Logo Österreichischer Alpenverein

Runder Tisch nach Urteil gegen Almbauern (Runder Tisch nach Urteil gegen Almbauern)

Mitglied werden
zur Anmeldung
Kampagne "Unsere Alpen"
Produkt des Monats Feber
Teaser-Banner-Bild mit Link auf https://goo.gl/Ryyfkd
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.salewa.com
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.sportler.com
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.edelweissbier.at/
Teaser-Banner-Bild mit Link auf https://www.suzuki.at

Runder Tisch nach Urteil gegen Almbauern

Am 27.02.2019 waren unsere FachexpertInnen aus dem Alpenvereinshaus zu einem runden Tisch der Landwirtschaftskammer geladen, um sich mit Politik, Tourismus und Almwirtschaft zu den Folgen des Urteils nach dem tödlichen Kuhunfall im Pinnistal zu beraten. Breiter Konsens herrschte darüber, dass zur Sicherung der Almwirtschaft für die Rechtssicherheit der Bauern gesorgt sein muss, dass die Eigenverantwortung stärker thematisiert werden soll, und dass generelle Sperren von Wanderwegen keine Lösung sind. Almen und Wege bleiben offen!

Rinder auf der Alm (Foto: Alpenverein/Melcher)zoom

Gemeinsame Presseaussendung mit der Landwirtschaftskammer Tirol:

Sicherung einer aktiven Almwirtschaft als gemeinsames Ziel: 5 Maßnahmen beschlossen

[Innsbruck, 27.02.2019] Runder Tisch nach Pinnistal-Urteil: Konsens über rasche Lösungen für diesen Almsommer sowie längerfristige Gesetzesänderungen für mehr Rechtssicherheit auf Almen.

Politik, Tourismus, Alm- und Landwirtschaft, Alpenverein, Wirtschaft und weitere Systempartner diskutierten im Rahmen eines "Runden Tisches" auf Einladung der Landwirtschaftskammer die wichtigsten aktuellen Fragen, die das letztwöchig ergangene Urteil im Pinnistal-Prozess aufwirft. Breiter Konsens herrschte über die Zukunftsfrage der Almwirtschaft.

Nach dem mehrjährigen Prozess rund um den tragischen Tod einer Deutschen Urlauberin 2014 im Pinnistal und der zivilrechtlichen Verurteilung des betroffenen Bauern herrschte innerhalb der gesamten Landwirtschaft sowie der Tourismus- und Freizeitwirtschaft Unsicherheit hinsichtlich möglicher Konsequenzen für die Almwirtschaft.

Alle wichtigen Systempartner wurden daher zu einem runden Tisch geladen, wo dieses Thema mit den vielfältigen Aspekten umfassend diskutiert wurde.

Am 27.2.2019 trafen sich alle Systempartner zu einem "Runden Tisch" in der Landwirtschaftskammer (Foto: LK Tirol)zoom
LH-Stv. Josef Geisler, LH Günther Platter und LK-Präsident Josef Hechenberger informierten über die Ergebnisse (Foto: Julian Angerer)zoom
 

Geschlossener Rückhalt für Tiroler Almwirtschaft

Bei den Teilnehmern des runden Tisches herrschte Einigkeit darüber, dass die Tiroler Almwirtschaft in ihrer bisherigen Form keinesfalls gefährdet werden darf und auch künftig mit entsprechender Rechtssicherheit für die Almbauern möglich sein muss. Infolge wurden folgende konkrete Maßnahmen festgelegt, die zur Sicherung der aktiven Almwirtschaft, aber auch der aktiven Tourismus- und Freizeitwirtschaft geprüft bzw. umgesetzt werden müssen, um eine gemeinsame Nutzung der Almen weiterhin zu ermöglichen:

  • Der betroffenen Bauernfamilie wurde entsprechende juristische Unterstützung in der Berufung gegen das ergangene Urteil zugesichert. Außerdem wird es im Anlassfall entsprechende finanzielle Unterstützungen geben.

  • Noch vor Start der Almsaison wird eine praktikable Versicherungslösung für alle Almbauern vorgelegt. Dazu wird derzeit die Adaptierung bereits bestehender Versicherungsvarianten (Mountainbike-Modell) geprüft.

  • Auf Bundesebene wird eine Änderung des § 1320 ABGB angestrebt. Dieser regelt die Tierhalterhaftung und muss an die besonderen Gegebenheiten auf den Almen angepasst werden. Dazu gibt es bereits Gespräche mit den zuständigen Ministerien.

  • Das Thema "Eigenverantwortung" muss verstärkt in den Mittelpunkt gestellt werden. Dazu werden auf landesgesetzlicher Ebene Möglichkeiten geprüft, diese entsprechend gesetzlich zu verankern.

  • Alle anwesenden Partner sprechen sich gegen eine Sperre von Wegen und Almen aber für eine gemeinsame Informationsoffensive aus. Diese soll von der Tirol Holding gesteuert und koordiniert werden. Ziel ist nicht nur eine noch bessere Information für alle Wanderer, sondern auch eine Vermarktungsoffensive, um die Wertschöpfung auf den Almen zu erhöhen.

Der Maßnahmenkatalog wurde im runden Tisch ausgearbeitet und wird von allen beteiligten Organisationen mitgetragen:

  • Alpenverein
  • Land Tirol
  • Landwirtschaftskammer Tirol
  • Österreichischer und Tiroler Almwirtschaftsverein
  • Tirol Werbung
  • Verband der Tiroler Tourismusverbände
  • Lebensraum Tirol 4.0 GmbH (Tirol Holding)
  • Wirtschaftskammer Tirol
Warnhinweis im Wetterstein-Gebirge (Foto: Alpenverein/Melcher)zoom