Logo Österreichischer Alpenverein

Meilenstein: Ausbildung in der Familien- und Jugendarbeit (Meilenstein: Ausbildung in der Familien- und Jugendarbeit)

Mitglied werden
zur Anmeldung
EHRENAMTLICH aktiv werden
Infos hier          
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.edelweissbier.at/
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.salewa.com
Teaser-Banner-Bild mit Link auf https://goo.gl/Ryyfkd
Teaser-Banner-Bild mit Link auf https://werner-mertz.at/
Teaser-Banner-Bild mit Link auf
 

Förderer der Initiative SicherAmBerg

  Förderer der Initiative SicherAmBerg

Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.sportler.com

Meilenstein: Ausbildung in der Familien- und Jugendarbeit

Erste nicht-formale Anerkennung im Jugendbereich in Österreich!

Die Alpenvereinsjugend hat es geschafft, ihre Lehrgänge für Jugend- und Familienarbeit im Nationalen Qualifikationsrahmen reihen zu lassen. Zum ersten Mal sind damit nicht-formale Ausbildungen im Jugendbereich nach diesen Kriterien anerkannt und so national und international vergleichbar.

Ein Beitrag von Wolfgang Rauter und Jürgen Einwanger | veröffentlicht im Bergauf Magazin 01.2021

Gemeinsam schöne Momente erleben steht im Mittelpunkt der Kinder- und Jugendarbeit.(Foto: H. Düringer)zoom

Der Stellenwert von Kinder-, Familien- und Jugendarbeit ist unumstritten. Gerne wird sie, wann immer es gilt, diese Arbeit und das Engagement der Aktiven zu würdigen, als Fundament der Vereinsarbeit bezeichnet. Die Verantwortung, die Menschen übernehmen, wenn sie mit Kindern und Jugendlichen unterwegs sind, die Themen die sie begleiten, die Kreativität und Beziehung, die sie anbieten, ermöglicht dieses Fundament in der gelebten Breite, Vielfalt und Buntheit. Auch der im Herbst 2020 angelaufene Film „Tage draußen!“ dokumentiert einige der pädagogischen Herausforderungen dieses Handlungsfeldes eindrucksvoll.

Lange Tradition

Das Anliegen der Alpenvereinsjugend, ehrenamtliche Mitarbeiter*innen, die sich in den Jugendteams dieser Aufgabe widmen mit einer Ausbildung zu unterstützen, ist schon alt. Die Jugendarbeit im Alpenverein gibt es seit 100 Jahren, die bundesweit einheitliche Ausbildung seit immerhin 40 Jahren. Sie wurde laufend weiterentwickelt und den Erfordernissen angepasst. Vor 20 Jahren waren Lehrgänge der Alpenvereinsjugend dann auch die ersten, anhand derer Zertifizierungen entwickelt wurden. Gemeinsam mit dem Landesjugendreferat Tirol wurden die Grundsteine für die heute europaweit als Best Practice anerkannte Zertifizierung durch aufZAQ gelegt.

Wichtige Aufgabe

Die Ausbildung und Anerkennung - im beruflichen Kontext auch die Bezahlung - von Pädagog*innen, bzw. Menschen, die Kinder und Jugendliche begleiten, ist eine zentrale Säule, auf der die Qualität von Kinder- und Jugendarbeit aufbaut. Wir alle wünschen uns, dass unser Nachwuchs „in guten Händen“ ist – auch weil wir wissen, wie zentral diese Lebensphasen sind. Verantwortungsvoll gestaltete Erfahrungen, besonders im Kontext von Freizeit wirken prägend. In einigen Ländern ist inzwischen die Qualifikation und Bezahlung von diesen Berufsgruppen sehr gut. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die gesellschaftliche Anerkennung und das Image dieser Beruf(ung)e(n).

Vertrauen und Verantwortung sind wohl zwei der wichtigsten Themen in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen. (Foto: H. Düringer)zoom
 

Stellenwert von Jugendarbeit

Um die Anerkennung und den Stellenwert der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit im Alpenverein zu unterstreichen, wurde die verpflichtende Ausbildung für Familiengruppenleiter*innen, Jugendleiter*innen und der darauf aufbauende Lehrgang Alpinpädagogik für den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) eingereicht und nun auch erfolgreich gereiht. Die dafür nötige inhaltliche und strukturelle Entwicklungsarbeit war großteils schon gemacht, hat durch das Einreichverfahren aber noch einen wertvollen Feinschliff erhalten.

Einblick in aufZAQ und NQR

Die Niveaus I bis VIII drücken den Grad der erreichten Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen aus. (Grafik: www.qualifikationsregister.at)zoom
Die Niveaus I bis VIII drücken den Grad der erreichten Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen aus. (Grafik: www.qualifikationsregister.at)

Die Mehrheit der Aus- und Weiterbildungen in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit finden nicht-formal statt. Sie sind also nicht gesetzlich geregelt und werden außerhalb von staatlichen Bildungseinrichtungen angeboten. Mit dem aufZAQ-Zertifikat wurde in den letzten 20 Jahren ein Angebot entwickelt, um solche Bildungsangebote aufzuwerten. Seit 2013 stehen Bund und Länder hinter dieser verbandsübergreifenden Qualitätssicherung. 2016 wurde zusätzlich der aufZAQ-Kompetenzrahmen geschaffen. Er steigert die Sichtbarkeit und Vergleichbarkeit von nicht-formal erworbenen Kompetenzen und damit verbundenen Qualifikationen in der Kinder- und Jugendarbeit und gegenüber angrenzenden Bereichen. Der aufZAQ-Kompetenzrahmen stellt gleichzeitig auch eine Verbindung zum Nationalen Qualifikationsrahmen, dem NQR her. Dieser beschreibt Qualifikationen - unabhängig ob formal oder nicht-formal - auf acht unterschiedlichen Niveaus: Von einfachen Alltagsqualifikationen bis hin zum Doktorat. Ziel des NQR ist es die Übersetzung und Vergleichbarkeit zwischen den unterschiedlichen Niveaus und Bereichen des österreichischen Bildungswesens möglich zu machen. Durch eine Koppelung zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) ergibt sich auch ein europaweites gemeinsames Verständnis für den Umfang und die Qualität von Qualifikationen.

Vorteile der NQR-Zuordnung

Die Zuordnung zum NQR führt zu mehr Übersichtlichkeit, Vergleichbarkeit und Transparenz in den Aus- und Weiterbildungen der Verbände. Nicht alle Verbände müssen damit jeden Bereich der Kinder- und Jugendarbeit abdecken, sie können auf das Angebot anderer Organisationen zurückgreifen – gegenseitige Anerkennung wird vereinfacht, Redundanzen im Bildungsweg vermieden. Dadurch findet auch verstärkt Vernetzung untereinander und mit angrenzenden Handlungsfeldern statt. Die Kinder- und Jugendarbeit wird in Folge nach außen hin verstärkt als eigenständiger Bildungsbereich in der österreichischen Bildungslandschaft wahrgenommen. Bildungsangebote in diesem Bereich können einen höheren Stellenwert im fachlichen und bildungspolitischen Diskurs erlangen. In Folge erlebt der gesamte Kinder- und Jugendarbeitsbereich eine Qualitätsentwicklung und gesteigerte gesellschaftliche Anerkennung.

Als Mentor*innen bilden Bergführer*innen junge Teammitglieder in den Spielarten des Bergsports aus. (Foto: H. Düringer)zoom
Gemeinsames Wandern und Klettern in der Bergwelt. (Foto: H. Düringer)zoom
 

Die europäische Dimension

Dem NQR zugeordnete Qualifikationen werden in ganz Europa im Bildungsbereich, aber auch von Arbeitgeber*innen zunehmend verstanden und anerkannt. Durch die Vergleichbarkeit der Kompetenzen besteht die Möglichkeit zur verbesserten Mobilität innerhalb der europäischen Bildungslandschaft sowie dem europäischen Arbeitsmarkt. Kompetenzen, die durch ehrenamtliches Engagement erworben wurden, können leichter in die hauptamtliche Kinder- und Jugendarbeit sowie andere berufliche Bereiche wie Projektmanagement, Training oder auch Teamleitung transferiert werden.

Wertschätzung ist Motivation

Die Zuordnung der Lehrgänge der Alpenvereinsjugend zum NQR stellt einen Meilenstein für nicht-formales Lernen in Österreich dar. Mit dieser Sichtbarmachung und Anerkennung von Aus- und Weiterbildungen erbringt der Alpenverein einmal mehr eine Pionierleistung für den gesamten Kinder- und Jugendarbeitsbereich! Im Vordergrund stehen auch weiterhin die Kinder und Jugendlichen, mit denen unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen unterwegs sind. Aber auch sie profitieren davon, wenn sich die Qualität der Angebote weiterentwickelt und die Mitglieder der Jugendteams mehr Wertschätzung erfahren.

Wolfgang Rauter MSc, ist in der aufZAQ Geschäftsstelle zuständig für Zertifizierung, NQR und Öffentlichkeitsarbeit.
Dipl. Sozialpäd. (FH) Jürgen Einwanger ist Leiter der Akademie und Bildungsreferent der Alpenvereinsjugend.

 
 
 
 

Datenschutzhinweis

Bitte beachten Sie, dass der folgende Link eine externe Website öffnet, für deren Inhalt wir nicht verantwortlich sind und auf die unsere Datenschutzbestimmungen keine Anwendung finden. Informieren Sie sich bitte auf der neuen Webseite über den dortigen Datenschutz.

Ziel: