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Gletscherschwund gegenüber Vorjahren eingebremst – doch „der Schein trügt“ (03.04.2020 - Neuer Gletscherbericht 2018/19)

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Gletscherschwund gegenüber Vorjahren eingebremst – doch „der Schein trügt“

Gletschermessdienst des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) präsentierte aktuelle Daten

Karlingerkees. (Foto: D. Steiner)

[03.04.2020] „Ja, wir brauchen Gletscher!“, betont Alpenvereins-Vizepräsidentin Ingrid Hayek im Rahmen einer digitalen Video-Präsentation des aktuellen Gletscherberichtes. „Ähnlich wie bei Literatur, Umgangsformen oder Mozart ist es auch bei den Eisriesen: Diese sind nicht für unser rein physisches Überleben notwendig – sondern für unseren Geist und unseren Intellekt.“ Und wie es in wissenschaftlicher Hinsicht mit den heimischen Gletschern bestellt ist, das bilanziert seit 129 Jahren der Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins. 

Von 92 untersuchten Gletschern sind 86 – also rund 94 Prozent – kleiner geworden. Der mittlere Rückzugsbetrag von 84 sowohl 2018 als auch 2019 vermessenen Gletschern betrug -14,3 Meter – eine deutliche Reduktion des Längenverlustes gegenüber den beiden Vorjahren. Fünf Gletscher veränderten sich in ihrer Länge praktisch nicht, einer der Gletscher wies sogar einen geringfügigen Vorstoß auf. Diese Ergebnisse sind jedoch keinesfalls als grundlegend verbesserte Bedingungen für das „ewige Eis“ zu werten – im niederschlagsreichen Winter aufgebaute Schneereserven schützten Teile der Gletscher vor ihrer Abschmelzung und bremsten den Gletscherschwund somit etwas ein.

Digitale Pressekonferenz: Präsentation des Gletscherberichtes

Aus gegebenem Anlass wird der Gletscherbericht heuer erstmals in Videoform präsentiert: Die Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes Dr. Gerhard Karl Lieb und Dr. Andreas Kellerer-Pirklbauer (beide Institut für Geographie und Raumforschung, Universität Graz) sowie Alpenvereins-Vizepräsidentin Dr. Ingrid Hayek „melden“ sich mit aufgezeichneten Video-Statements/Video-Präsentationen aus ihren Home-Offices zu Wort.

Aus gegebenem Anlass wird der aktuelle Gletscherbericht heuer erstmals in Videoform präsentiert. Aufgezeichnete Statements sind am 3.4.2020 ab 10:00 Uhr hier abrufbar.

 gesamter Pressetext zum Download (Word-doc) | Pressetext als PDF

Gletscherbericht im Mitgliedermagazin Bergauf zum Download (PDF)

Gletscherhaushaltsjahr 2018/19

Das Gletscherhaushaltsjahr 2018/19 ist erneut als sehr gletscherungünstig zu charakterisieren und reiht sich nahtlos in eine langanhaltende Periode außerordentlich gletscherungünstiger Bedingungen ein – das ist ein Effekt des herrschenden Klimawandels. So fassen die beiden Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes Gerhard Lieb und Andreas Kellerer-Pirklbauer vom Institut für Geographie und Raumforschung an der Universität Graz die aktuellen Ergebnisse des Gletscherberichtes zusammen. „Insgesamt 24 Gletschermesser mit rund 50 Begleitpersonen waren zwischen Mitte August und Ende Oktober 2019 unterwegs, um Längenmessungen zahlreicher heimischen ‚Eisriesen‘ für den Gletscherbericht 2018/19 vor Ort zu machen“, erklärt Gerhard Lieb. „Für 2018/19 haben wir Informationen von 92 Gletschern.“ Für 84 dieser 92 Gletscher gibt es Messwerte, bei den übrigen acht wurde mit Fotovergleichen gearbeitet.   

86 von den 92 untersuchten Gletschern waren im Rückzug. Laut den Ergebnissen blieben fünf untersuchte Gletscher stationär – sie veränderten sich also in ihrer Länge um weniger als +/-1 Meter – einer wies sogar einen geringfügigen Vorstoß auf. Der mittlere Rückzugsbetrag der 84 sowohl 2018 als auch 2019 vermessenen Gletscher betrug -14,3 Meter und lag damit unter dem Wert des Vorjahres mit -17,2 Metern (berechnet für 76 Gletscher) und sehr deutlich unter dem Extremwert des Jahres 2016/17 mit -25,2 Metern (75 Gletscher). 

„Der Schein trügt“

„Dass sich fünf Gletscher praktisch nicht verändert haben und einer sogar geringfügig vorgestoßen ist, kann als Besonderheit gewertet werden“, erklärt Gerhard Lieb. „Die schon seit Jahrzehnten andauernde Rückzugstendenz der Gletscher wurde jedoch keinesfalls gebremst“. In den meisten Fällen lagen die Enden dieser Gletscher unter Altschnee aus dem vorangegangenen Winter - was das Eis etwas schützte – aber auch lokale topographische Gegebenheiten am Eisrand erklären diese scheinbar gletschergünstigen Werte. „Beim einzigen vorstoßenden Gletscher fand auch nicht wirklich ein aktives Vorstoßen der Eismassen statt – es wurde mehr ein ‚nach vorne Kippen‘ des Eisrandes dokumentiert.“ 
Laut den beiden Leitern des Alpenverein-Gletschermessdienstes handelt es sich in keinem Fall um ein aktives Vorrücken der betreffenden Gletscher aufgrund günstiger Bedingungen. Der Schein trügt demzufolge. „Die Gletscher wirken eingefallen, man sieht es ihnen vielfach optisch auch an, dass sie gletscherkundlich gesehen schlecht ernährt werden“ erklärt Lieb. Man findet das auch in Formulierungen einiger Messberichte: Formulierungen wie „ausapernde Felsstufen“, „fortschreitender Eiszerfall“, „zunehmende Schuttbedeckung“ oder „in Schollen zerbrochenes Eis“ beschreiben den aktuellen Zustand der Gletscher. Gletschermesser berichteten zudem, dass sich alpine Wegeverhältnisse durch den Gletscherschwund deutlich verschlechtert haben.

Bedingungen im Osten gletschergünstiger

Hervorzuheben ist, dass sich alle stationär gebliebenen Gletscher in den Hohen Tauern befinden. „Dies ist auch ein Signal dafür, dass die Bedingungen im Osten der österreichischen Alpen etwas gletschergünstiger waren, als das im Westen der Fall war“, erklärt Gerhard Lieb. „So ist auch der einzige im Vorstoß begriffene Gletscher, das Maurerkees in der Glocknergruppe südwestlich des bekannten Kitzsteinhorns, mit einem Vorstoß von 2,2 Metern ebenfalls in den Hohen Tauern.“ Und Andreas Kellerer-Pirklbauer ergänzt: „Auffällig ist, dass alle stationären Gletscher nicht relativ eng beieinander liegen, sondern verteilt auf die gesamten Hohen Tauern zu finden sind.“

In weiten Teilen der österreichischen Alpen war der Winter 2018/19 überdurchschnittlich niederschlagsreich. Der Monat Mai 2019 war laut Kellerer-Pirklbauer rund drei Grad zu kalt, darauf folgte der wärmste Juni der gesamten Messgeschichte: in diesem Monat war es um vier Grad zu warm. „Im Jahresmittel war es um 1,1 wärmer als im Schnitt – für die Gletscher wirkte sich das nicht günstig aus.“

Der stärkste Rückgang ist mit -86,9 Metern am Bärenkopfkees (Glocknergruppe, Salzburg) gemessen worden, gefolgt von -86,7 am Ochsentaler Gletscher (Silvrettagruppe, Vorarlberg) und am Schweikertferner (Ötztaler Alpen, Tirol) mit -86,3 Metern. 
Für die Zusammenstellung des heurigen Gletscherberichts langten bei der Leitung des Gletschermessdienstes 19 Berichte ein. Die Ergebnisse wurden im Gletscherbericht für 18 Teilgebiete, die sich auf 12 Gebirgsgruppen verteilen, dargelegt.

„Ähnlich wichtig wie Mozart und Picasso“  

„Die Gletscher schmelzen! Diese Schlagzeile hat auch vor der Corona-Krise niemanden mehr vom Sessel gerissen“, betont Ingrid Hayek, Vizepräsidentin des Österreichischen Alpenvereins im Rahmen der digitalen Videopräsentation des aktuellen Gletscherberichtes. Doch laut Hayek benötigen wir Gletscher dringender denn je: „Auf die Frage: ‚Brauchen wir Gletscher‘ habe ich mir schon vor der Corona-Krise ein paar rhetorische Gegenfragen überlegt: Brauchen wir Picasso, brauchen wir die Notre Dame, Umgangsformen, Mozart oder Wiener Walzer? Im Moment ist dies alles ja wirklich nicht verfügbar. Und das vermissen wir jetzt plötzlich sehr – auch Social Media kann das nicht ersetzten.“ Hayek betont demzufolge: „Ja, wir brauchen Gletscher! Ähnlich wie Literatur, Umgangsformen oder Mozart: Dies alles ist nicht für unser rein physische Überleben notwendig – sondern für unseren Intellekt und unseren Geist.“

In ihrem Kommentar im aktuellen Alpenvereinsmagazin bringt es Hayek auf den Punkt: Die öden Gesteinswüsten statt weißer Gletscherpracht, die nicht mehr erreichbare Stille und Einsamkeit einer überwältigenden Bergwelt, verstummte Kuhglocken, der verflüchtigte Duft von Almrosen, all das kann durch Funparks ebenso wenig ersetzt werden wie Notre Dame durch ein Einkaufszentrum.

Bildmaterial zum Gletscherbericht 2018/2019

Kostenfreie Verwendung der Bilder im Rahmen der Berichterstattung sowie unter Anführung des entsprechenden Bildnachweises. Große Vorschau beim Klick auf die Bilder (Download via Rechtsklick > "Grafik speichern unter").

Statistiken zum Gletscherjahr 2018-2019

Längenänderung 1960-2019zoom

Die mittlere Längenänderung und die Anzahl der vorstoßenden (schwarz), stationären (hellgrau) und zurückschmelzenden (weiß) beobachteten Gletscher zwischen 1960 und 2019.

Grafik: Alpenverein

Temperaturzoom

 Die Abweichung der monatlichen und jahreszeitlichen Temperaturen zwischen Oktober 2018 und September 2019 vom Mittel 1981 –2010 an den drei Gebirgswetterstationen Sonnblick, Zugspitze und Säntis. Zu beachten sind die gleichsinnigen Abweichungen an den drei Stationen.

Grafik: Alpenverein

 
Lage der gemessenen Gletscher.zoom

Lage der im Gletscherhaushaltsjahr 2018/19 gemessenen Gletscher mit Angaben zur Veränderung der Gletscherstirn. Im Text genannte Wetterstationen, Webcam-Standorte, die drei Gletscher mit den höchsten Rückzugswerten sowie der eine Gletscher mit einem Vorstoß (Maurerkees) sind in der Karte verortet.

Niederschlag 2018/2019zoom

Die Abweichung des Niederschlags der Akkumulationsperiode Oktober 2018 bis April 2019 vom langjährigen Mittel 1981–2010.

(Quelle: www.zamg.ac.at)

 

Fotos Leitung Gletschermessdienst und Präsidium Österreichischer Alpenverein:

Dr. Gerhard Lieb, ehrenamtlicher Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes, am Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz tätig.

(Foto: ÖAV Gletschermessdienst)zoom
Dr. Gerhard Lieb, ehrenamtlicher Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes, am Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz tätig.

(Foto: ÖAV Gletschermessdienst)
Dr. Andreas Kellerer-Pirklbauer, ehrenamtlicher Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes, am Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz tätig.

(Foto: ÖAV Gletschermessdienst)zoom
Dr. Andreas Kellerer-Pirklbauer, ehrenamtlicher Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes, am Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz tätig.

(Foto: ÖAV Gletschermessdienst)
Dr. Ingrid Hayek, Vizepräsidentin des Österreichischen Alpenvereins

(Foto: Alpenverein/ N.Freudenthaler)zoom
Dr. Ingrid Hayek, Vizepräsidentin des Österreichischen Alpenvereins

(Foto: Alpenverein/ N.Freudenthaler)
 

Gletschermesser bei der Arbeit

Gletschermesser bei der Arbeit auf einem Gletschertisch am Guslarferner (Ötztaler Alpen) im Sommer 2019 (Foto: M. Stocker-Waldhuber)zoom
Gletschermesser bei der Arbeit auf einem Gletschertisch am Guslarferner (Ötztaler Alpen) im Sommer 2019 (Foto: M. Stocker-Waldhuber)
 

Fotovergleich: Ochsentaler Gletscher, Silvrettagruppe (1973 - heute)

Während die meisten gemessenen Gletscher der Silvrettagruppe ähnliche oder geringere Rückzugswerte als im Vorjahr aufwiesen, sticht der Ochsentaler Gletscher mit dem gesamtösterreichisch zweithöchsten Rückzugswert (-86,7 m) deutlich hervor und erklärt das hohe Gebietsmittel. An diesem Gletscher wurde ein 150 m langes Stück der Zunge abgeschnürt, weshalb dieser Wert gut die Dynamik des Gletschers repräsentiert.

Ochsentaler Gletscher 1973 (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)zoom
Ochsentaler Gletscher 1973 (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)
Ochsentaler Gletscher 2002. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)zoom
Ochsentaler Gletscher 2002. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)
Ochsentaler Gletscher 2013. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)zoom
Ochsentaler Gletscher 2013. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)
Ochsentaler Gletscher 1990. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)zoom
Ochsentaler Gletscher 1990. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)
Ochsentaler Gletscher 2008. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)zoom
Ochsentaler Gletscher 2008. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)
Ochsentaler Gletscher 2019. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)zoom
Ochsentaler Gletscher 2019. (Foto: ÖAV Gletschermessdienst / G. Groß)
 

Fotovergleich: Hallstätter Gletscher, Sommer 2019 (Dachstein)

Ausaperungsverlauf über den Sommer 2019 am Hallstätter Gletscher (Dachstein), gesehen von der automatischen Kamera auf dem Großen Gjaidstein in Blickrichtung Westen.

Hallstätter Gletscher 2. Juni 2019. (Foto: K. Reingruber) zoom
Hallstätter Gletscher 2. Juni 2019. (Foto: K. Reingruber)
Hallstätter Gletscher 7. August 2019. (Foto: K. Reingruber) zoom
Hallstätter Gletscher 7. August 2019. (Foto: K. Reingruber)
Hallstätter Gletscher 4. Juli 2019. (Foto: K. Reingruber) zoom
Hallstätter Gletscher 4. Juli 2019. (Foto: K. Reingruber)
Hallstätter Gletscher 5. September 2019. (Foto: K. Reingruber) zoom
Hallstätter Gletscher 5. September 2019. (Foto: K. Reingruber)
 

Fotovergleich: Jamtalferner (Silvrettagruppe) 1907 & 2019

Der Jamtalferner (Silvrettagruppe) im Blick von Nordosten talein zu den Jamspitzen und zum Dreiländerspitz, 8. August 1907 & 4. September 2019.

Jamtalferner (Silvrettagruppe), 8. August 1907. (Foto: K. Döhler)zoom
Jamtalferner (Silvrettagruppe), 8. August 1907. (Foto: K. Döhler)
Der Jamtalferner (Silvrettagruppe), 4. September 2019. (Foto: Team G. Groß)zoom
Der Jamtalferner (Silvrettagruppe), 4. September 2019. (Foto: Team G. Groß)
 

Gletscherwelt-Impressionen 2019

Eine zunehmende Zahl von Gletschern bekommt durch den aktuellen Gletscherschwund ein ähnliches Aussehen wie im Bild die Zunge des Jamtalferners (Silvrettagruppe) am 4. Sept. 2019. (Foto: Team G. Groß)zoom

Jamtalferner 2019

Eine zunehmende Zahl von Gletschern bekommt durch den aktuellen Gletscherschwund ein ähnliches Aussehen wie im Bild die Zunge des Jamtalferners (Silvrettagruppe) am 4. Sept. 2019. (Foto: Team G. Groß)

Hochwinter im Vorfeld des Wildgerloskeeses (Zillertaler Alpen) am 29. März 2019. (Foto: S. Nussbaumer)zoom

Wildgerloskees 2019

Hochwinter im Vorfeld des Wildgerloskeeses (Zillertaler Alpen) am 29. März 2019. (Foto: S. Nussbaumer)

 
Gletscherhöhle am Hochjochferner (Ötztaler Alpen) im Sommer 2019. (Foto: M. Stocker-Waldhuber)zoom

Hochjochferner 2019

Gletscherhöhle am Hochjochferner (Ötztaler Alpen) im Sommer 2019. (Foto: M. Stocker-Waldhuber)

Eiszerfall am Schweikertferner. (Foto: M. Strudl)zoom

Schweikertferner 2019

Eiszerfall am Schweikertferner (Ötztaler Alpen) im Sommer 2019. (Foto: M. Strudl)

 
Karlingerkees 2019. (Foto: D. Steiner)zoom

Karlingerkees 2019

Karlingerkees (Glocknergruppe) von Nordosten gegen Schattseitköpfl (links) und den zur Hohen Riffl ziehenden Grat (rechts) am 29. September 2019. (Foto: D. Steiner)

 

Statistik: Der Gletscherrückgang in Zahlen (Messperiode 2018/2019)

10 stärkste Rückgänge - Längenverluste in Metern:

1.Bärenkopfkees (Glocknergruppe, Salzburg)
- 86,9
2.Ochsentaler Gletscher (Silvrettagruppe, Vorarlberg)- 86,7
3.Schweikertferner (Ötztaler Alpen, Tirol) - 86,3
4.Karlingerkees (Glocknergruppe, Salzburg)            - 71,7
5.Pasterze (Glocknergruppe, Kärnten)- 60,0
6.Weißseeferner (Ötztaler Alpen, Tirol)
- 50,0
7.Alpeinerferner (Stubaier Alpen, Tirol) 
- 42,7
8.Berglasferner  (Stubaier Alpen, Tirol) 
- 37,8
9.Diemferner (Ötztaler Alpen, Tirol) 
- 31,4
10.         Gepatschferner (Ötztaler Alpen, Tirol)       
- 30,0

Der mittlere Rückzugsbetrag der 84 sowohl 2018 als auch 2019 vermessenen Gletscher betrug -14,3 m und lag damit unter dem Wert des Vorjahres mit -17,2 m (berechnet für 76 Gletscher) und sehr deutlich unter dem Extremwert des Jahres 2016/17 mit -25,2 m (75 Gletscher).

Der einzige Gletscher mit Vorstoß: Maurerkees, Glocknergruppe (+2,2 m)

Stärkste Rückgänge pro Gebirgsgruppe in Metern:

Glocknergruppe
Bärenkopfkees
- 86,9
Silvrettagruppe:Ochsentaler Gletscher- 86,7
Ötztaler Alpen:
Schweikertferner
 - 86,3
Stubaier Alpen:
Alpeinerferner - 42,7
Venedigergruppe:Viltragenk - 27,0
Dachstein:
Gr. Gosaugletscher
 - 18,0
Zillertaler Alpen:
Waxeggkees - 7,0
Schobergruppe:
Gößnitzkees - 6,7
Goldberggruppe:
Goldbergkees - 6,4
Ankogel-Hochalmspitzgruppe:   
Kälberspitzkees
 - 4,5
Granatspitzgruppe:
Kalser Bärenkopfkees
 - 2,8
Karnische Alpen:
Eiskar-Gletscher             
 - 2,5

Zum Vergleich: Gletscherbericht 2017/18


Stärkste Rückgänge pro Bundesland in Metern:

SalzburgBärenkopfkees 
- 86,9
VorarlbergOchsentaler Gletscher 
- 86,7
Tirol
Schweikertferner
- 86,3
KärntenPasterze
- 60,0
Oberösterreich
Gr. Gosaugletscher
 - 18,0

Zum Vergleich: Gletscherbericht 2017/18