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Geschichte der Salmhütte am Großglockner (Salmhütte, Glocknergruppe Chronik)

Hüttenfinder
Salmhütte
Seehöhe 2644 m, Kategorie I, Kärnten, Glocknergruppe

Geschichte der Salmhütte am Großglockner

salm
hermann

Bild von Hermann 1. Salmhütte

eröffnung

Eröffnung der heutigen Salmhütte 1929

1799 ließ Fürstbischof Graf Salm-Reifferscheid im Rahmen der ersten Expedition zur Besteigung des Großglockners, die erste Salmhütte am Fuße des Leiterkees errichten. Es war dies die erste Hütte der Ostalpen überhaupt. Nach der erfolgreichen Besteigung des Großglockners im Jahre 1800 verfiel diese erste Hütte trotz einiger Ausbesserungen und Erweiterungen recht rasch.

Mitte des 19. Jahrhundert errichtete die Sektion Klagenfurt einen Notunterstand indem sie am Fuße des Schwertecks mittels   Sprengstoff eine künstliche Höhle schuf und diese etwas erweiterte. Wegen ständiger Wassereinbrüche wurde diese zweite Salmhütte rasch wieder aufgegeben, die Überreste (Höhle) kann man noch heute am Weg von der jetzigen Salmhütte zur Hohenwartscharte auf ca. 2700mH sehen. 


Heutige Hütte - "dritte Salmhütte"

1912 beschloß die Hauptversammlung der Sektion Wien, in nächster Nähe der verfallenen historischen Salmhütte eine „neue Salmhütte“ zu bauen. Die Sektion Klagenfurt, als Besitzerin der alten Salmhütte, trat uns das Gebiet im obersten Leitertal bereitwilig ab. 1913 wurde mit den Vorarbeiten begonnen, der 1.Weltkrieg machte aber alle Pläne zunichte. Erst 1923 konnte neuerlich an die Verwirklichung herangegangen werden und am 7. Juli 1929 wurde die Hütte unter großer Beteiligung eröffnet.


Derzeitige Stellung und Bedeutung

Die Bedeutung der Hütte für die Besteigung des Großglockners ist durch die „leichteren und schnelleren“ Anstiege über die Stüdlhütte und Hofmannskees im vorigen Jahrhundert stark zurückgegangen. Erst durch die Feierlichkeiten zum 200 Jahr  Jubiläum der Hütte (1999), sowie der Großglockner Erstbesteigung im Jahre 2000 und der Umstand das die Begehung des Hofmannskees immer schwieriger wird, ist es zu verdanken, daß nun wieder mehr Alpinisten den Weg der Erstersteiger über die Salmhütte und die Hohenwartscharte zur Adlersruhe begehen.

Außerdem wurde der Weg in den letzten Jahren gemeinsam mit den Heiligenbluter-Bergführern und dem Nationalpark komplett erneuert und saniert, wodurch die Passage vor der Hohenwartscharte entschärft wurde und nun mit Seilversicherungen und Stufen gut versichert ist.

In einer Zeit wo Massentourismus sogar auf den Bergen zum Problem wird und verstärkt auf ungetrübte Naturerlebnisse zurückgegriffen wird, bietet sich die Salmhütte als Stützpunkt für einsame Stunden im Glocknergebiet ideal an. Nicht nur der Gipfelstürmer wird von der abwechslungsreichen Landschaft und den stillen Winkeln des Großglockners fasziniert sein, auch der einfache Wanderer, der nur die Nähe der höchsten Erhebung spüren möchte kommt auf seine Rechnung. Mitten in Wiesen gelegen, birgt die Umgebung der Salmhütte geologische und botanische Schätze, wie sie selten in den Alpen anzutreffen sind. Das Schwerteck, der Hausberg der Salmhütte ist ein geologisches Einzelstück im gesamten Alpenraum.

Das gemütliche Ambiente der Hütte und die gute Führung durch die jetzige Hüttenwirtin Helga Pratl machen die Hütte zu dem Geheimtip für eine unbeschwerte Glocknerbesteigung.