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Ehrenamt im Alpenverein

Die Leute auch einfach mal machen lassen!

Roman Weilguny war zwei Jahre lang mit dem Junge Alpinisten TEAM – dem Ausbildungsprogramm der Alpenvereinsjugend - unterwegs und hat auf Augenhöhe von Weltklassealpinist*innen gelernt, Abenteuer erlebt und seine eigenen Grenzen verschoben. Heute ist er stellvertretender Alpinreferent der Sektion Leogang und freut sich, seine Erfahrung an die Mitglieder seiner Sektion weitergeben zu können. Mit uns sprach er über Chancen, Zugehörigkeit und das Ehrenamt.

Ein Interview von Joanna Kornacki | veröffentlicht im Bergauf Magazin 02-2021.

Mit den Jungen Alpinisten beim Sportklettern im Zillertal. (Foto: F. Walter)

Roman, du hast eine lange Verbindung zum Alpenverein. Wie hat es angefangen?

Das war mehr oder weniger bei der Geburt vorgezeichnet und die Mitgliedschaft kam parallel mit der Geburtsurkunde (lacht). Meine gesamte Familie ist beim Alpenverein, vor allem ist mein Papa schon immer sehr aktiv gewesen - erst als Tourenführer, später als Skitourenführer, heute als zweiter stellvertretender Obmann der Sektion und Leiter der Seniorengruppe. Als Kind war ich sehr viel mit meinen Eltern und Geschwistern am Berg, erst so mit 17/18 Jahren bin ich bei den AV-Touren vom Papa mitgegangen und irgendwann, ohne dass ich es so richtig mitbekommen habe, war ich Co-Führer. Seitdem bin ich regelmäßig dabei.

Du warst beim ersten Durchgang des Projekts Junge Alpinisten TEAM dabei. Wer hat dich auf die Ausbildung aufmerksam gemacht?

Der damalige Obmann unserer Sektion hat mir einen Brief geschrieben und den Flyer mitgeschickt. Die Message war – das wäre was für dich! Also habe ich es probiert. Ich kletterte vielleicht nicht die schwersten Felskletterrouten, aber als Allrounder konnte ich mich gut qualifizieren. Die Ausbildung habe ich als Chance gesehen, mich weiter zu entwickeln und hab es auch nie bereut.

Was hast du an der Ausbildung am meisten geschätzt?

Bei den Jungen Alpinisten bist du mit den Mentor*innen auf Augenhöhe unterwegs. Das ist sehr lässig und sonst weniger der Fall, wenn du einfach so mit einem/r Bergführer*in am Weg bist. Wir haben alles untereinander abgesprochen, welchen Berg wir besteigen oder welche Route wir klettern wollen. Gleichzeitig hatte man immer jemanden als Backup dabei. Damals sind wir ein paar Touren in den Dolomiten geklettert, in die ich mit einem Freund wohl nicht eingestiegen wäre. Wenn aber so jemand wie der Much Mayr in deiner Seilschaft mitgeht, dann kann man einfach mehr an sein eigens Limit gehen. Am Abend sitzt man dann wieder zusammen und diskutiert über das Erlebte vom Tag und hat dabei stets das Gefühl mit Kolleg*innen unterwegs zu sein. Das habe ich sehr geschätzt.

Vom Junge Alpinisten TEAM zum stellvertretenden Alpinreferenten in relativ kurzer Zeit – wie ist das passiert?

Ich bin direkt nach den Jungen Alpinisten als Tourenführer zum Alpenverein. Kurz habe ich über eine Bergführerausbildung nachgedacht, weil ich durch die Ausbildung bestens dafür vorbereitet war. Aber mein beruflicher Werdegang war schon definiert und so führte mich mein Weg schließlich in den Verein, wo ich das erlangte Wissen als ehrenamtlicher Tourenführer weitergeben kann. Zufälligerweise stand kurze Zeit danach ein Wechsel im Alpinteam bevor und man hat mich in den Ausschuss gewählt. Und so hat die Sektion Leogang seit 2017 mit mir und Manuel Margesin zwei junge Alpinteamleiter.

Habt ihr seitdem was im Alpinteam verändert?

Eines unserer Ziele ist es, mehr junge Menschen anzusprechen sowie auch Mitglieder, die bisher nicht oft bei Touren mitgegangen sind. Somit haben wir die Kommunikation auf Social-Media-Kanäle ausgeweitet und ein größeres Grill-Event organisiert. Die Grillerei war vor allem als Dankeschön für unsere Tourenführer*innen gedacht, denn das hat es zuvor nicht gegeben. Das Alpinteam hatte außerdem ein Identitätsproblem und es hat sich die Frage gestellt: „Wer ist das Alpinteam eigentlich“? Wir haben sehr viele gut ausgebildete Leute in der Sektion - Bergführer*innen, Bergretter*innen, Absolvent*innen der AV Kurse – und sie waren alle irgendwo eingetragen und haben auch geführt, aber es fehlte das Zugehörigkeitsgefühl. 

Das wollten wir unbedingt ändern. Jeder, der im Alpinteam ist, soll das Gefühl haben, ein Teil davon zu sein. Zu dem Grill-Event haben wir außerdem einige potenzielle neue Tourenführer*innen eingeladen, großteils junge zwischen 16 und 30 Jahren, und gefragt, ob sie mal was für die Sektion machen wollen. Alle haben zugesagt und dann war es nur noch wichtig, gemeinsam herauszufinden, was das Steckenpferd desjenigen oder derjenigen ist und was er/sie gern machen würde. Für so etwas und für das Gemeinschaftsgefühl ist ein Event, bei dem alle zusammenkommen einfach sehr wichtig. Außerdem bin ich ein großer Fan von Zweier-Teams bei der Tourenführung. Auch das hat es bei uns in der Sektion davor nicht gegeben. Ein Team aus zwei Tourenführer*innen tut sich immer leichter. Sie können sich sowohl bei der Planung als auch während der Tour absprechen und Entscheidungen gemeinsam treffen.

Das Junge Alpinisten TEAM während der Abschlussexpedition in Kirgistan. (Foto: R. Weilguny)zoom
Mit Mitgliedern des Alpenverein Leogang auf Klettersteig-Tour. (Foto: )zoom
 

Und wie sprecht ihr Mitglieder an, sich Gruppen anzuschließen und bei Touren mitzugehen?

Eigentlich ist es wie immer – einfach aufeinander zugehen. Vor allem diejenigen, die in der Gruppe sind, sollten auf Außenstehende zugehen. Es wartet jeder immer darauf, dass der andere kommt, wenn er mal bei einer Tour mitgehen mag. Aber das funktioniert so nicht, denn dafür sind die meisten zu scheu. Das muss vom Verein kommen!

Ebenso muss das Programm so geschnitzt sein, dass es viele Menschen anspricht und einladend wirkt. Es muss für jeden, etwas dabei sein, in jedem Schwierigkeitsgrad und nicht nur ein Programm für die eingeschweißte Gruppe, die sich seit Jahren kennt und seit Jahren gemeinsam unterwegs ist. Und genauso wichtig ist es, dass die Touren entsprechend ausgeschrieben sind, zum Beispiel „eine leichte Skitour“ oder „eine mittelschwere Bergtour“.

Was motoviert dich, ehrenamtlich für den Alpenverein tätig zu sein?

Da gibt es mehrere Aspekte. Zum einen, freut es mich, mein Wissen weitergeben zu können. Ganz speziell sind es die kleinen „Helferlein“, die gern angenommen werden. Das habe ich damals als Co-Führer beim Papa gelernt. Zum Beispiel, wenn du auf Skitour bist und das Fell eines Teilnehmers nicht richtig haftet, du aber ein Tape über den Stecken gewickelt hast und das Problem schnell lösen kannst. Oder wenn man bei einer Klettertour oder beim geführtem Klettersteig ein wenig über den Tellerrand schaut und kleine Tricks und Tipps mit auf den Weg gibt. Da gibt es ganz klar die Parallele zu den Jungen Alpinisten. Neben der Lehrmeinung haben wir viele kleine Schmähs gelernt, wie man etwas genauso sicher, aber flotter machen kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dies bei den Touren für die Sektion sehr geschätzt wird und mir macht es Freude.

Dann kommt noch das Gemeinschaftliche hinzu. Du fährst mit einer größeren Gruppe in die Dolomiten und gehst eine gemütliche Klettertour und am Abend sitzen alle zusammen. Es geht nicht um Leistung, es steht keine schwierige Klettertour auf dem Programm, einfach nur eine gute Zeit mit der Gruppe, wo das Zusammenhocken auf jeden Fall dazu gehört.

Heutzutage ist es gar nicht so selbstverständlich, Ehrenamtliche zu finden. Wie sollten deiner Meinung nach Sektionen dieser Herausforderung begegnen?

Die Leute einfach machen lassen! Wenn es motivierte Menschen gibt, die gern was tun würden, muss man ihnen die Chance geben, sich einzubringen. Ich habe mal einen 20-jährigen, der mit Leidenschaft Klettersteige gegangen ist, vorgeschlagen als Co-Führer mitzugehen. Er war total begeistert und hat die Chance gern genutzt. Ich habe natürlich eine passende Tour ausgesucht, die ich notfalls auch hätte allein führen können, aber auf die Art und Weise habe ich jemanden für unser Team gewonnen. Solche Events wie unser Grillfest können vielleicht eine gute Gelegenheit sein, da man dabei miteinander ins Gespräch kommt. Und beim red’n kommen d’Leit z’amm.

In diesem Sinne - vielen Dank für das Gespräch.

Roman beim Alpinklettern in Charmonix. (Foto: C. Leitinger)

Du hast Lust auf Ehrenamt? Wir freuen uns auf dich!

Du möchtest als Tourenführer*in für deine Sektion unterwegs sein? Oder dich ehrenamtlich im Naturschutz, in der Alpenvereinsjugend, im Hütten- und Wegebereich oder vielen anderen Tätigkeitsfeldern deiner Sektion engagieren?
Der einfachste Weg zur ehrenamtlichen Arbeit im Alpenverein ist über die Sektion in deiner Nähe oder du kontaktierst uns unter: ehrenamt@alpenverein.at

Weitre Infos zum Ehrenamt findest du hier: www.alpenverein.at/ehrenamt

 
 
 
 

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