Logo Sektion Mondsee

Sektion Mondsee

Mitglied werden
zur Anmeldung

Natur erleben – aber richtig!

Vicky weiß wie! Heute zum Thema: Darf man Bananenschalen in der Natur entsorgen?

Cartoon Bananenschale

Franz ist ein durchaus ökologisch und nachhaltig denkender Mensch. Er liebt die Natur, und das Wandern gehört zu seinem Leben wie der nächtliche Schlaf. Nie würde er mit Plastikmüll einen Gipfel verschandeln; zurückgelassene Zigarettenstummel seiner Vorgänger betrachtet er kopfschüttelnd und mit grimmiger Miene. Zu seiner Gipfeljause gehören seit jeher zwei Wurstsemmeln und eine Banane. Alles ökologisch. Die Bananenschale kann er dann getrost auf dem Berg lassen, denn schließlich verrottet diese ohnehin in der Natur…

Oder?

Was Franz nicht weiß: Er begeht bei jeder Bergtour eine Ordnungswidrigkeit. Beim Wegwerfen von Bananenschalen handelt es sich um eine unerlaubte Abfallentsorgung, welche mit einem Bußgeld bestraft werden kann. Hinzu kommt, dass nicht alle Früchte gleichschnell verrotten. Gerade Schalen von tropischen oder subtropischen Früchten, wie beispielsweise Bananen, Orangen oder Kiwi zersetzen sich in unseren Breiten relativ schlecht. Tropische Früchte sind in wärmeren Gegenden beheimatet, und daher natürlicherweise an ein wärmeres und feuchteres Klima angepasst, in welchem es von Mikroben und Parasiten nur so wimmelt. Im Laufe der Evolution haben tropische Früchte ein riesiges „Waffenarsenal“ an Abwehrstoffen gegen Schädlingsbefall ausgebildet, die bei der abgefallenen Frucht den Verrottungsprozess verlangsamen sollen. Auf dem typischen Alpengipfel allerdings, herrscht eine Durchschnittsjahrestemperatur von unter 10°C, und dieser Verrottungsprozess kommt fast zum Erliegen. Würde also jeder Wanderer wie Franz seine Bananenschalen auf dem Gipfel entsorgen, wären unsere Berge bald von Bananenschalen übersät.

Hätte Franz das gewusst, würde er über sich selber den Kopf schütteln.


Victoria Bergkemper ist Biologin, passionierte Bergsteigerin und ehrenamtliche Naturschutz-Referentin beim Alpenverein Mondsee. Sie arbeitet am Limnologischen Institut, wo sie ihre PhD-Arbeit im Feld der Plankton-Ökologie schreibt.

 
 
 

Anfragen zum Internetauftritt und zur Wartung