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Traivelling - das Reisebüro für „Kreuzfahrten auf der Schiene“ (Traivelling - das Reisebüro für „Kreuzfahrten auf der Schiene“)

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Traivelling - das Reisebüro für „Kreuzfahrten auf der Schiene“

Beitrag von Birgit Kantner und Peter Neuner | veröffentlicht im Bergauf Magazin 04.2020

Teeplantagen in Sri Lanka mit dem Zug erkunden. (Foto: N. Freudenthalerzoom

Die Corona-Krise schränkt die internationalen Reisemöglichkeiten ein. Was aber immer erlaubt ist: Träumen! Träumen von fernen Ländern, von fremden Kulturen, von etwas gänzlich Neuem. In diesem Traum nehmen wir aber nicht das Flugzeug, sondern reisen mit der Bahn an. Und auch in der Realität können wir nun ebenfalls den Zug nehmen – egal ob nach Bali, Singapur, Vietnam oder Tokio: Denn ein Vater-Sohn-Gespann aus dem Raum Wien hat ein Reisebüro gegründet, das für seine Kunden Fernreisen auf der Schiene bucht. Im Gepäck mitzuführen: viel Neugierde, Abenteuerlust und ein paar Wochen Zeit.

Mit dem Zug durch Zentralasien - die mongolische Steppe (kurz vor Ulan Bator). (Foto: F. Spießberger)zoom
Mit dem Zug durch Zentralasien - die mongolische Steppe (kurz vor Ulan Bator). (Foto: F. Spießberger)

„Für mich war und ist Fliegen einfach nicht mehr vertretbar. Trotzdem wollte ich nach meiner Matura eine Fernreise machen“, erzählt Elias Bohun, der sich gemeinsam mit seinem Vater Matthias auf die Buchung von Zug-Fernreisen spezialisiert und dafür das Reisebüro „Traivelling“ gegründet hat. „Damals habe ich recherchiert, wie weit ich von Österreich mit dem Zug kommen kann – und bin schlussendlich auf Vietnam gestoßen.“ Obwohl die Buchungsabwicklung der unterschiedlichen Züge alles andere als einfach war, gelang es Elias, sich diese ungewöhnliche Reise selbst zu organisieren. „So kam dann auch die Idee zu unserem Reisebüro“, erklärt der Zwanzigjährige.

Der Weg als Ziel

Die meist gebuchtesten Destinationen innerhalb Europas sind laut Elias Bohun Großbritannien und Lissabon. Zumindest war das so vor der Corona-Krise. Außerhalb von Europa vermitteln die zwei Jungunternehmer Reisen bis beispielsweise Singapur, Bali oder Vietnam. Ebenso buchbare Ziele sind Kasachstan, Tadschikistan oder die Mongolei. „Viele Kunden nehmen sich für solche Fernreise schon mal rund sechs Wochen Zeit und machen auf der Fahrt für mehrere Nächte in unterschiedlichen Städten Halt. Es gibt aber auch Kunden, die einfach nur den schnellsten Weg buchen, das sind aber deutlich weniger“, erzählt Elias. „Vor allem Pensionisten oder Menschen die viel Zeit haben, entscheiden sich für solch eine Art des Reisens. Wir bieten ihnen im Prinzip das „Routen“-Format einer Kreuzfahrt „auf der Schiene“ an, mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Weg ist sozusagen schon das Ziel und stellt einen wichtigen Teil der Reise dar.

Anreise Großteils in der Nacht

Bei langen Fahrten mit der Bahn empfiehlt das Vater-Sohn-Gespann, vor allem nachts zu reisen – untertags ist dann beispielsweise Zeit für Städtetrips. Dies auch deshalb, um für die Weiterfahrt genügend Puffer zur Verfügung zu haben. Innerhalb der Europäischen Union gibt es zwar Rechte hinsichtlich Verspätungen und verpassten Anschlüssen, dies ist außerhalb der EU jedoch nur bedingt der Fall. „Auf der Zugreise nach Vietnam begrenzt sich die meiste Zeit, die man im Zug verbringt, ohnehin aber auf die Nachtstunden“, erzählt Elias.

Sicherheitsbedenken haben die Jungunternehmer bei solchen Reisen im Zug keine. Alle Reisen gehen durch sichere Länder, deren Bahninfrastruktur gut von Militär und Polizei bewacht wird „In Russland beispielsweise fahren in jedem Zug Soldaten mit, die das Geschehen beobachten, auch wenn dies eigentlich nicht notwendig wäre, aber die Bahninfrastruktur, ist anders als in Europa, die Verkehrsader des Landes. Die Liegebereiche sind dort wie in China offen. Jeder schaut dadurch auf den Anderen, das macht das Reisen in solchen Zügen sehr sicher. Und in China befindet sich in jedem Wagon eine Kamera,“ weiß Elias.
Es gibt jedoch Destination, die aus politischen Gründen nicht gebucht werden können: „Sehr viele Menschen wollen mit dem Zug nach Indien reisen, aus politischen Gründen ist dies jedoch einfach nicht möglich. Da müssen wir dann auch absagen“, erzählt Elias. Auch bietet „Traivelling“ keine Destinationen südlich von Marokko oder Tunesien an, da ab dort auf Grund von Unruhen die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. 

Traivelling

Traivelling - We train travel the world! ist ein innovatives österreichisches Online-Bahnreisebüro. Es vermittelt seit 2019 preiswerte Sorglos - Ticketpakete für Zugreisen in Europa und nach Asien. 

Anfragen am besten über die Website https://www.traivelling.com, Email: office@traivelling.com

Storys von zufriedenen Kund*innen mit Fotos und Reiseberichten sind auf Instagram zu finden: instagram.com/traivelling/

 
Endstation ELLA. (Foto: N. Freudenthaler)zoom

Bewusster reisen

„Wir sind früher viel geflogen. Irgendwann wollten wir damit aufhören. Nach einer Zugreise nach Rijeka merkte ich, wie bereichernd so eine zehnstündige Fahrt mit der Bahn sein kann“, erinnert sich Matthias. Und Elias ergänzt: „Bei meiner Reise nach Vietnam war die Fahrt selbst der beste Teil. Ich wünsche mir, dass in Zukunft mehr Menschen ähnlich positive Erlebnisse haben wie ich. Eine solche Reise gibt einem einfach viel mehr als ein Flug.“ Und weiter: „Es geht nicht darum, auf Fernreisen völlig zu verzichten. Reisen sollte nur etwas Besonderes sein, Menschen sollen bewusster reisen.“

Kritiker werden nun (nicht ganz unberechtigt) die Frage aufwerfen, warum man in Zeiten der Klimakrise überhaupt reisen bzw. fern reisen muss. „Wer nicht reist, weiß einfach weniger von der Welt. Beim Zugfahren findet ein interkulturelles Lernen statt, man hat die Möglichkeit fremde Kulturen sehr intensiv kennenzulernen“, kontern Matthias. Auch trägt diese entschleunigte Form des Reisens auch zur lokalen Wertschöpfung bei, sind sich die beiden Jungunternehmer sicher.

Warten auf die Transsibirische Eisenbahn in Moskau. (Foto: C. Zwerschina)zoom

Personen hinter der Idee

Elisa und Matthias Bohun.

Elias Bohun, 20, begann nach dem Zivildienst beim VCÖ ein Chemiestudium an der Uni Wien. Er reiste mit seiner Freundin am Landweg nach Vietnam und gründete daraufhin das Reisebüro für weltweite Bahnreisen 'Traivelling'.

Matthias Bohun, 47, ist Lehrer aus Mödling und schon lange interessiert an Klimagerechtigkeit. Er reist gerne, fliegt aber nicht mehr. Er ist Mitgründer des ersten Online-Bahnreisebüros 'Traivelling', das weltweit günstige Bahnreisen ermöglichen möchte. Traivelling ist ein neues Wort, zusammengesetzt aus 'train' + 'travelling'