitseinsatz auf der Vierkaseralm am Untersberg

Der Wetterbericht war fatal, Sturm und Starkregen war angekündigt, trotzdem startete ein Kernteam von zwölf Personen am Donnerstag frühmorgens hochmotiviert. Weitere fleißige Helfer sollten in den nächsten Tagen zu uns stoßen. Die ersten Höhenmeter erklommen wir im Viehwagen gezogen von Sebastians Traktor, dann ging es zu Fuß mit schwer bepackten Rucksäcken weiter auf die Vierkaseralm. Ein Teil der Truppe verlor keine Zeit und griff, kaum oben angekommen, sofort zu den Motorsägen, um den Latschen den Garaus zu machen. Weitere Helfer türmten diese zu hohen Haufen auf. Das restliche Team machte sich daran, das Nachtlager aufzubauen, die dunklen Wolken und den starken Wind ständig im Nacken. Die große Plane wurde immer wieder weggerissen, aber nachdem sämtliche schwere Steine von der Almfläche eingesammelt und in die Planen eingewickelt wurden, stand das Lager bombenfest und bot für die darauffolgenden regenreichen Nächte besten Schutz und Trockenheit.

In der Zwischenzeit hatten es auch drei Medienvertreter mit ihrer schweren Ausrüstung zu uns heraufgeschafft, begannen mit dem Filmen und Fotografieren und schnappten sich einen Interviewpartner nach dem anderen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, hier ist eine kleine Auswahl der Berichterstattung unserer Aktion in den Medien:

Alte Almwirtschaft auf dem Untersberg erneuert - salzburg.ORF.at

Nach mehr als 60 Jahren wieder neues Leben auf Salzburger Alm | kurier.at

Rinderherde dreht Runden am Salzburger Untersberg - SALZBURG24

Umweltbaustelle - Am „Vierkaser“ am Untersberg wird geschwendet | krone.at

Die Geschichte ist aber auch einfach zu gut, um nicht davon zu berichten:

Sebastian Feldbacher, Weißbacherbauer in Großgmain und Ortsgruppenleiter beim Alpenverein Sektion Salzburg, hat heuer bereits zum zweiten Mal nach 60-jähriger Pause Vieh auf die Vierkaseralm am Untersberg aufgetrieben. Seine Familie besitzt dort nach wie vor das Almrecht auf der in den letzten Jahrzehnten zugewucherten Fläche. Ein schwerer Arbeitsunfall und der mühsame Weg zurück vom Rollstuhl zum selbständigen Gehen haben bei Sebastian den Wunsch ausgelöst, die Alm wieder zu aktivieren. So entstand die Almpartnerschaft zwischen der Gutsverwaltung Mayr-Melnhof, dem Salzburger Alpenverein dem Weißbacherbauer. Vor drei Jahren wurde der Weg wieder so weit instandgesetzt, dass das Vieh aufgetrieben konnte, zuerst mit fünf Jungrindern, dieses Jahr waren es schon zwölf. Das ist nur möglich, weil durch das Latschenschwenden zusätzliche Weidefläche geschaffen wurde.

Aber zurück zum heurigen Arbeitseinsatz: Die ersten beiden Tage war uns das Wetter überraschenderweise hold, die Regengüsse und Windböen beschränkten sich auf die Zeiten, wo wir schon wieder sicher unter dem Vordach der Vierkaserhütte unsere Koch- und Essstelle aufgesucht hatten oder in der Nacht, wo wir unter der Plane die Regentropfen herabprasseln hörten. Der Samstag war dann aber eine echte Herausforderung, hatte aber auch eine gute Seite: Endlich herrschte keine Waldbrandgefahr mehr und wir konnten einige der Latschenhaufen des letzten Jahres gefahrlos abbrennen und so Platz für weitere Haufen schaffen. Als angenehmer Nebeneffekt dienten die Feuer zum Aufwärmen und Trocknen der durchnässten Kleidung.

An den Abenden wurden wir von Roland vorzüglich bekocht, Sebastian hat uns dann auch noch mit einer weiteren Möglichkeit der Latschen Herr zu werden bekannt gemacht: aus den frischen Latschenzapfen wird ein hervorragender Latschenschnaps angesetzt und so die Ausbreitung gestoppt. Als Sonderprogramm wurde die Suche nach dem Eingang der bezeichnenderweise „Schlechtwetterschacht“ genannten Höhle geboten – mit Erfolg! Bis zum Eis haben wir uns mangels entsprechender Ausrüstung aber nicht vorgewagt, eine Fledermaus konnten wir allerdings bewundern.

Der letzte Tag bescherte uns nochmal herrlichen Sonnenschein, ein Latschenhaufen türmt sich dort oben mittlerweile neben dem anderen. Spätestens zur Sonnenwende im nächsten Jahr werden auch diese in Flammen aufgehen. Für uns ist es Zeit, müde, mit zerkratzen Armen und Beinen, aber bester Laune wieder ins Tal abzusteigen. Es gibt noch viel Arbeit dort oben, aber wir freuen uns schon heute auf den nächsten Einsatz. Wahrscheinlich sehr bald - wir haben uns vorgenommen, vor dem Almabtrieb nochmal einen Arbeitstag einzulegen und dann mit den Kühen gemeinsam abzusteigen.

Text: Anita Bitterlich
Fotos: Sebastian Feldbacher, Anita Bitterlich

 
 
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