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Wandern bis zur Adria (Wandern bis zur Adria)

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Wandern bis zur Adria

"Unbeschwert" am Alpe Adria Trail

„Unbeschwertes“ Wandern kennen wir von den Trekkingtouren in den Bergen Nepals und aus den südamerikanischen Anden, wo das schwere Reisegepäck am Rücken von Lasttieren transportiert wird, während die Gäste lediglich ihr Tagesgepäck selbst tragen. Unbeschwertes Weitwandern ist aber auch bei uns zuhause in den Alpen möglich.

Beitrag von Peter Angermann I veröffentlicht im Bergauf Magazin 03.2020

Wandern auf dem Alpe Adria Trail. (Foto: F. Gerdl)zoom

Wer den vollständigen Weg vom Großglockner über Slowenien bis in das italienische Hafenstädtchen Muggia, etwa 20 Kilometer südlich von Triest, auf sich nehmen will, ist auf direktem Weg rund 680 Kilometer oder 37 Tagesetappen lang unterwegs. Klingt sehr anspruchsvoll; aber wie bereits Konfuzius - oder war es doch Laotse – zu Recht meinte, beginnt auch der weiteste Weg mit einem ersten Schritt.

Viele, die den Alpe Adria Trail begehen, bewältigen die Strecke vom Fuße des höchsten Bergs Österreichs zur Adria ohnedies in mehreren, meist über mehrere Jahre verteilten und auch in mehr oder weniger willkürlich „zusammengewürfelten“ Abschnitten.
Besonders im Jahr der durch Corona bedingten Reiseeinschränkungen bietet es sich aber an, chronologisch vorzugehen und mit dem Abenteuer am Ursprung des Weges im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Nationalpark Mitteleuropas, zu beginnen. Etwas mehr als eine Woche dauert dieser erste Teil der Reise. Vom Pasterzengletscher in Heiligenblut über das Bergsteigerdorf Mallnitz zu den ursprünglich keltisch-römischen, später auch christlichen Kultstätten am Danielsberg im Mölltal. Sowohl die beeindruckende Bergwelt der Hohen Tauern, wie auch die vielfältige alpine Kulturgeschichte und die unübersehbaren Spuren des frühen Bergbaus in den Alpen prägen diesen Teil des Alpe Adria Trails.

Der Anfang des Weges

Der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt und für die erste Übernachtung bietet sich die Nationalparkgemeinde Heiligenblut mit seiner dem heiligen Vinzenz geweihten Kirche – mit dem Großglockner im Hintergrund einem der bekanntesten Fotomotive Österreichs - an. Von hier aus geht es mit dem Shuttlebus früh am nächsten Morgen zur Franz-Josefs-Höhe. Diese verdankt ihren Namen dem Besuch des damals noch bis hier hinaufreichenden Pasterzengletschers durch den vorletzten österreichischen Kaiser im Jahr 1856. 

Ausgangspunkt für den ersten Abschnitt des Weges ist der „Kaiserstein“ auf der Franz-Josefs-Höhe, beinahe 2.400 Meter über dem Meeresspiegel der Adria und von hier führt der Weg auf langgezogenen Stufen hinunter zur Pasterze. Entlang des Gletschers dann bis zum Sandersee mit einem herrlichen Blick zurück auf die Schneepyramide des über dem Pasterzengletscher thronenden Johannisbergs und vorbei am Leiterfall, dem in der ersten Strophe des Kärntner Heimatlieds besungenen Grenzfluss zwischen Salzburg und Kärnten, zugleich auch einer der zahlreichen Ursprungsbäche der Möll, bis zur Bricciuskapelle, wo der Legende nach Briccius, ein dänischer Berufssoldat, im Jahr 914 von einer Lawine verschüttet ums Leben kam. Von da ab, nach weiteren 5 Kilometern talabwärts, zur zweiten Nacht zurück ins pittoreske Glocknerdorf Heiligenblut. Ein Besuch der Heiligenbluter Kirche und des Bergsteigerfriedhofs, wo sich auch die Grabstätte des berühmten österreichischen Bergsteigers Alfred Markgraf von Pallavicini befindet, sollte jedenfalls eingeplant werden.

Sandersee am Fuß des Großglockners, im Hntergrund der Johannisberg. (Foto: K. Dapra/NPHT)zoom

Start in Heilgenblut

Die zweite Etappe führt von Heiligenblut ins rund 12 Kilometer entfernt und auf rund 1.000 Metern Seehöhe gelegene Döllach, einer Katastralgemeinde der Gemeinde Großkirchheim. Das Dorf ist geprägt von seiner bäuerlich-alpinen Tradition und seiner reichen Bergbaukultur. Über Jahrhunderte war Großkirchheim ein Zentrum des Goldbergbaues. Die Ausstellung „Tauerngold“ im historischen Putzenhof, dem über 500 Jahre alten Gewerkenhaus der Goldschürfer, präsentiert die Goldschätze aus dieser vergangenen Zeit. In Großkirchheim hat auch die Kärntner Nationalparkverwaltung ihren Sitz.
„Der Möll entlang“, wie es im stimmigen Kärntnerlied von Agnes Schober und Christian Kramser heißt, geht’s am dritten Tag weiter in die rund 800 Einwohner zählende Nationalparkgemeinde Mörtschach mit ihren traditionellen, für das Mölltal typischen Bergbauernhäusern, der spätgotischen St. Leonhardskirche und dem hochgelegenen Astental, bekannt für seine vielfältigen Schitourenmöglichkeiten im Winter. Nach insgesamt 18 Tageskilometern haben wir am Nachmittag auf rund 1.860 Metern Seehöhe das Tagesziel und zugleich Österreichs höchstgelegene Wallfahrtskirche „Marterle“ im Gemeindegebiet von Rangersdorf erreicht.

Am frühen Morgen des vierten Tages geht’s dann, mit der „Mölltalleitn“ im Ohr, in die mehr als 1.000 Meter tiefer gelegene Gemeinde Stall die bis zum frühen 19. Jahrhundert, beinahe 650 Jahre hindurch, Teil des Erzbistums Salzburg war. Das charakteristische Stollacha „r“ in der örtlichen Mundart erinnert noch ein wenig an die lange Zeit unter Salzburger Kirchenherrschaft. Von Stall aus findet Ende Juli auch alljährlich die Jakobus-Wallfahrt zur Wallfahrtskirche Marterle statt. Nach einem Besuch der im gotischen Still gehaltenen Staller Pfarrkirche und des in unmittelbarer Nähe liegenden Kreuzwegs steht einer Übernachtung in einem der Staller Beherbergungsbetriebe nichts mehr im Wege.

Ausblick am Stappitzer See. (Foto: A. Kranzmayr)zoom

Abstecher in die Innerfragant

Tag fünf führt dann auf einer, von der Gehzeit her, längeren Etappen des Alpe Adria Trails nach Innerfragant. Daher sollte man hier eher zeitig starten. Von etwa 800 Metern Seehöhe in Stall führt der Weg zunächst über die „untere Steinwand“, der österreichische Dichter Johann Kleinfercher, er nannte sich später Johann Fercher von Steinwand, entstammt diesem Weiler und weiter zum höchsten Punkt der Tagestour bis auf 1.825 m Seehöhe, kurz nach und oberhalb der Goldberghütte gelegen. Weiter geht es dann über die alte Rollbahn, einer alten Erzfördertrasse aus der Blütezeit des Bergbaus, zum Mittagessen zur Fraganter Hütte, einem Alpenvereinsschutzhaus des Alpenverein Klagenfurt. Wer möchte, kann hier noch die wunderschöne Striedenalm erwandern und im Schutzhaus übernachten. Wem die heutige Tour noch nicht lange genug war, der steigt nach dem Mittagessen zum Übernachten in die rund 700 Meter tiefer gelegene Innerfragant ab.

Auch der nächste, der sechste Tag, hat´s in sich. Von der Innerfragant nach Mallnitz sind es etwa 22 Kilometer mit einer reinen Gehzeit von rund 8 Stunden und rund 2.000 Höhenmetern im An- und Abstieg! Zunächst führt der Weg von der Innerfragant entlang der Straße über den rund 350 Meter tiefer gelegenen Ortsteil Außerfragant nach Flattach, um von dort über die 850 Meter höhergelegene Staneralm mit den Stanerhäusern weiter zum Almgasthof Himmelbauer, einem uralten Bauernhof mit dem schönsten Blick über das Mölltal bis zum Danielsberg abzuzweigen. Neben einem späten Mittagessen hier, mit ausgezeichneter lokaler Küche, ist es, wem die Etappe bis hierher schon gereicht hat, auch möglich, im mehr als 700 Jahre alten Traditionshof zu übernachten (auch als gute Alternative für diejenigen, die die vorherige Nacht noch im Fraganter Schutzhaus verbracht haben) oder die Tagesetappe in weiteren 2 ½ Stunden Gehzeit im Bergsteigerdorf Mallnitz zu beenden.

Ruhetag in Mallnitz

Ausblick vom Danielsberg. (Foto: F. Gerdl)zoom

Am siebten Tag ruhte der Herr. Wir können es ihm gleichtun und einen Ruhetag im Alpine Pearls Ort Mallnitz einlegen und diesen Tag mit einem Besuch des Nationalpark Besucherzentrums verbinden und dann entspannt die Wellnesslandschaft im Mallnitzer Tauernbad genießen. Wir können aber auch gleich weiter, dem Ziel dieses ersten Teilstücks des Trails entgegengehen. Bevor wir Mallnitz endgültig in Richtung Obervellach verlassen, sollte aber jedenfalls noch ein Abstecher in das nordwestlich vom Ortszentrum gelegene Seebachtal mit dem wildromantischen Stappitzer See am Programm stehen. Ins Seebachtal geht man am besten taleinwärts linksseitig am Waldwanderweg und zurück dann auf der anderen Talseite über den Almwanderweg am Dorf vorbei entlang der Bachpromenade des Mallnitzbachs. Dann weiter durch die eindrucksvolle Rabischschlucht nach Oberlassach. Den unteren Teil der Schlucht des Mallnitzbachs, die Groppensteinschlucht, sollte man wegen ihrer Steilheit nicht von oben her begehen. Es ist besser, hier über die „alte Mallnitzer Straße“ unter der Zechnerbrücke und weiter über den Kalvarienbergweg nach Obervellach zu wandern. 

Obervellach war seit der Zeit der Regentschaft Kaiser Maximilians I. das historische Zentrum des Bergbaus im Mölltal und beherbergte ab 1509 im noch heute erhaltenen Oberstbergmeisteramt das „Bergbauministerium“ der damaligen Innerösterreichischen Lande. Auch hier ist ein Besuch der dem heiligen Martin geweihten Pfarrkirche mit den Altartafeln des berühmten niederländischen Malers Jan van Scorel aus dem frühen 16. Jahrhundert zu empfehlen. Die achte Tagesetappe führt uns über den Pfaffenberg, vorbei an der eindrucksvollen Burg Falkenstein zum Ziel des ersten Teilstücks und zum sowohl kulturell- wie auch kulinarischen Höhepunkt der Reise, dem hoch über dem Mölltal gelegenen Herkuleshof am Danielsberg. 

 

Alpe Adria Trail - Tourenplanung

Die beste Reisezeit für den Alpe Adria Trail ist ab Mitte Juni bis Anfang Oktober. Der Alpe Adria Trail ist auch für Familien mit Kindern ab 12 Jahren mit guter Konditions- und wohl auch Willensstärke geeignet.
Als Tourenplaner zu Hause oder als Wegbereiter vor Ort steht im Internet eine kostenlose Alpe Adria Trail App für iPhone und Android zur Verfügung. Entlang des Trails ist der Verlauf des Weges leicht an den charakteristischen Alpe-Adria-Trail Schildern, einer Komposition aus den Farben der Flaggen der drei Staaten, zu erkennen.

Tour auf alpenvereinaktiv.com: Alpe Adria Trail

Beschilderung Alpe Adria Trail.zoom
 

Anreise

  • Am einfachsten mit der Bahn – aus ganz Österreich im Zweistundentakt – zum ICE-Nationalparkbahnhof Mallnitz-Obervellach und weiter mit dem Busshuttle nach Heiligenblut.
  • Mit dem eigenen PKW über die A10. Bei der Abfahrt Lendorf in nordwestlicher Richtung zum Nationalpark Hohe Tauern/Heiligenblut (ausreichende Parkmöglichkeiten sind in Heiligenblut vorhanden).
  • Rückfahrt zum Bahnhof Mallnitz-Obervellach oder zum eigenen Auto nach Heiligenblut ab Danielsberg mit dem Shuttlebus.


Buchungsmöglichkeit

Unbeschwertes Wandern bedeutet am Alpe Adria Trail auch, dass der gesamte Weg durchgehend - von der Unterkunft, über die Verpflegung, Shuttledienst inklusive Gepäcktransport und Tourguide - über ein gemeinsames Buchungscenter gebucht werden kann.

Weitere Infos

Alpe-Adria-Trail Buchungscenter
9821 Obervellach 15
Tel.: +43/4782/93093
office@trail-angels.com

www.alpe-adria-trail.com
www.bookyourtrail.com