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"Rettet die Kalkkögel": Kampf um ein Schutzgebiet (Die Kalkkögel brauchen Ihre Unterschrift!)

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"Rettet die Kalkkögel": Kampf um ein Schutzgebiet

Kalkkögelzoom

Die Gegner der umstrittenen Skigebietserweiterung im Ruhegebiet formieren sich

Eine Seilbahnverbindung zwischen den Tiroler Skigebieten Schlick 2000 und Axamer Lizum, quer durch das Ruhegebiet der Kalkkögel: Diese Vision einer Skigebietserweiterung könnte zur bitteren Realität werden. Dass Tirols Politiker und Touristiker selbst vor dem gravierenden Eingriff in ein Schutzgebiet nicht zurückschrecken, verurteilt der Alpenverein auf das Schärfste. Immer mehr Initiativen formieren sich nun gegen den umstrittenen "Brückenschlag".

Mehrheit der Bevölkerung ist gegen das Projekt -- Politik prüft trotzdem


Externe Experten sollen derzeit klären, ob ein Zusammenschluss der Skigebiete im Großraum Innsbruck via Seilbahn über die Kalkkögel überhaupt möglich und sinnvoll ist. Im März-Landtag (4.-5.3.2015) soll dann erneut darüber debattiert werden.

Die Gesetzeslage ist (derzeit noch!) eindeutig: Gegen die Skigebietserweiterung spricht nicht nur das Tiroler Naturschutzgesetz, sondern auch das Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramm sowie das Tourismusprotokoll der Alpenkonvention!



51 Prozent der Tiroler sind gegen den Skigebietszusammenschluss, nur 23 Prozent sind dafür!
(TT-Umfrage unter 500 TirolerInnen)


In den elf betroffenen Gemeinden* lehnen 61 Prozent der Befragten den Brückenschlag ab, nur 31 Prozent sind dafür!
(Bezirksblatt-Umfrage unter 600 Wahlberechtigten)

*) Betroffene Tiroler Gemeinden: Axams, Birgitz, Fulpmes, Götzens, Grinzens, Mieders, Mutters, Natters, Neustift, Schönberg und Telfes

Video der überparteilichen Initiative "Pro Kalkkögel"

Argumente gegen den "Brückenschlag"

Petition "Rettet die Kalkkögel"

Der Österreichische Alpenverein ist gegen eine seilbahntechnische Erschließung des Ruhegebietes Kalkkögel aus folgenden Gründen:

  1. Bei einer Genehmigung des Brückenschlages von der Schlick in die Axamer Lizum hat dies weitreichende negative Folgen für andere Schutzgebiete Österreichs (siehe Schutzgebiet Klein-Fragant).
  2. Es droht die Gefahr einer großflächigen Erschließung in den Kalkkögeln (mehr).
  3. Diese geplante Erschließung verstößt gegen das bestehende Tiroler Naturschutzgesetz.
  4. Diese geplante Erschließung verstößt gegen das Tiroler Seilbahn- und Schigebietsprogramm.
  5. Die Alpenkonvention (internationales Recht) verbietet einen geplanten Brückenschlag zwischen dem Schigebiet Schlick 2000 und Axamer Lizum.
  6. Ein einzigartiges Natur- und Berggebiet wird unwiderruflich zerstört.

Kommentar von Alpenvereinspräsident Dr. Andreas Ermacora

Alpenvereinspräsident Ermacora"Nur zwei Stützen und ein Seil; keine Pisten und keine Straßen; der Eingriff ist minimal; springt endlich über Euren Schatten und verschanzt Euch nicht hinter Naturschutzbestimmungen, die von gestern sind!" Solche und ähnliche Argumente müssen sich jene anhören, die vor einem Ja zum Brückenschlag warnen.

Ja, zwei Stützen und ein Seil sind kein Rieseneingriff in die Natur, aber – darum geht es hier schon lange nicht mehr. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Umwelt- und Raumordnungspolitik in unserem Land.

Ist es für die Tourismuswirtschaft in unserem Land wirklich notwendig, eines von acht bestehenden Ruhegebieten wegen einer Skigebietsverbindung aufzuheben? Dies mit dem Hintergrund, dass rund um Innsbruck defizitäre Skigebiete mit teils veralteten Aufstiegshilfen bestehen, die Liftkarten immer teurer werden und es noch dazu immer weniger Menschen gibt, die den alpinen Skilauf betreiben.

Die Skigebietsverbindung als das Allheilmittel für die Rettung des Wintertourismus im Stubaital und Innsbruck zu bezeichnen, ist falsch und fatal. Die öffentliche Hand wird weiterhin in diese Gebiete investieren müssen, was bedeutet, dass der Steuerzahler wieder einmal zum Handkuss kommt.

Die Aufhebung des Ruhegebietes verstößt gegen die Bestimmungen der Alpenkonvention. Diejenigen, die den Brückenschlag forcieren, erwähnen diese rechtliche Unmöglichkeit mit keinem Wort und fordern mit dem Wunsch nach einer Volksbefragung eigentlich zum Rechtsbruch auf. Es ist an der Zeit, endlich einen Schlussstrich zu ziehen und eine klare Entscheidung für die Erhaltung des Ruhegebietes Kalkkögel auszusprechen. Alles andere wäre eine Bankrotterklärung der Umweltpolitik.

Umweltschutz bedeutet nicht Verhindern sondern Investition in die Zukunft unserer Kinder und des Tourismus. Nicht umsonst werben fast alle Urlaubsdestinationen mit berauschenden Bildern von Naturlandschaften. Und genau um den Erhalt einer solchen geht es, auch und insbesondere im Fall der Kalkkögel!

(erschienen in der Tiroler Tageszeitung vom 26.6.2014)

 
 
 
 

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