Logo Sektion Rodlland

Silvretta mit Besteigung des Piz Buin (Silvretta mit Besteigung des Piz Buin)

MITGLIED werden
zur Anmeldung

Silvretta mit Besteigung des Piz Buin

Am Gipfel (Karl, Markus, Rosemarie, Simone, Andi, und Alois ganz vorne)

Am Gipfel (3312m)

Im Juli stand die Besteigung des 3312 m hohen Piz Buin auf dem Programm. Der höchste Gipfel Vorarlbergs fehlte noch auf Rosemarie's Liste der höchsten Berge jedes Bundeslandes, also mussten Alois, Charly, Andi, Simone und ich mit in die Silvretta. Als Stützpunkt für die drei Tage diente uns die Wiesbadener Hütte des Deutschen Alpenvereins, die von der Bieler Höhe aus in zwei Stunden gemütlich zu erreichen ist. Deren Personal besteht hauptsächlich aus jungen Slowakinnen, die es hervorragend verstehen, den müden Bergsteiger nach einem anstrengenden Tag zu erheitern.

Die Wetterprognose war am ersten Tag sehr unsicher, deshalb wurde der Piz Buin vorerst verschoben und es ging in der Früh los Richtung Silvrettahorn. Das Nieseln, welches nach kurzer Zeit einsetzte, ließ uns noch nicht von unserem Ziel abkommen. Nach einiger Zeit Dauerregen, schlechter Sicht und spannenden Bachüberquerungen beschlossen wir aber doch am Ochsentaler Gletscher umzudrehen und wieder zur Hütte zurück zu marschieren. Dabei hatten wir ausgiebig Gelegenheit unsere Goretex-Kleidung zu testen, es regnete sich so richtig ein. Den Rest des Tages verbrachte die Ausrüstung im Trockenraum und wir in der Gaststube, wo ich als Hellmonsödter in die hohe Kunst des Zwettler Tarockierens eingeführt wurde. Nach diesem anstrengenden Nachmittag beschlossen schließlich manche, die Hüttenruhe schon auf 20:30 vorzuverlegen.

Für den nächsten Tag war die Vorhersage sogar noch schlechter: Dauerregen. Heimfahren oder nicht war die Frage. Für den Mittwoch kündigte sich aber ganz passables Wetter an, sodass wir die Chance nutzen wollten. Der Ruhetag wurde mit einem Besuch bei Verwandten im Montafon genutzt, bevor gestärkt und erholt der finale Gipfelsturm gewagt werden sollte.

Am entscheidenden Tag ging es schon früh los. Nur wenige andere Seilschaften wagten den Aufstieg, dicker Nebel begleitete uns auf den ersten Metern. Doch schon bald wurde unsere Hartnäckigkeit und Durchhaltewille belohnt und die Sonne zeigte sich zum ersten Mal. Angeseilt und mit Steigeisen bewaffnet lotste uns Andi im Zick-Zack über den Gletscher. Am beeindruckenden Gletscherbruch vorbei ging es Spalten umgehend und übersteigend in weitem Bogen zur Buinlücke, einer ausgeprägten Scharte zwischen Kleinem und Großen Piz Buin. Bereits auf über 3000m konnten wir jetzt die Steigeisen wieder ablegen und die letzten steilen Höhenmeter in leichter Felskletterei überwinden. Die Schlüsselstelle, ein Kamin im zweiten Schwierigkeitsgrad, stellte kein Problem dar und so standen wir schließlich um die Mittagszeit am Gipfel des Piz Buin. Nach harten Entbehrungen hatten wir es geschafft und konnten den Erfolg zufrieden genießen. Leider zog es jetzt wieder etwas zu, sodass Ortler, Bernina und Co unseren Blicken verborgen blieben. Wir genossen trotzdem unser Gipfelglück und unsere gesamte Aufmerksamkeit wurde der mitgebrachten Stärkung gewidmet.

Der anschließende Abstieg erfolgte auf dem Aufstiegsweg, wobei der Schnee am Gletscher schon ziemlich weich war und wir so in das eine oder andere tiefe Loch stiegen. Oder war es doch eine riesige, uns verschlingen wollende Gletscherspalte?

Der Rückweg über die reißenden Fluten der Gletscherbäche war uns schon bekannt und wurde ebenfalls souverän gemeistert. Mit Gerstensaft aus Vorarlberg wurde auf der Hüttenterrasse noch auf den gelungenen

Tag angestoßen und die Tour noch einmal Revue passieren lassen. Spannend war noch zu beobachten, wie sich eine andere Seilschaft im Abstieg am Gletscher verging und in steilerem Blankeis plötzlich vor einem Abbruch stand. Die Aktion ging gut aus, führte aber zu einer interessanten Diskussion mit einem Einheimischen, der uns eindrücklich schildern konnte wie der Gletscher an dieser Stelle jedes Jahr stark zurückgegangen ist und damit die Schwierigkeiten, das Gletschereis überhaupt zu erreichen, immer mehr steigen.

So nahm unsere Unternehmung ins ferne Silvrettagebiet am letzten Tag doch noch ein gelungenes Ende und wir konnten erfolgreich nach Hause zurückkehren.

Markus Hözendorfer


 
 
 

Anfragen zum Internetauftritt und zur Wartung
 

Datenschutzhinweis

Bitte beachten Sie, dass der folgende Link eine externe Website öffnet, für deren Inhalt wir nicht verantwortlich sind und auf die unsere Datenschutzbestimmungen keine Anwendung finden. Informieren Sie sich bitte auf der neuen Webseite über den dortigen Datenschutz.

Ziel: