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Zuerst die Wildnis, dann das Vergnügen

09.12.2020

 

Natürlich regnete es. Wir standen alle vor den Bussen und der Regen schaute hin und wieder vorbei, als wollte er uns schon sagen, dass er das die nächsten Tage noch öfter machen würde. In den Bussen stapelten sich riesige Trekkingrucksäcke, in die Gewand, Besteck und Schlafsack gequetscht waren. Die Isomatten hatten bei kaum jemandem noch innen Platz.
Mehr oder weniger pünktlich starteten wir, die Alpingeier, am 6. September 2017 von Salzburg aus in zwei Fahrzeugen in Richtung Lungau, wo wir die ersten 48 Stunden unseres Semesteranfangsausflugs verbringen wollten. Zwei Betreuer und 11 Alpingeier kamen um 12 Uhr hochmotiviert und auch ein bisschen erschrocken von der Kälte im Riedingtal an, wo wir die Erlaubnis bekommen hatten, auf der Hoisl-Alm unser Lager aufzuschlagen. Der erste Nachmittag verging im Flug und doch gleichzeitig ein wenig unwirklich: Wir gruben eine Feuerstelle, sammelten Holz, machten Feuer und atmeten Rauch ein. Wir schnitten Gemüse, wir wärmten uns an den knisternden Ästen die Finger und unsere Kleidung atmete Rauch. Zum Glück roch das bald niemand mehr. Es war, als ob wir in der Zeit zurückversetzt worden wären, als wir da Stämme mit der Axt bearbeiteten und den Kochtopf auf schlanken Stämmen über die Flammen hängten. Schneller, als unsere Augen sich an den ständig drehenden Rauch gewöhnen konnten, hatten wir einen Sack Fladenbrot zu Mittag und zur Jause gebacken, einen Topf Curry für den Abend gekocht und Schokobananen als Nachspeise genossen. Da war der Tag auch schon vorbei und der Abend verrann mit Scharade und Werwolf.
Die erste Nacht verbrachten wir wegen des wiederkehrenden Regens im Lager der Hütte, doch am Donnerstagmittag, nachdem wir zum Frühstück Porridge und zu Mittag Pizza Calzone gemacht hatten, packten wir unser Zeug und verließen die Hütte. Unser Ziel war der Hoisl-See, wo wir mit klammen Fingern unter Roberts Anleitung aus einer Plane, Steinen und Wanderstöcken ein Biwak mit Platz für alle bauten, bevor wir das Lagerleben kurz unterbrachen. Der Himmel war bewölkt, der Wind eisig und wir waren alle froh um die Bewegung, als wir die Rucksäcke zurückließen und die Gegend erkundeten. Den Weißgrubenkopf erreichten wir wegen des Nebels leider nicht, doch ein kleinerer Gipfel daneben reichte uns auch, bevor wir zum Biwak zurückwanderten und uns ans Abendessen setzten. Der Fertig-Kaiserschmarren, den wir machen wollten, mochte leider den Gaskocher nicht, doch wir hatten ja noch Fladenbrot. Und die Nacht, die inzwischen hereingebrochen war, vertrieben wir noch kurz mit Werwolf, bevor wir in den Schlafsäcken die Kälte draußen zu vergessen versuchten.
Da war es auch schon Freitag und Robert weckte uns mit Porridge und Tee vom Gaskocher, dann bauten wir unseren Unterschlupf auch schon wieder ab. Es regnete nicht. Kalt war es trotzdem. Es folgte der Abstieg und Zusammenräumen und Abwaschen bei der Hütte unten. Man glaubt nicht, wie schwer man Ruß von Töpfen herunterbekommt, doch schon zu Mittag konnten wir den Lungau ohne Spuren verlassen, nur ein Alpingeier musste leider nun nach Hause.
Die zweite Hälfte unseres Ausflugs führte uns auf die Rudolfshütte am Weißensee, die am Fuße des Stubacher Sonnblicks liegt. Bei der Talstation der Gondel stießen noch ein weiterer Alpingeier sowie zwei Betreuer dazu und alle zwängten wir uns in die Kabinen, die uns in die ehemalige Alpenvereinshütte hinaufbrachten. Heute ist es ein Hotel mit Sauna, Pool und genialen Buffets. Was uns als erstes auffiel, war die Wärme. Dann, dass wir Betten hatten und nicht kochen mussten.
Den Nachmittag verbrachten wir mit Klettern, Schwimmen und einem frühen Abendessen, da wir danach noch Sterne schauen gingen. Dazu wanderten wir zu einem Gletschersee hinauf, wo wir den bereits bekannten kalten Wind antrafen und uns trotzdem die Münder offenstanden, wegen all der Sternbilder. Auch wegen dem Wind, der hier eher ein Sturm war.
Am nächsten Morgen nutzten wir das Frühstücksbuffet aus und machten uns dann wieder zum Wandern fertig. Unser heutiger Gipfel war das Hochfürlegg mit 2940m und wir kämpften uns durch Windböen und leichte Klettereien am Ende durch die Granitfelsen hinauf. Beim Abstieg erkundeten einige Alpingeier noch den Gletscherrest beim gestrigen See, bevor wir uns alle zurück in die Windstille der Rudolfshütte flüchteten. Zum Glück gab es dort ja eine Sauna und das wärmende Nachmittagsprogramm war klar. Am Abend folgten nach dem Essen noch einige Runden Werwolf – wie könnte es anders sein? – und irgendwann gingen wir alle, müde vom Gehen und Saunieren ins Bett.
Dann war es auch schon Sonntag. Wir frühstückten, wir packten, draußen nieselte es. Die Gondel schaukelte ein bisschen im Wind, doch sie fuhr ohne Probleme und unten räumten wir erneut die Rucksäcke in die Autos. In der Luft roch es nach Abschied. Am Weg nach Salzburg staute es kaum und schon um 13:00 standen 11 Alpingeier und 4 Betreuer wieder am selben Treffpunkt wie vier Tage zuvor und wir umarmten uns und waren traurig, dass es schon vorbei war. Glücklicherweise würden wir uns am nächsten Tag bereits wieder zum Klettern in der HAK treffen.
Nun noch ein paar Award-Vergaben! Der Susi-Award geht wieder an Andi, der Style-Award an Tobi. Magdi hat Mörder gewonnen und der Werwolf-Award gehört ohne nachzudenken Liana. Danke an die Betreuer, dass sie uns so tolle Tage ermöglicht haben.

Text: Magdalena
Fotos: Robert

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