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Alpenverein ehrt Bergretter mit „Grünem Kreuz“ (29.10.2016 - Alpenverein ehrt Bergretter mit „Grünem Kreuz“)

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Alpenverein ehrt Bergretter mit „Grünem Kreuz“

Drei Auserwählte werden für ihren außergewöhnlichen Einsatz am Berg ausgezeichnet

[29.10.2016] Seit nunmehr 93 Jahren verleiht der Österreichische Alpenverein im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung das Grüne Kreuz, eine der höchsten Auszeichnungen für Bergretter. Besondere, schwierige Bergungen, bergsteigerische Kompetenz und Einsatzbereitschaft werden mit dieser Auszeichnung honoriert. Am 29. Oktober wird die Ehre drei Bergrettungsleuten aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg zuteil.

Das Grüne Kreuz gilt aufgrund der anspruchsvollen Auswahlkriterien als eine der renommiertesten Auszeichnungen im Bergrettungswesen. Voraussetzung dafür sind "mehrmalige, außerordentlich schwierige alpine Rettungen oder Bergungen, wobei eine deutliche Überschreitung der durchschnittlichen Pflichterfüllung gegeben sein muss". 2016 wurde das Ehrenzeichen vom Österreichischen Alpenverein an drei Bergretter verliehen.

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Rainer Schuchter wird mit dem Grünen Kreuz geehrt (Foto: G.Benedikter)zoom
Rainer Schuchter wird mit dem Grünen Kreuz geehrt (Foto: G.Benedikter)
Gilbert Posch (mitte) wird von Andreas Ermacora (links) und Erich Wetzer (rechts)  mit dem Grünen Kreuz geehrt (Foto: G.Benedikter)zoom
Gilbert Posch (mitte) wird von Andreas Ermacora (links) und Erich Wetzer (rechts) mit dem Grünen Kreuz geehrt (Foto: G.Benedikter)
Franz Stotter wird mit dem Grünen Kreuz geehrt (Foto: G.Benedikter)zoom
Franz Stotter wird mit dem Grünen Kreuz geehrt (Foto: G.Benedikter)
 
Auszeichnung Grünes Kreuz (Foto: G.Benedikter)zoom
Auszeichnung Grünes Kreuz (Foto: G.Benedikter)
Logo Grünes Kreuz (Foto: G.Benedikter)zoom
Logo Grünes Kreuz (Foto: G.Benedikter)
Grünes Kreuz am Revers des Bergretters (Foto: G.Benedikter)zoom
Grünes Kreuz am Revers des Bergretters (Foto: G.Benedikter)
 
vlnr.: Andreas Ermacora, Rainer Schuchter, Gilbert Posch, Franz Stotter, Erich Wetzerzoom
vlnr.: Andreas Ermacora, Rainer Schuchter, Gilbert Posch, Franz Stotter, Erich Wetzer

Die Geehrten 2016 im Kurzportrait

Das Grüne Kreuz Nr. 499 wird verliehen an Herrn Rainer Schuchter aus Vorarlberg.

Ing. Rainer Schuchter trat 1974 der Bergrettung Schruns-Tschagguns bei. Gleichzeitig sammelte er im Zuge vieler Bergtouren in den Ost- und Westalpen die Erfahrung, die ihn auch für extremste Einsätze qualifizierte. 1988 übernahm Rainer Schuchter die Funktion des Ortsstellenleiters, die er 25 Jahre mit viel Engagement ausübte.

Einen Einsatz von Rainer Schuchter begleitete auch ein kleines Wunder. Im Bereich der Alpe Alpila unterhalb der Tschaggunser Mittagspitze wird ein Schweizer Ehepaar von einem Schneebrett erfasst. Während sich die Frau selbst befreien konnte, wurde ihr Ehegatte total verschüttet. Der Frau gelang es nicht, ihren Mann zu orten. Beide haben nämlich das LVS nicht eingeschaltet!

Die Schweizerin stieg nun zu Fuß ab und alarmierte die Rettungskräfte. Nach ca. 1,5 Stunden konnte der Verschüttete von Rainer Schuchter und seinem Team in einem Meter Tiefe lebend gefunden werden. Aufgrund einer Schneescholle hatte er ausreichend Luft und konnte nur leicht unterkühlt, allerdings mit schweren Beinverletzungen geborgen werden.

Das Grüne Kreuz Nr. 500 wird an Gilbert Posch, Angehöriger der Bergrettungs-Ortsstelle Innsbruck verliehen.

Sind die Kriterien zur Vergabe des Grünen Kreuzes bereits sehr streng, so legt die Bergrettung Innsbruck selbst die Latte noch höher, wenn sie Persönlichkeiten aus ihren Reihen zur Ehrung vorschlägt. 1984 wurde der letzte Bergretter dieser Ortsstelle mit dem Grünen Kreuz ausgezeichnet.

Dr. Gilbert Posch ist seit 1979 Mitglied der Bergrettung Innsbruck. Als Notarzt leistet er seit mehr als 30 Jahren Dienst als Flugrettungsarzt. Die Anzahl der Einsätze überschreitet die 3000! Seine Karriere begann Anfang der Siebziger Jahre bei einem Einsatz in der Laliderer Nordwand. 12 Stunden später, als dieser zu Ende war, wusste Gilbert Posch erstens, dass diese Arbeit sein Leben füllen würde und zweitens, dass noch immens viel zu lernen und zu entwickeln war, um aus Harakiri-Aktionen professionelle Rettungseinsätze zu machen, die mit einem vertretbaren Risiko für die Retter behaftet sind.

So erlebte Gilbert Posch die legendäre Zeit der Flugrettung mit dem Hubschraubertyp „Jet-Ranger“, eine Phase der Flugrettung, die insgesamt wegen des völlig untauglichen Geräts chronisch lebensgefährlich war. Ein kleines Fallbeispiel aus dieser Zeit: Eine Seilschaft war am Sagwandpfeiler in Steinschlag geraten, es herrschte Föhn und die Wolkenwalze schickte sich an, von Süden in die Wände zu sinken. Es gelang, Gilbert in der Nähe der Seilschaft abzusetzen. Mit den Worten von Gilbert: „Ihr Seil schaute aus wie ein „Teller Spagetti“, sie selbst auch nicht besser, aber sie waren am Leben.“
Gilbert hängte kurzum beide an. Was dann folgte war ein mehr oder weniger kontrollierter Absturz, denn die Maschine war viel zu schwach, um bei dem Fallwind zwei Patienten auszufliegen. Der Nebel fiel ein und Gilbert saß alleine auf dem Sagwandpfeiler und verfiel auf die Idee, langsam und so sicher wie möglich Richtung Gipfel zu klettern. Erst Stunden später konnte er selbst vom Pfeilerkopf unterhalb des Gipfels geborgen werden.

Zum Risiko des Bergretters sagt Gilbert: „Das ist ein Risiko, dem wir uns bewusst preisgeben, um diese Arbeit überhaupt machen zu können. Professionalität hin oder her, für diese Arbeit muss man im Grunde Amateur bleiben, „Amateur“ kommt von „amare“, also gerne haben.“

Das Grüne Kreuz Nr. 501 geht an einen Bergretter der Ortsstelle Neukirchen am Großvenediger, an Herrn Franz Stotter.

Seit 1975 beim Bergrettungsdienst, seit 1973 beim Alpenverein, davon 10 Jahre als Jugendleiter. Aus der Liste mit knapp 200 Einsätzen sei einzig jener abrissartig geschildert, der sich im Untersulzbachtal zutrug. Nachdem die Unfallmeldung erst um 20:00 Uhr eingegangen war, wurde dieser Einsatz ein Nachteinsatz bei Gewitter und Starkregen. Also gleich drei Faktoren, die den Einsatz des Helikopters unmöglich machten.

Eine aufwändige Suche in sehr schwierigem Gelände begann. Erst nach einer schwierigen Abseilaktion konnte Franz Stotter den Vermissten mit schwersten offenen Brüchen und vermuteten schweren inneren Verletzungen auffinden. Der Verletzte war teilweise ansprechbar. Eine terrestrische Bergung nach der äußerst schwierigen Erstversorgung wurde vorbereitet, musste aber aufgrund des Zustandes des Verletzten immer wieder verschoben werden. Erst gegen 09:00 Uhr bildete sich ein Nebelfenster und mit einem Rettungsflug des Helikopters der Polizei konnte eine schwierige Taubergung durchgeführt werden.

Franz Stotter hat den Verunglückten nach einem Jahr wieder in Neukirchen angetroffen. Der Verunglückte erzählte, dass er noch einmal zu dem Ort fahren möchte, wo er den schweren Unfall erlitten hatte. Für Franz Stotter bewirkte dieses Treffen ein starkes Gefühl der Belohnung für die Strapazen und Gefahren des Einsatzes, der dem Verletzten das Leben gerettet hat.